Vertretungen der »Jungen Wählerlisten« in den schwäbischen Kreistagen
Veröffentlicht am 20. Mai 2008 unter <http://www.politische-bildung-schwaben.net/2008/05/vertretungen-der-jungen-wahlerlisten-in-den-schwabischen-kreistagen/>
Abgerufen am 5. Februar 2012 um 13:18 Uhr
Bei der Kommunalwahl am 2. März 2008 haben sich in den Landkreisen Donau-Ries, Oberallgäu, Ostallgäu und Unterallgäu, auch sogenannte »Junge Wählerlisten« zur Wahl in die Kreistage gestellt, die damit insbesonders junge Menschen ansprechen wollten. Überall gab es eine Listenverbindung mit der CSU. Sie haben folgende Sitze in ihren Kreistagen erreicht:
| »Junge Bürger Donau-Ries« | 5 Sitze im Kreistag |
| »Liste Junges Oberallgäu | 3 Sitze im Kreistag |
| »Junges Ostallgäu | 2 Sitze im Kreistag |
| »Junge Wählerunion Unterallgäu« | 3 Sitze im Kreistag |
Der Bezirksjugendring Schwaben hat den Vertretern dieser Gruppierungen jeweils fünf Fragen zu ihrer künftigen Arbeit im Kreistag gestellt. Die Antworten können Sie hier nachlesen.
»Junge Bürger Donau-Ries«
(Ansprechpartner: Kreisrat Peter Schiele)
1. Welche Anliegen von Jugendlichen möchte Ihre Liste im neuen Kreistag vertreten?
Die Chancen von Jugendlichen im ländlichen Raum erhalten, sowohl in der Berufsausbildung, im Berufsleben wie auch in der Freizeit.
2. Was möchte Ihre Liste für den örtlichen Kreisjugendring tun?
Erhaltung der Zuschüsse des Landkreises Donau-Ries für die wichtige Arbeit des Kreisjugendrings.
3. Was möchte Ihre Liste für die offene Jugendarbeit in Ihrem Landkreis tun?
Die freiwilligen Leistungen des Landkreises für die offene Jugendarbeit müssen erhalten und nach finanzieller Möglichkeit ausgebaut werden.
4. Wie möchte Ihre Liste mit den Jugendbeauftragten in den Gemeinden zusammenarbeiten?
Die jungen Bürger Donau-Ries stehen den Jugendbeauftragten in den Gemeinden als Ansprechpartner zur Verfügung. Die Einrichtungen der Gemeinden (z. B. Jugendtreffs etc.) sollen weiterhin über den Kreisjugendring oder den Landkreis selbst unterstützt werden.
5. Was ist Ihnen sonst noch wichtig?
Die qualifizierte Jugendarbeit muss verstärkt als wichtiger Standortfaktor im ländlichen Raum für die Lebensqualität und auch die Wirtschaft verstanden werden. Stärkung der Berufsschulen durch Modellversuche zur Erlangung der Fachhochschulreife an den Berufsschulen.
»Liste Junges Oberallgäu«
(Ansprechpartner: Thomas Wurmbäck)
1. Welche Anliegen von Jugendlichen möchte Ihre Liste im neuen Kreistag vertreten?
Erhalt und Stärkung der Angebote für Kinder und Jugendliche (wie z. B. Schulsozialarbeit, Jugendhäuser und Streetworker, Lehrstellenmanagement, attraktives Schulangebot)
2. Was möchte Ihre Liste für den örtlichen Kreisjugendring tun?
Keine Angaben
3. Was möchte Ihre Liste für die offene Jugendarbeit im Landkreis tun?
Gewährung von Personalkostenzuschüssen für hauptamtliche Kräfte in den Jugendhäusern des Landkreises.
4. Wie möchte Ihre Liste mit den Jugendbeauftragten in den Gemeinden zusammenarbeiten?
Die Kreisräte der LJOA werden versuchen den Kontakt zu den örtlichen Jugendreferenten in den kreisangehörigen Gemeinden herzustellen. Der erste Nachrücker der LJOA Markus Sprinkart ist beispielsweise Jugendreferent der Stadt Immenstadt.
5. Was ist Ihnen sonst noch wichtig?
Das Interesse für die kommunale Selbstverwaltung bei Jugendlichen und jungen Menschen wecken. Sie zu motivieren ehrenamtlich für unsere Gesellschaft tätig zu werden. Es ist daher für uns ganz besonders wichtig, auch den Kontakt zu Vereinen mit aktiver Jugendarbeit herzustellen.
»Junges Ostallgäu«
(Ansprechpartner: Kreisrat Maximilian Hartleitner)
1. Welche Anliegen von Jugendlichen möchte Ihre Liste im neuen Kreistag vertreten?
Wir sehen uns bewusst als Vertretung der jungen Generation (über Parteigrenzen hinweg) und wollen ihr eine Stimme in der Kreispolitik geben. Uns ist wichtig, dass bei allen anstehenden Entscheidungen langfristig gedacht wird und die Interessen junger Menschen berücksichtigt werden, indem z. B. keine Schuldenpolitik zu Lasten künftiger Generationen betrieben wird und unsere einzigartige Natur im Ostallgäu durch aktiven Umweltschutz der Nachwelt erhalten bleibt. Wir wollen uns zudem besonders in Themenbereichen engagieren, welche die Lebenswirklichkeit junger Menschen betreffen (z. B. eine attraktive Schullandschaft sicherstellen, lokale Bündnisse zwischen Schulen, Betrieben und Kommunen fördern, den Wirtschaftsstandort stärken, attraktive Arbeitsplätze in der Region schaffen und erhalten – damit junge Menschen nicht zur Abwande- rung gezwungen sind – jungen Familien Perspektiven bieten, Jugendarbeit landkreisweit unterstützen, ehrenamtliches Engagement fördern).
2. Was möchte Ihre Liste für den örtlichen Kreisjugendring tun?
Wir sehen den Kreisjugendring als Partner und vertrauen auf seine jahr- zehntelangen Erfahrungen in der Jugendarbeit. Bereits vor der Wahl haben wir uns mit Vertretern des Kreisjugendrings zu einem Gedanken- austausch getroffen. Unser Bestreben ist es, diese Treffen regelmäßig stattfinden zu lassen. Wir wollen stets ein offenes Ohr für die Anliegen des
um eine intensive Zusammenarbeit bemühen. Vorhandene personelle Kontakte und Verflechtungen erleichtern dies in der Praxis. Kreisjugendrings haben und werden uns im Interesse der Jugendlichen
3. Was möchte Ihre Liste für die offene Jugendarbeit im Landkreis tun?
Offene Jugendarbeit ist absolut notwendig und leistet besonders dort wertvolle Integrations- und Präventionsarbeit, wo dies Familien nicht mehr gelingt oder die Erreichbarkeit durch Vereine nicht mehr gegeben ist. Kommunale Angebote im Bereich der offenen Jugendarbeit sollte es flächendeckend im ganzen Landkreis geben. Kleinere Gemeinden sind hier oft finanziell überfordert. In solchen Fällen ist eine Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg gefragt. Auch der Landkreis sollte sich hierfür einsetzen, Anregungen geben und die Gemeinden entsprechend unterstützen. Als Kreisräte wollen wir unsere Kontakte zu Bürgermeistern und anderen Kommunalpolitikern nutzen, um das Bewusstsein für die Notwendigkeit offener Jugendarbeit zu stärken.
4. Wie möchte Ihre Liste mit den Jugendbeauftragten in den Gemeinden zusammenarbeiten?
Die beiden neu gewählten Kreisräte des »Jungen Ostallgäus« üben selbst seit mehreren Jahren in ihren Gemeinden jeweils das Amt des/der gemeind- lichen Jugendbeauftragten aus. Der Kreisjugendring lädt die Jugendbeauftragten aus dem ganzen Landkreis zu regelmäßigen Treffen ein. Dadurch sind die entsprechenden Kontakte vorhanden. Wir möchten uns bei nächster Gelegenheit den anderen Jugendbeauftragten als Kontaktleute bzw. Vermittler anbieten, wenn irgendwann Unterstützung von Seiten des Landkreises für die Jugendarbeit in ihren Gemeinden erforderlich sein sollte.
5. Was ist Ihnen sonst noch wichtig?
Unwahrscheinlich viele Jugendliche engagieren sich ehrenamtlich in Vereinen, Verbänden und Organisationen. Dieses Engagement verdient Anerkennung – und zwar nicht nur in Sonntagsreden oder durch »Symbol- politik«, sondern durch ganz konkrete Vergünstigungen und Unterstützung. Dies wäre ein geeignetes Handlungsfeld auch für den Landkreis. Es ist wichtig, solche Anreize für gesellschaftliches Engagement zu schaffen. Wünschenswert wäre natürlich auch, wenn sich noch mehr junge Menschen politisch engagieren würden. Vielleicht können wir ein Stück weit Vorbild sein.
»Junge Wählerunion Unterallgäu«
(Ansprechpartner: JWU-Kreisvorsitzender Andreas Tschugg)
1. Welche Anliegen von Jugendlichen möchte Ihre Liste im neuen Kreistag vertreten?
Maßnahmen, die Jugendliche in Ausbildung bringen.Maßnahmen, die Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitgestaltung ermöglichen.
2. Was möchte Ihre Liste für den örtlichen Kreisjugendring tun?
Ein offenes Ohr für deren Anliegen und Ideen haben. Gemeinsam an Projekten arbeiten und diese politisch vorantreiben.
3. Was möchte Ihre Liste für die offene Jugendarbeit in Ihrem Landkreistun?
Neben einer finanziellen Unterstützung, in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring Konzepte erarbeiten, die langfristig und nachhaltig aus- gelegt sind.
4. Wie möchte Ihre Liste mit den Jugendbeauftragten in den Gemeinden zusammenarbeiten?
Die JWU besucht seit drei Jahren alle zwei Monate eine Gemeinde im Unterallgäu. Zu diesen Treffen werden zukünftig neben den Bürgermeistern und Jugendlichen der Gemeinde, auch die Jugendbeauftragten eingeladen.
5. Was ist Ihnen sonst noch wichtig?
Alles im Themenbereich der Schul- und Hochschulpolitik (z. B. Ganztagsbetreuung, Schulstandorte usw.).
