Zukunftswerkstatt auf dem Katholikentag in Ulm
Veröffentlicht am 29. September 2005 unter <http://www.politische-bildung-schwaben.net/2005/09/zukunftswerkstatt-auf-dem-katholikentag-in-ulm/>
Abgerufen am 8. Februar 2012 um 05:18 Uhr
Auf dem 95. Katholikentag 2004 in Ulm bot die Katholische Studierende Jugend (KSJ) die Möglichkeit, dass Eltern, Lehrer und Schüler gemeinsam drei Stunden lang Ideen für die Zukunft von Schule spinnen.
… das stört, das nervt!
Methodisch war die Zukunftswerkstatt bestimmt von Kleingruppenarbeiten in kurzen Zeiteinheiten. So standen die ca. 30 Teilnehmer zunächst vor der Frage, für welchen Themenkreis sie sich interessieren. Zur Auswahl standen z.B. Bildungspolitik, Schulgebäude, Lehrer oder Mitverantwortung. Dabei war die einleitende Aufgabe der ersten Phase, der Kritikphase, zu formulieren was die Teilnehmer im Bereich Schule stört. Schnell wurden viele Defizite aufgedeckt. Die Schüler z.B. halten den Umgang der Lehrer mit ihnen häufig für unfreundlich, Eltern sind oft nicht an Elternabenden interessiert, Politiker entscheiden über die Köpfe von Lehrern, Schülern und Eltern hinweg und vieles mehr.
Meine Traumschule
Doch Sinn und Zweck der Veranstaltung war es nicht, nur über das zu meckern was falsch läuft, sondern auch positive und kreative Ansätze zu finden. So war das Thema der zweiten Phase, der Utopiephase, aufbauend auf den schwerwiegendsten Defiziten, Vorstellungen für die perfekte Schule »Ulmtopia« zu sammeln. Doch da nicht jeder sofort grenzenlos kreativ sein kann und viele Schranken mit sich trägt, wurde erst einmal die Stimmung gelockert. Passend zu den »fliegenden Untertassen« mussten sich die Gruppen als Mannschaft eines Ufos präsentieren. So war ab jetzt die »Education Enterprise« oder die »Mission Possible« auf dem Weg nach »Ulmtopia«.
Die Raumschiffe landen
Doch keine Utopie nützt etwas, wenn sie keine Relevanz für die Realität hat. Deswegen mussten die »Ufos« in der dritten Phase, der Realisierungsphase, zurück auf den Boden. Das heißt Möglichkeiten zu finden ein kleines Stück der utopischen Schule zu realisieren und konkret Vorschläge, Forderungen und Selbstverpflichtungen an Politik, Lehrerschaft, Eltern und Schüler zu formulieren. So waren die Teilnehmer der Meinung, dass es nötig ist, dass z.B. Lehrer und Schüler Freiräume erhalten um Mitbestimmung zu lernen und zu üben. Man war sich auch einig, dass die Schule Bildung für das Leben und nicht Ausbildung für die Wirtschaft vermitteln soll dass nur Menschen Lehrer werden können, die ein positives Weltbild haben und dieses an Kinder weitergeben können.
Was meinen die Experten
Doch die Forderungen sollten nicht nur auf Papier gebannt und dann vergessen werden. Am darauf folgenden Tag fand eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aller Beteiligten statt.
Dabei waren zwei Bildungspolitiker, Anette Schavan, Kultusministerin von Baden-Württemberg und Willi Lemke, Bildungssenator von Bremen, aber auch eine KSJ-lerin und Schülerin, der Direktor der Hildegard-Schule in Ulm, eine Lehrerin der Laborschule in Bielefeld und die Vorsitzende des Landeselternbeirates Baden-Württemberg. Als Einstieg diente dabei ein kurzer Film, der von der Zukunftswerkstatt berichtete, um die wichtigsten Thesen von der Zukunftswerkstatt auf das Podium zu bringen.
