Jugend debattiert
Veröffentlicht am 5. August 2005 unter <http://www.politische-bildung-schwaben.net/2005/08/jugend-debattiert/>
Abgerufen am 30. Juli 2010 um 19:28 Uhr
Initiiert von der Hertie-Stiftung und unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten ist es das Ziel des Bundeswettbewerbes Jugend debattiert (http://www NULL.jugend-debattiert NULL.ghst NULL.de/), eine neue Debattierkultur in Deutschland zu etablieren.
Politschlammschlachten?
Der Begriff Debatte trägt heute eine eher negative Konnotation. Vor allem mit politischen Debatten verbindet man unverständliche Formulierungen, Wortverdrehereien, Allgemeinplätze, Polemik, den festen Glauben an die eigene Meinung und das klare Ablehnen aller abweichenden Meinungen. Jugend debattiert ist keine Ausbildung für werdende Politpolemiker, sondern der Versuch, der Jugend eine neue Gesprächs- und Debattierkultur näher zu bringen, die auch in der Zukunft politischen Diskussionen ihren Sinn zurück geben soll.
Debattierkultur aus den USA
In den USA und in England haben Debattierclubs eine lange Tradition. Dort treffen sich regelmäßig junge Leute um sachlich über verschiedene kontroverse Themen zu diskutieren. Bei seinen Aufenthalten in den USA und in England musste Ansgar Kemmann, heute pädagogischer Leiter des Wettbewerbs, feststellen, dass es leider etwas Vergleichbares in Deutschland nicht gibt. So gründete er 1991 an der Universität Tübingen den ersten Debattierclub an einer deutschen Hochschule. 2001 startete dann die Hertie-Stiftung ihr Frankfurter Pilotprojekt: »Jugend debattiert – Rhetorik in die Schule!«. Daraus entstand 2002 der jetzige Bundeswettbewerb, der nun deutschlandweit dazu führt, dass junge Menschen die Chance haben zu lernen wie man sinnvoll debattiert.
Von der Schule ins Bundesfinale
Die erste Stufe des Wettbewerbs selbst wird von den Schulen durchgeführt. Dabei gibt es zwei Altersstufen, zum einen Schüler der 8.-10. Klassen von Haupt-, Realschulen und Gymnasien und zum anderen Schüler ab der 11. Klasse aus Gymnasien und berufsbildenden Schulen. Dabei zeigt sich, dass immer wieder hervorragende Debattanten auch aus Hauptschulen kommen. In den teilnehmenden Schulen wird nun in verschiedenen Fächern im Verlauf des Wettbewerbes mindestens acht Schulstunden lang debattiert. Diese Debatten werden von den Lehrern moderiert, die dazu eigens eine dreitägige Fortbildung besucht haben. In weiteren Debatten qualifizieren sich die Besten auf höheren Ebenen, wie bei Schulverbundswettbewerben oder Landeswettbewerben und schließlich dem Bundesfinale.
Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit, Überzeugungskraft
Doch was macht eine gute Debatte aus? Damit diese Antwort nicht rein subjektiv bei den jeweiligen Juroren liegt, gibt es ein umfangreiches Begleitheft, das unter anderem zeigt, nach welchen Kriterien man die Debatten bewerten soll. Die vier Hauptkriterien sind dabei Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft. So ist es nicht nur wichtig, gute Rhetorik zu beherrschen, sondern auch, sein Gegenüber und dessen Argumente wahrzunehmen. Dabei ist es auch erlaubt, seine Meinung zu verändern, wenn sehr gute Argumente des Gegenübers überzeugen.

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