Stichwort Politische Bildung – Arbeit für die Demokratie
Veröffentlicht am 29. September 2005 unter <http://www.politische-bildung-schwaben.net/2005/09/stichwort-politische-bildung-arbeit-fur-die-demokratie/>
Abgerufen am 8. Februar 2012 um 10:05 Uhr
»Politische Bildung ist bewusste, an den Normen der Demokratie orientierte Arbeit für die politische Kultur. Politische Bildung ist Übungsfeld für Demokratie. Ohne sie wird Demokratie nicht lebendig bleiben.« (Die Demokratie braucht Politische Bildung. Stellungnahme des Arbeitskreises deutscher Bildungsstätten. Bonn, Dezember 1995)
Sie ist darüber hinaus aber auch ein Aktions- und Betätigungsfeld im Rahmen praktizierten bürgerschaftlichen Engagements.
Politische Bildung ist eine intentionale, organisierte und vielfach institutionalisierte Form politisch-partizipativen Lernens und Erfahrens, orientiert an bürgerschaftlich-demokratisch ausgerichteten Zielen der Vermittlung von Kenntnissen, Werten und der Bewusstseinsbildung, der praktischen Erprobung und Kompetenzerweiterung im Sinne aktiver gesellschaftlicher Mitgestaltung (Demokratie verstanden als Lebensform). Dabei sind einerseits die Erhaltung der demokratischen Gesellschaftsordnung und andererseits die Befähigung zur Innovation, zur Strukturveränderung – z.B. zum Abbau von Macht, Repression, Intoleranz oder von Mechanismen der Ausgrenzung und Unterversorgung – gleichrangige Zielorientierungen. Auf diese Ziele hin ist Politische Bildung didaktisch-methodisch strukturiert und bedarf diesbezüglich einer kontinuierlichen Effizienzkontrolle und evaluativer Reflexion.
Grundprinzipien Politischer Bildung sind – im außerschulischen Bereich – die Freiwilligkeit der Teilnahme, eine variantenreiche Palette an (staats-)rechtlichen, historischen und vergleichenden Themen wie auch an vermittelnden und aktivierenden Formen und Methoden, der gleichberechtigte Dialog und die partnerschaftliche Kommunikation sowie die Wertevermittlung, die Praxisorientierung und der Handlungsbezug. Kompetentes politisch-gesellschaftliches Handeln und zukunftsorientiertes, nachhaltiges Selbst- und Mitgestalten des öffentlichen Raumes setzt Politische Bildung voraus.
Politische Bildung als lebenslanger Prozess (Aufklärung und Befähigung, Erprobung und Erfahrung) und als Ergebnis (Informiertheit, Handlungskompetenz, Motiviertheit und Fähigkeit zu bürgerschaftlichem Engagement und verantwortungsvoller politischer Mitentscheidung) ist das Fundament einer
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freiheitlichen (Menschenrechte und Grundfreiheiten),
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rechtsstaatlichen (`status negativus´, `status positivus´, `status activus´)
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und sozialen (Solidarität, sozialer Schutz und soziale Gerechtigkeit durch sozialen Ausgleich)
Demokratie.
»Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus« (Art. 20 II 1 GG): Politische Bildung ist unverzichtbar, damit sie »vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt« werden kann (Art. 20 II 2 GG).
Politische Bildung erstrebt mit traditionellen, erprobten, vor allem aber auch mit neuen, innovativen Lern-, Kommunikations- und praktischen Anwendungsmethoden nachhaltige Wirkungen auf
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Kenntnisse und Erfahrungen
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Einstellungen, Orientierungen, Werthaltungen
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Emotionen und Motivationsstruktur
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Kompetenzen, Fertigkeiten und Fähigkeiten
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Solidarität und Verantwortungsbewusstsein
Bürgerschaftliches Engagement Handlungskompetenz für professionelle politisch-administrative und organisatorische Entscheidungs-/Gestaltungsfähigkeit in Repräsentativorganen und öffentlichen Ämtern (Kommune, Land, Bund, trans- und internationale Organe), Gruppen, Initiativen und Selbsthilfeorganisationen
»Politische Bildung ist Teil politischer Sozialisation und Politikvermittlung im Ensemble anderer Sozialisations- und Politikvermittlungsinstanzen: z.B. Familie, Schule, Arbeit, Institutionen politischer Kultur, Medien und Freizeit. Von ihnen gehen Prägungen und Wirkungen aus, mit denen Politische Bildung rechnen und die sie in ihre Bildungspraxis einbeziehen muss.« (Ebd.)
Hinsichtlich der methodischen Grundformen der Politischen Bildung lassen sich höchst variantenreich Makromethoden und Mikromethoden unterscheiden, durch besondere mediale Darstellungs- und Arbeitsmittel didaktisch verfeinern und durch gruppenorientierte intervenierende und soziale Aktionsformen ergänzen bzw. verstärken.
(für einen orientierenden Überblick vgl. z.B. Handbuch zur politischen Bildung. Hrsg. Wolfgang Mickel. Bonn 1999, S. 331 – 564)
