»Politische Bildung Bayern – ein Netzwerk wächst«, Bericht vom Jour Fixe am 4. April 2007
Veröffentlicht am 24. April 2007 unter <http://www.politische-bildung-schwaben.net/2007/04/politische-bildung-bayern-ein-netzwerk-wachst-bericht-vom-jour-fixe-am-4-april-2007/>
Abgerufen am 5. Februar 2012 um 13:36 Uhr
Politische Bildung ist in Bayern in vielfältigster Weise präsent – unterschiedliche Institutionen, Projekte, Veranstaltungsformen und Medien bieten die Möglichkeit, Demokratie als Sache der eigenen Belange ernst zu nehmen, sich zu informieren und zu partizipieren.
Herr Dr. Christian Boeser, Leiter des Netzwerks »Politische Bildung Bayern« und Mitarbeiter am Lehrstuhl für Pädagogik mit Berücksichtigung der Erwachsenenbildung und außerschulischen Jugendbildung, präsentierte die im Aufbau befindliche Vernetzung der politischen Bildung. Es wurden der bisherige Projektverlauf, die bayernweite Erhebung und ihre Ergebnisse vorgestellt sowie weitere Schritte diskutiert.
Netzwerke
In der Informationstechnologie bezeichnet man den Verbund mehrerer Computer, die miteinander kommunizieren können, als Netzwerk. Soziale Netzwerke hingegen verbinden unterschiedlichste Menschen und Organisationen miteinander. So lassen sich beispielsweise Know-How und Ressourcen austauschen, Kooperationen und Synergien ermöglichen, es eröffnen sich neue Spielräume zur Mitgestaltung und vieles mehr.
Projektverlauf
Die Idee einer bayernweiten Vernetzung aller Akteure der politischen Bildung hat ihren Ursprung in Bayerisch-Schwaben, wo seit November 2002 an der bezirksweiten Vernetzung gearbeitet wird.
In der ersten Projektphase wurde das Projekt von der Katholischen Stiftungsfachhochschule Benediktbeuern geleitet. Prof. Dr. Gerhard Kral führte zunächst eine Analyse zur Situation der politischen Bildung in Schwaben durch, um darauf aufbauend ein Netzwerk politischer Bildung zu gründen.
Seit Januar 2004 liegt die Projektleitung bei der Universität Augsburg. In einer zweiten Projektphase wurde das entstandene Netzwerk ausgebaut und etabliert. Kommunikation und Kontaktpflege wurden insbesondere durch die Einrichtung der interaktiven Homepage www.politische-bildung-schwaben.net ermöglicht. Die positiven Erfahrungen des schwäbischen Pilotprojektes führten zur Idee der Ausweitung der Initiative auf bayerischer Ebene.
2006 wurde das Projekt einer bayernweiten Vernetzung aller Akteure der politischen Bildung mit einer Bestandserhebung begonnen. Es wird in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit durchgeführt.
Erhebung
Insgesamt wurden 5500 bayerische Schulen sowie 1100 Institutionen, die im weitesten Sinne mit politischer Bildung zu tun haben angeschrieben und schriftlich befragt. Die Fragebögen wurden auf verschiedene Themenbereiche aufgeteilt. Es gab einen (unbedingt auszufüllenden) Basisfragebogen und zusätzlich einen Best-Practice- sowie Referenten-Fragebogen. Die Inhalte des Basisfragebogens befassten sich u. a. mit Zielen und Methoden der einzelnen Schulen/ Institutionen und dem Vernetzungsbedarf sowie der Vernetzungsbereitschaft.
Ergebnisse
Die Ergebnisse werden an dieser Stelle nur kurz zusammengefasst. Ausführlichere Informationen finden Sie in der Studie, die am Ende dieses Beitrags zum Download angeboten wird, oder in Zukunft im Internet unter www.politische-bildung-bayern.net (http://www NULL.politische-bildung-bayern NULL.net).
Zieldimensionen
In der Befragung wurde bewusst ein weites, aktivierendes Verständnis von politischer Bildung angelegt. Es wurden drei Zieldimensionen politischer Bildung hinsichtlich ihres Stellenwertes in der jeweiligen Schule / Institution abgefragt, die hohe Zustimmungswerte erzielten.
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Wir versuchen Menschen zur (aktiven) Beteiligung an öffentlichen Angelegenheiten zu befähigen.
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Wir wollen insgesamt zur Förderung der demokratischen Kultur in unserer Gesellschaft beitragen.
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Wir versuchen Menschen zur (aktiven) Beteiligung an öffentlichen Angelegenheiten zu motivieren.
Einige Zahlen im Überblick:
– Eingegangene Fragebögen
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579 Basisfragebögen (darunter 183 Institutionen)
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57 Best Practice (darunter 35 Institutionen)
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49 Referenten
– Wunsch sich mit anderen Institutionen auszutauschen
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59,5% aller Institutionen nennen Wunsch
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46,6% aller Schulen nennen Wunsch
– Vernetzungsbedarf und -interesse
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215 sehen hohen Vernetzungsbedarf (darunter 67 Institutionen)
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249 nennen hohes Vernetzungsinteresse (darunter 64 Institutionen)
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113 nennen hohe Mitwirkungsbereitschaft (darunter 28 Institutionen)
Diskussion
Ein angeführter Erfolgsfaktor von Netzwerken ist die Tatsache, dass es in einem Netzwerk nur Gewinner geben darf. Deshalb kam einerseits der Gedanke auf, ob und wie eine gewisse Servicementalität abgedeckt werden kann, andererseits wurde der Leitsatz »First give, than take« vorgeschlagen. Soll das entstehende Projekt Netzwerk oder Service-Einrichtung sein? Wie kann es gelingen den Nutzen des Netzwerks transparent zu machen? Ist es sinnvoll für das Einstellen von Artikeln z. B. Credit Points zu vergeben? Mit diesen und weiteren Fragen und Vorschlägen klang der informative Abend aus.
