Manfred Klopf (SPD): »Der Bezirk wird der schwäbischen Jugend ein verlässlicher Partner sein.«

Geschrieben von Marie-Theres Tusch (Netzwerk Politische Bildung Schwaben)
Veröffentlicht am 16. Februar 2009 unter <http://www.politische-bildung-schwaben.net/2009/02/manfred-klopf-spd-der-bezirk-wird-der-schwabischen-jugend-ein-verlasslicher-partner-sein/>
Abgerufen am 30. Juli 2010 um 19:38 Uhr

02_manfred_klopf_spd.jpgManfred Klopf, Bezirksrat und Fraktionsvorsitzender der SPD sprach mit uns unter anderem über die Ziele seiner Fraktion im schwäbischen Bezirkstag, den Aufbau einer hauptamtlichen Medienfachberatung und welche Voraussetzungen junge Menschen brauchen, um sich in die Kommunalpolitik einzubringen.

Nachdem wir mehrere Artikel über den Bezirk und die Bezirkstagswahl in Schwaben veröffentlicht haben, sollen nun die einzelnen Fraktionsvorsitzenden selbst zu Wort kommen. Jede(r) Fraktionsvorsitzende erhielt die gleichen Fragen zur eigenen Arbeit und z. B. zur Jugendpolitik.

Im Februar stellen wir Ihnen die Antworten der Fraktionen SPD und FDP vor.

Aus wie vielen Mitgliedern besteht Ihre Fraktion?

Die SPD Fraktion im Bezirkstag von Schwaben hat 4 Mitglieder:

Petra Beer, Wolfgang Bähner, Gerhard Martin, Manfred Klopf.

Welche Ziele hat sich Ihre Fraktion für die Arbeit im 14. Schwäbischen Bezirkstag gesetzt und wie sollen diese erreicht werden?

Wir haben unsere Positionen in acht Punkten zusammengefasst:

  1. Schwaben wird benachteiligt bei den Leistungen des Freistaates für die Sozialhilfe. Dagegen haben wir erfolgreich geklagt. Wir fordern nun eine rasche Neuordnung der Finanzverteilung.

  2. Keine Privatisierung der Bezirkskrankenhäuser. Die Bezirkskrankenhäuser bleiben in öffentlicher Hand. Alle Standorte werden gesichert. Angebote und Leistungen werden verbessert.

  3. Hilfe aus einer Hand, ambulant vor stationär. Die ambulanten wohnortnahen Hilfen werden ausgebaut und besser mit den stationären Hilfen verknüpft. Besonders wichtig ist uns die frühzeitige Förderung der Kinder.

  4. Guter Lohn für gute Arbeit. Die Beschäftigten in den sozialen Einrichtungen des Bezirks leisten hervorragende Arbeit. Dafür verdienen sie guten Lohn und Bezahlung nach Tarif. Der Mindestlohn in der Pflege ist für uns zwingend.

  5. Schwäbische Textil- und Industriestraße. Schwabens ist geprägt durch die Entwicklung der Landwirtschaft, aber auch durch die Industrie- und Arbeitergeschichte. Wir freuen uns auf das neue Textil- und Industriemuseum in Augsburg.

  6. Schwabentag: Der jährliche Schwabentag – eine Initiative der SPD – schafft Identität und Heimatgefühl. Er findet heuer zum 2x statt, diesmal in Rain am Lech und bringt die Menschen und die Städte und die Gemeinden zusammen.

  7. Jugend, Bildung und Medien. Die Jugendbildungsstätte des Bezirksjugendrings ist gesichert. Der Bezirk wird der schwäbischen Jugend vom Ries bis zum Allgäu ein verlässlicher Partner sein und Jugendbildung und Medienpädagogik fördern.

  8. Europäische Partnerschaften: Der Bezirk Schwaben ist stolz auf seine Partnerschaften mit der Mayenne (Frankreich) und der Bukowina (Rumänien). Wir werden diese Verbindungen der Friedfertigkeit und der Völkerverständigung mit kulturellen und sozialen Projekten ausbauen und pflegen.

In welcher Form arbeiten Sie mit den anderen Fraktionen im Bezirkstag zusammen?

Wir haben mit der CSU-Fraktion eine Vereinbarung abgeschlossen, der sich auch die FDP angeschlossen hat. Wir arbeiten aber auch mit den anderen Fraktionen kollegial zusammen. Auf dieser Basis konnte z.B. auch der Haushalt 2009 gemeinsam, von allen Fraktionen getragen, verabschiedet werden.

Im Kinder und Jugendprogramm des Bezirks sind wichtige Felder der schwäbischen Jugendarbeit beschrieben. Welche Bedeutung hat für Sieder Bereich Jugendarbeit in der Bezirkspolitik?

An der Formulierung des Kinder- und Jugendprogramms habe ich selbst aktiv mitgewirkt. Jugendarbeit ist ein unverzichtbarer Kernbereich der politischen Arbeit im Bezirk Schwaben. Die Forderungen aus dem Jugendprogramm setzen wir aktiv um. Im Haushalt 2009 wurden auf Antrag der SPD-Fraktion Mittel für eine hauptamtliche Medienfachberatung eingestellt.

Der Bezirksjugendring Schwaben und die Stiftungsfachhochschule Benediktbeuern haben in den letzten Jahren mehrere Bausteine fürSchulen entwickelt, um dort mehr auf die Kommunalpolitik aufmerksam zu machen. Der Baustein »Bezirk Schwaben erleben« wird von den Schulen sehr gut angenommen. Wie schätzen Sie diese Arbeit der politischen Bildung mit Schulen ein. Wie sollte dieser Bereich weiter entwickelt werden?

Die SPD-Fraktion beteiligte sich von Anfang an bei der Umsetzung der Aktion. Bei jedem Aktionstag steht ein Fraktionsmitglied den Schülerinnen und Schülern als Ansprechpartner zur Verfügung. Der Baustein sollte von möglichst vielen Schulen aus allen Schularten genutzt werden. Unter dem Motto mehr Demokratie wagen könnten aus der Mitwirkung an dem Baustein Elemente erarbeitet werden, wie die Mitbestimmungsmöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler an ihrer Schule verbessert werden können.

Der Bezirk Schwaben hat einen Jugendausschuss eingerichtet, in dem alle Fragen der Jugendarbeit behandelt werden sollen. Welche Themenund Schwerpunkte sind für Sie vorrangig, die in nächster Zeit behandelt werden sollten?

Die Sicherung Arbeit der Jugendbildungsstätte des Bezirksjugendringes in Babenhausen und der Aufbau einer hauptamtlich besetzten wirkungsvollen Medienfachberatung.

Kommunalpolitik ist für viele junge Menschen weit weg. Wie und mit welchen Maßnahmen möchten Sie junge Menschen motivieren, dasssie sich stärker für diesen Politikbereich interessieren?

Am besten ist es selbst etwas zu tun. Eigene Erfahrungen machen mit demokratischen Mitwirkungs- und Gestaltungsmöglichkeiten an der Schule oder in der Jugendgruppe. Wer gelernt hat aktiv die Interessen seiner Mitschülerinnen und Mitschüler zu vertreten oder in einer Jugendgruppe Verantwortung übernimmt, hat auch gute Voraussetzungen sich in der Kommunalpolitik einzubringen. Viele Gemeinden bieten auch Jugendforen an, bei denen man sich gezielt einbringen kann.

In welcher Weise kann der Verband der Bezirke dazu beitragen, dass bei ihm das Thema Jugendarbeit mehr Profil bekommt?

Die Erfahrungen aus dem Netzwerk politische Bildung in Schwaben sollten auf alle Bezirke in Bayern übertragen werden. Gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung könnte so ein Netzwerk für ganz Bayern entstehen. Ein aktiver Jugendausschuss der sich, wie in Schwaben, aus Jugendvertretern und Vertretern des Bezirkstages zusammensetzt ist in jedem Bezirk erforderlich. Als Sprecher der SPD-Bezirksräte im Verband der bayerischen Bezirke werde ich anregen, dass sich eine der nächsten Sitzungen des Verbandes gezielt mit Thema Jugendarbeit beschäftigt.

Herr Klopf, wir danken Ihnen für die informativen Antworten!

Zur Person:

Manfred Klopf

  • geb. 1953, in Augsburg
  • Dipl. Sozialpädagoge (FH) bei der Stadt Augsburg,
  • Stellv. Leiter des Amtes für Kinder, Jugend und Familie
  • verheiratet, zwei Söhne
  • Mitglied im Vorstand des SPD Ortsvereines Pfersee
  • Mitglied im Vorstand des SPD Bezirkes Schwaben
  • Vertrauensmann bei der Gewerkschaft verdi
  • Vorstandsmitglied bei der Arbeiterwohlfahrt Augsburg
  • Mitglied des schwäbischen Bezirkstages seit 1994
  • Vorsitzender der SPD-Fraktion im Bezirkstag von Schwaben
  • Weiterer stellvertretender Bezirkstagspräsident< /li>
  • Mitglied im Bezirksausschuss (Finanzen, Haushalt, Personal)
  • Mitglied im Hauptausschuss des Verbandes der bayerischen Bezirke
  • Sprecher der bayerischen SPD-Bezirksräte
  • Weitere Informationen über:
  • www.bezirk-schwaben.de (http://www NULL.bezirk-schwaben NULL.de/)
  • www.spd-bezirkstag-schwaben.de (http://www NULL.spd-bezirkstag-schwaben NULL.de/)

Jetzt kommentieren!
















Trackbacks