»Uns ist die Meinung junger Leute wichtig« – Ein Interview mit Josef Rid (Freie Wähler)
Veröffentlicht am 27. April 2009 unter <http://www.politische-bildung-schwaben.net/2009/04/uns-ist-die-meinung-junger-leute-wichtig-ein-interview-mit-josef-rid-freie-wahler/>
Abgerufen am 30. Juli 2010 um 19:37 Uhr
Josef Rid, Bezirksrat und Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, sprach mit uns unter anderem über Ziele und Umsetzungsmöglichkeiten im Bezirkstag, über die Zusammenarbeit mit anderen Fraktionen im Bezirkstag sowie die Bedeutung von Jugendarbeit in der Bezirkspolitik und wie man im Bereich Jugendbildung den Jugendlichen einen guten Einstieg ins Berufsleben bieten kann.
1. Aus wie vielen Mitgliedern besteht Ihre Fraktion?
Unsere Fraktion besteht aus vier Mitgliedern: Johann Fleschhut, Hans-Joachim Weirather, Agnes Schragl und Josef Rid.
2. Welche Ziele hat sich Ihre Fraktion für die Arbeit im 14. Schwäbischen Bezirkstag gesetzt und wie sollen diese erreicht werden?
Unser Ziel ist ein konsolidierter Haushalt. Gemäß Art. 15 FAG zielen wir auf weitere Verhandlungen mit dem Freistaat ab, um systembedingte, finanzielle Nachteile vom Bezirk Schwaben abzuwenden und um Spielräume abzusichern. Somit wollen wir langfristig gesehen im sozialen sowie im kulturellen Bereich handlungsfähig bleiben.
3. In welcher Form arbeiten Sie mit den anderen Fraktionen im Bezirkstag zusammen?
Wir arbeiten sachlich, aber mit nahem Bezug zum Menschen. Ein gegenseitiger Informationsaustausch ist uns wichtig. Wenn möglich geben wir die eigenen Erfahrungen weiter, um effizient zu arbeiten und gemeinsamen Erfolg zu haben. Das Fraktionsdenken soll soweit wie möglich zurückgedrängt werden. Grundlage ist die gemeinsame Sorge um das Wohl der Menschen in Schwaben. Zusammenarbeit soll nicht institutionalisiert sein, sondern individuell offen und freundschaftlich.
4. Im Kinder- und Jugendprogramm des Bezirks sind wichtige Felder der schwäbischen Jugendarbeit beschrieben. Welche Bedeutung hat für Sie der Bereich Jugendarbeit in der Bezirkspolitik?
An erster Stelle steht für uns der Schwerpunkt Jugendbildung und der Einstieg ins Arbeitsleben.
Neue Modelle zielen auf die Zusammenarbeit mit Arbeitsagenturen, Werkstätten, IFD ab. Damit soll für Jugendliche und junge Erwachsene soweit wie möglich ein selbstbestimmtes Leben und Arbeiten erreicht werden. Hierfür sind überschaubare Strukturen und Ansprechpartner wichtig, um Barrieren abbauen zu können. Unsere Methode ist es, eine Plattform anzubieten, Kommunikationsfähigkeit zu entwickeln sowie das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Wie wollen damit die Sozialkompetenz junger Menschen stärken und der Vereinsamung der »Internetgeneration« vorbeugen. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt, den ich für die Jugendarbeit in der Bezirkspolitik als sehr wichtig erachte, sehe ich in der Umweltbildung.
5. Der Bezirksjugendring Schwaben und die Stiftungsfachhochschule Benediktbeuern haben in den letzten Jahren mehrere Bausteine für Schulen entwickelt, um dort mehr auf die Kommunalpolitik aufmerksam zu machen. Der Baustein »Bezirk Schwaben erleben« wird von den Schulen sehr gut angenommen. Wie schätzen Sie diese Arbeit der politischen Bildung mit Schulen ein. Wie sollte dieser Bereich weiter entwickelt werden?
Diesen Baustein »Bezirk Schwaben erleben« würde ich gerne kennen lernen. Politische Bildung in Schulen ist gut und wichtig – muss aber parteineutral erfolgen! Am besten sind Aktivitäten, die von den Schülerinnen und Schülern ausgehen, wie z. B. in Mindelheim das »Jugendparlament«.
Meiner Meinung nach ist politische Bildung ein absolut wichtiges Werkzeug. Denn politische Unkenntnisse sind nicht nur bei Jugendlichen erschreckend sondern mangelnde Kenntnisse leisten auch einen Beitrag für Staatverdrossenheit.
6. Der Bezirk Schwaben hat einen Jugendausschuss eingerichtet, in dem alle Fragen der Jugendarbeit behandelt werden sollen. Welche Themen und Schwerpunkte sind für Sie vorrangig, die in nächster Zeit behandelt werden sollten?
Jugend, Jugend, Jugend – körperliche, geistige und seelische Entwicklung! Das heißt, man sollte zum Beispiel energetische/bauliche Maßnahmen nicht vor die eigentliche Jugendarbeit stellen und immer den wirklichen – energetischen und wirtschaftlichen – Gewinn von Handlungen kritisch im Auge behalten.
7. Kommunalpolitik ist für viele Menschen weit weg. Wie und mit welchen Maßnahmen möchten Sie junge Menschen motivieren, dass sie sich stärker für diesen Politikbereich interessieren?
Uns ist die Meinung junger Leute wichtig. In Befragungen nehmen wir Sie ernst. Wir laden politischinteressierte junge Menschen ein und unterstützen Sie in ihrer Öffentlichkeitsarbeit. Wenn wir mit Jugendlichen ins Gespräch kommen, motivieren Sie zu mehr Lust und Engagement. Denn durch Kommunalpolitik kannst du die Zukunft mitgestalten und ist damit eine spannende Sache. Als Kommunalpolitiker hat man dazu viele Möglichkeiten.
8. In welcher Weise kann der Verband der Bezirke dazu beitragen, dass bei ihm das Thema Jugendarbeit mehr Profil bekommt?
Der Verband der bayerischen Bezirke soll der Jugend helfen ihre Ausbildungsplätze zu sichern. In eigenen Jugendbildungsstätten, oder durch Zuschüsse sollen diese Einrichtungen gesichert werden. Der Verband soll sich für den Schwerpunkt Jugendarbeit engagieren, vor allem im Bereich Jugendkulturarbeit.

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