Jugendbeauftragte – Ein Überblick

Geschrieben von Redaktion (Netzwerk Politische Bildung Schwaben)
Veröffentlicht am 17. April 2008 unter <http://www.politische-bildung-schwaben.net/2008/04/jugendbeauftragte-ein-uberblick/>
Abgerufen am 24. November 2017 um 01:12 Uhr

Die junge Generation steckt voller Ideen. Sie will und soll sich entfalten können. Dafür braucht sie Hilfen, damit eine zukunftsorientierte Jugendpolitik in Gang gesetzt werden kann. Aber wer vertritt die Interessen der Jugendlichen? Wir haben ein Interview mit Herrn Pletzer vom Bayrischen Jugendring, Referat Kommunale Jugendarbeit, über das Thema Jugendbeauftragte geführt. Hier werden Sie konkret über Jugendbeauftragte und ihr Aufgabenfeld informiert.

Wer sind Jugendbeauftragte?
Gemeindliche Jugendbeauftragte (teilweise hat sich auch der Begriff »Jugendreferent/in« oder »Jugendsprecher/in« eingebürgert) werden in der Regel aus der Mitte des Gemeinderates bestimmt. Sie sind Gemeinderäte, die ehrenamtlich die Aufgabe übernehmen, im jeweiligen Gemeindegebiet die Anliegen der Kinder und Jugendlichen und der Kinder- und Jugendarbeit zu vertreten, zu unterstützen und zu fördern. Engagement, Interesse an den Fragen der Jugendlichen, Offenheit und Idealismus gehören zu den Eigenschaften eines guten Jugendbeauftragten.

Welche Aufgaben übernehmen die Jugendbeauftragten?
Sie sorgen als Jugendbeauftragte/r für den kontinuierlichen Kontakt der Gemeinde zur Kinder- und Jugendarbeit, zu den Vertretern/innen der Kinder- und Jugendarbeit sowie zu den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen selbst.
Sie koordinieren die Zusammenarbeit mit Personen, Gruppen und Initiativen, die in der Kinder- und Jugenarbeit tätig sind.
Über sie werden die Belange der Kinder und Jugendlichen im Gemeinderat präsent und der Gemeinderat erhält über sie in Fragen der Kinder- und Jugendarbeit mehr Kompetenz.
Sie sind Ansprechpartner/innen, informieren und beraten zu den Belangen von jungen Menschen und zu Fragen der Kinder- und Jugendarbeit in ihrer Gemeinde. Umgekehrt sorgen Sie für mehr Transparenz der Entscheidungen des Gemeinderates bei den jungen Gemeindebürgern. Sie entwickeln, fördern und unterstützen eine gut ausgebaute Infrastruktur der Kinder- und Jugendarbeit und tragen zu notwendigen und sinnvollen Angeboten für Kinder und Jugendliche bei. Sie setzen sich für Beteiligungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen ein und sorgen so dafür, dass Jugendliche in ihrer Gemeinden Verantwortung und Identifikation entwickeln.

Nach welchem Verfahren werden Sie bestellt und von wem werden Sie betreut?
Die Bestellung der Jugendbeauftragten geschieht im Rahmen der gemeindlichen Aufgaben nach Art. 30 AGSG (Gesetz zur Ausführung der Sozialgesetze). Die kreisangehörigen Gemeinden werden damit, zusätzlich zu den Bestimmungen der BayGO Art. 57, in das System der Kinder- und Jugendhilfe mit einbezogen. Danach »… sollen die kreisangehörigen Gemeinden … im eigenen Wirkungskreis und in den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit dafür sorgen, dass in ihrem örtlichen Bereich die erforderlichen Einrichtungen, Dienste und Veranstaltungen der Jugendarbeit rechtzeitig und ausreichend zur Verfügung stehen.«
Die Jugendbeauftragten in den Gemeinden sind Teil eines gut ausgebauten Systems der Kinder- und Jugendarbeit in Bayern. Das Netzwerk der Jugendarbeit unterstützt, berät und begleitet bei der Entwicklung einer erfolgreichen Kinder- und Jugendpolitik.
Die Jugendbeauftragten in den Gemeinden sind Teil eines gut ausgebauten Systems der Kinder- und Jugendarbeit in Bayern. Das Netzwerk der Jugendarbeit unterstützt, berät und begleitet bei der Entwicklung einer erfolgreichen Kinder- und Jugendpolitik.

Was sind die Ziele der Jugendbeauftragten?
Die wichtigsten Partner der Jugendbeauftragten sind alle Menschen in Organisationen und Initiativen, die sich um das Wohl von jungen Menschen einsetzen. Jugendbeauftragte arbeiten mit allen, in der Kinder- und Jugendarbeit engagierten Menschen der Gemeinde zusammen.
Sie sollen:
- Ansprechpartner sein,
-Austausch Kontakte, Ideen und Entwicklungen fördern, – und
-Kontakt zu den überörtlichen Organisationen der Kinder- und Jugendhilfe halten.

Ihre Aufgabe ist es nicht, die Kinder- und Jugendarbeit in Ihrer Gemeinde zu »schmeißen«. Nicht die Jugendbeauftragten selbst sollen die Kinder- und Jugendarbeit machen.
In der Rolle als Jugendbeauftragte/r sorgen Sie als Vermittler für gute Kommunikation und Zusammenarbeit und für optimale Bedingungen zur Entwicklung und Durchführung von Angeboten für Kinder- und Jugendliche.
Damit finden andere Personen und Organisationen ein förderndes Umfeld und gute Ausgangsbedingungen für ihre Arbeit. So unterstützen Jugendbeauftragte die Anliegen von jungen Menschen am allerbesten.

Kompetente Unterstützung und Beratung finden Sie:
bei Ihrer Kommunalen Jugendarbeit, den Fachkräften im Jugendamt für die Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendarbeit, bei Ihrem Kreis-/Stadtjugendring, dem Zusammenschluss der Jugendverbände und Jugendgemeinschaften für die Weiterentwicklung der Kommunalen Kinder- und Jugendpolitik