Jungsein in Bayern – Zukunftsperspektiven für die kommenden Generationen

Geschrieben von Linus Förster (Netzwerk Politische Bildung Schwaben)
Veröffentlicht am 27. April 2009 unter <http://www.politische-bildung-schwaben.net/2009/04/jungsein-in-bayern-zukunftsperspektiven-fur-die-kommenden-generationen/>
Abgerufen am 30. Juli 2010 um 19:30 Uhr

Linus FörsterIm Jahr 2005 richtete der Bayerische Landtag die Enquete-Kommission »Jungsein in Bayern« ein. Diese hatte zum Ziel, einerseits die Leistungen wie auch Probleme junger Menschen in Bayern für die Landespolitik zu erfassen. Andererseits soll auf Grundlage der Ergebnisse die Jugendpolitik in Bayern weiterentwickelt werden. Da alle drei der damaligen Landtagsfraktionen (CSU, SPD, Die Grünen) ihre Bereitschaft zur Mitarbeit zeigten, konnte ein interfraktioneller Antrag gestellt werden, dem im Mai 2005 vom Bayerischen Landtag stattgegeben wurde.

Auf der Basis von grundlegenden Fragen, welche der Bayerische Jugendring (BJR) den jugendpolitischen Sprechern zur Verfügung stellte, erarbeiteten diese den Fragenkatalog, der dem Landtagsplenum vorgestellt und dort verabschiedet wurde.

Der Auftrag der Kommission bezog sich auf verschiedene Schwerpunkte wie Werte, Selbstwahrnehmung und Sozialisation Jugendlicher. Aber auch Gesundheit, Kultur und Medien, Gewalt, Behinderung, Ökologie und geschlechterspezifische Fragen waren Gegenstand der Arbeit. Grundsätzlich wurden in allen Bereichen die regionale Herkunft (Stadt/Land) und eventuelle Migrationshintergründe fokussiert.

Die Kommission wollte hinterfragen, wie sich »Jungsein in Bayern« gestaltet: Wie ist der Ist-Zustand? Welche subjektive Wahrnehmung haben die Jugendlichen? Wie sehen Fachleute die Situation junger Menschen in Bayern?

So arbeitete die Entquete-Kommission fast drei Jahre an diesem Auftrag. Beteiligt waren jeweils vier Vertreter der CSU-Fraktion, je ein Vertreter der SPD-Fraktion bzw. der Fraktion Die Grünen sowie fünf Sachverständige.

Schließlich legten die Beteiligten im Juli 2008 ihren Bericht dem bayerischen Landtag vor. Die »gewonnenen« Ergebnisse gewichtete freilich jede Fraktion aus ihrer Perspektive. Ein ganz klares Fazit ist bspw., dass junge Menschen in Bayern auf Grund ihrer wirtschaftlichen Situation und finanziellen Möglichkeiten Benachteiligungen erfahren. So kristallisiert sich z.B. die Gruppe männlicher Jugendlicher mit Migrationshintergrund als konkret benachteiligt heraus. Hieraus kann bzw. muss ein zentrales Zukunftsthema der bayerischen (Jugend-)Politik werden.

Die Frage, wie sich die Jugendlichen in Bayern selbst einschätzen, brachte ein überraschende Ergebnis hervor: Sie erleben sich als selbstreflektiert und engagiert – ein Empfinden, das sich mit empirischen Studien nicht deckt.

Des Weiteren wurde transparent, wie wichtig das Umfeld Heranwachsender, insbesondere die Gruppe Gleichaltriger (peer group), in der Jugendarbeit ist.

Damit ist »Jung sein in Bayern« eine Querschnittsaufgabe für fast alle politischen Bereiche. Neben der konkreten Jugendarbeit werden auch Bereich wie Schule, Gesundheit & Ernährung oder auch verkehrspolitische Themen von den Bedürfnissen und Potenzialen junger Menschen tangiert.

Die weiteren Schritte für die (Landes-)Politik müssen nun geplant werden. Erst wenn klar ist, wie mit dem Enquete-Bericht umgegangen werden soll, können konkrete Forderungen entwickelt, Aktionspläne aufgestellt und vor allem die Finanzierbarkeit dieser Vorhaben geprüft werden.

Für die nahe Zukunft gilt es, in einem fünf Parteien Parlament einen realistischen Maßnahmenkatalog zu erarbeiten, der bald umgesetzt werden kann – damit jung sein in Bayern gelingt!

Die Ergebnisse der Enquete-Kommission und weitere Informationen finden sie hier:

http://www.bayern.landtag.de/cps/rde/xchg/SID-0A033D45-247696A6/www/x/-/www/483_2473.htm (http://www NULL.bayern NULL.landtag NULL.de/cps/rde/xchg/SID-0A033D45-247696A6/www/x/-/www/483_2473 NULL.htm)

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