Die Augenbraue – Theo Waigel im Blick großer Karikaturisten: Haitzinger – Hanitzsch – Lang
Veröffentlicht am 26. April 2009 unter <http://www.politische-bildung-schwaben.net/2009/04/die-augenbraue-theo-waigel-im-blick-grosser-karikaturisten-haitzinger-hanitzsch-lang/>
Abgerufen am 30. Juli 2010 um 19:22 Uhr
Karikaturenausstellung zum 70. Geburtstag von Theo Waigel im Kloster Roggenburg vom 25. April bis 29. November 2009
Kloster Roggenburg und die Hanns-Seidel-Stiftung haben unter dem Titel »die Augenbraue« aussagekräftige Karikaturen von Horst Haitzinger, Dieter Hanitzsch und Ernst Maria Lang zusammengetragen. Die Werke über das politische Wirken von Theo Waigel sind bis Ende November im Kloster Roggenburg zu sehen. Anlass der Ausstellung ist der 70. Geburtstag des früheren Bundesfinanzministers und CSU-Vorsitzenden.
Zur Eröffnung der Ausstellung am Samstag, 25. April 2009, 11.00 Uhr, sprechen Abt Hermann Josef Kugler, Landrat Erich Geßner, der Abgeordnete Alfred Sauer, der frühere Kultusminister Hans Zehetmair und Künstler Dieter Hanitzsch. Die Rede von Theo Waigel, unter dem Titel »Der Karikierte wehrt sich«, wird sicher der Höhepunkt der Ausstellungseröffnung.
Nicht nur die Augenbrauen haben Karikaturisten inspiriert, Theo Waigel mit spitzer Feder auf Papier zu bannen. Neben dem äußeren Erscheinungsbild boten vor allem seine politischen Maßnahmen und die tagesaktuellen Ereignisse Anlass zur Auseinandersetzung mit diesen weltgewandten Schwaben durch das Medium des Zeichenstiftes.
Die Hanns-Seidel-Stiftung würdigt mit dieser Ausstellung einen der federführenden Mitgestalter der deutschen Einheit. Theo Waigel hat als Nachfolger von Franz Josef Strauß mit der Übernahme des Parteivorsitzes über zehn Jahre die Geschicke der CSU geprägt. Er hat in schwieriger Zeit das Amt des Bundesfinanzministers übernommen und maßgeblich die Schaffung einer Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion gestaltet, um den Weg zur Einheit zu ebnen. 20 Jahre nach dem Mauerfall werden mit 150 ausgestellten Zeichnungen auf humorvolle und manchmal bissige Weise Ereignisse und Personen lebendig und gegenwärtig, die von drei der bedeutendsten deutschen Karikaturisten ins rechte Licht gerückt wurden.
Das Kloster Roggenburg und das Bildungszentrum danken Theo Waigel aus Anlass seines 70. Geburtstages mit dieser Ausstellung für seinen unermüdlichen Einsatz für seine schwäbische Heimat – nicht zuletzt für die Errichtung des Bildungszentrums und die großen Bemühungen um die Sanierung des Klosterareals.
Viele kennen Theo Waigel als erwiesenen Fachmann in Finanzfragen. Seine Freude an Kunst und Literatur, Musik und kulturellem Leben, philosophischem Denken und gläubiger Suche, sein Sinn für Witz und Humor sind Facetten seiner Persönlichkeit. Gerade seine tiefsinnige und humorige Wesensart erlauben diese »Hommage in Karikaturen«.
Horst Haitzinger, Dieter Hanitzsch und Ernst Maria Lang haben für diese Ausstellung selbst jeweils 50 Motive aus ihrem großen Werk ausgewählt. Sie werden in ihren historischen Kontext gestellt, um dem Betrachter den Hintergrund für die jeweilige Zeichnung zu bieten. Der Zeitraum von 1988 bis 1998 gehört zu den spannendsten in der jüngeren deutschen Geschichte: die »Deutsche Einheit« und der »Euro« haben schon heute ihren bleibenden Platz in der Geschichte. Um die Motive spannend darzubieten und die im Original meist kleinformatigen Zeichnungen auch für Gruppen erkennbar zu machen, werden die Karikaturen auf Wandfahnen gezeigt. In einem speziellen Raum, dem Karikaturenkabinett, werden Originalblätter aus der beachtlichen Sammlung des Geburtstagskindes präsentiert. Auch bisher nie gezeigte, sehr persönliche Werke sind hier erstmals zu sehen.
Eingangs zeigt ein Raum wichtige Stationen auf dem Lebensweg dieses herausragenden Schwaben von der Kindheit bis zur Weltbühne der Politik. Ein zweiter Raum verweist auf das große kulturpolitische Engagement Dr. Theo Waigels. Exemplarisch beleuchten zehn Projekte die unermüdliche Förderung seiner schwäbischen Heimat: Seine Unterstützung der Universität Augsburg und der Hochschule Neu-Ulm belegen seine bildungspolitischen Anliegen, in der Sanierung von Kloster Ursberg, der Pfarrkirche in Seeg oder der bedeutenden Orgel in der Wieskirche werden seine Verdienste um die Denkmalpflege sichtbar. Sein ausgeprägtes philosophisches Interesse drückt sich in seinem langjährigen Protektorat über die Joseph-Bernhart-Gesellschaft aus. Die schönen Künste kommen in den Blick bei »Klang & Raum«, dem Kulturprojekt in Kloster Irsee. Bereits seit Kindesbeinen ist Theo Waigel die Behindertenarbeit des Dominikus-Ringeisen-Werkes in Ursberg vertraut und stets ein Maßstab für das menschliche Miteinander geblieben. In der Kurt und Felicitas Viermetz-Stiftung betätigt sich Waigel als Kurator und vielfacher Fürsprecher in wichtigen Projekten. Seit Jahren hilft er mit beim Wiederaufbau des Prämonstratenser-Klosters Roggenburg, bei der Einrichtung des dortigen Bildungszentrums wie auch bei der nun bevorstehenden Sanierung des Konventgebäudes. Schwaben verdankt diesem heimatverbundenen Weltbürger viele Akzente, die weit über unsere Region hinaus strahlen.
»Diese Ausstellung vermittelt politisches Gestalten auf dem Hintergrund der Biografie. Mit Witz, ironischem Charme und manchmal kleinen Bosheiten werden Meilensteine deutscher Geschichte mit spitzer Feder beleuchtet. Wir wünschen uns Besucher, die lachen und diskutieren, die politisches Schwergewicht und Hintersinn erkennen« würdigen die Kuratoren Pater Roman Löschinger und Dr. Renate Höpfinger diese Schau. Es entsteht derzeit im Kloster Roggenburg »die größte Karikaturen-Ausstellung über einen einzelnen Politiker, die es in Deutschland bislang gegeben hat«, berichtete die Augsburger Allgemeine kürzlich. »Etwas Vergleichbares kenne ich nicht«, sagt Achim Frentz, Leiter des weltgrößten Karikaturen-Museums »Caricatura« in Frankfurt/Main. Sehen Sie selbst!
Die Ausstellung im Überblick:
Laufzeit der Ausstellung: 25.4. – 29.11.2009
Öffnungszeiten:
Do – Sa 14 – 17 Uhr
So + Fei 10.30 – 12 Uhr, 14 – 17 Uhr
Ausflugstag ins Kloster Roggenburg
Für Gruppen von Erwachsenen, Kindern, Jugendlichen sowie Schulklassen können zusätzlich Führungen durch die Klosterkirche, das Klostermuseum oder den Kräutergarten den Ausstellungsbesuch zu einem Ausflugstag ergänzen. Tel.: (07300 / 9611-12)
Abendführungen durch die Ausstellung mit Pater Roman Löschinger jeweils Mittwoch, dem 13.5., 3.6., 24.6., 8.7., 29.7., 9.9., 30.9., 21.10., 11.11., 25.11. 2009 um 20 Uhr in den Ausstellungsräumen.
Zur Ausstellung wird ein Katalog mit 100 Seiten angeboten.
Veranstalter:
Hanns-Seidel-Stiftung
Zentrum für Familie, Umwelt und Kultur, Kloster Roggenburg
www.dieaugenbraue.de (http://www NULL.dieaugenbraue NULL.de/)
Die Künstler – Kurzdaten
Dieter Hanitzsch
Geb. am14. Mai 1933 in Schönlinde / Nordböhmen; 1952 Abitur; Brauerei-Ingenieur, Diplomkaufmann, Karikaturist und Journalist.
Als Karikaturist freie Mitarbeit bei Freisinger Tagblatt, Süddeutscher Zeitung und Münchner Abendzeitung; Werbeleiter bei einer Münchner Brauerei (erfand den Slogan »Gut, besser, Paulaner«
); 1964-1985 Redakteur beim Bayerischen Rundfunk. Seit 1985 freier Zeichner u. a. für Quick, Süddeutsche Zeitung, Bonner Generalanzeiger und Berliner Morgenpost; wöchentliche Zeichnungsglosse »Der große Max« im Bayerischen Fernsehen.
Horst Haitzinger
Geb. am 19. Juni 1939 in Eferding / Oberösterreich; Hauptschule in Traun, Studium der Gebrauchs- und Werbegrafik in Linz, Malerei- und Grafikstudium an der Akademie der Bildenden Künste in München.
Seit 1958 Karikaturen im »Simplicissimus«, seit 1963 freier Karikaturist, seit 1968 Hauskarikaturist der Münchner tz, seit mehreren Jahrzehnten arbeitet er für die Augsburger Allgemeine, 1981-2008 für die »Bunte«. Er ist für zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland und in Österreich tätig.
Ernst Maria Lang
Geb. am 8. Dezember 1916 in Oberammergau; Kloster-Gymnasium Ettal, Militär- und Kriegsdienst, ab 1950 selbstständiger Architekt, 1961-1981 Leiter des Berufsbildungszentrums für Bau und Gestaltung in München; 1971–1991 Präsident der Bayerischen Architektenkammer, seit 1991 deren Ehrenpräsident.
Seit dem 12. Lebensjahr mit satirischem Zeichnen befasst, 1934 wegen »Verächtlichmachung des Nationalsozialismus« aus der Hitlerjugend ausgeschlossen; 1947-2003 Zeichner für die Süddeutsche Zeitung, 1954-1989 auch für das Bayerische Fernsehen; 1988 Übergabe von mehr als 4.000 Karikaturen an die Pinakothek der Moderne.

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