Manfred Gahler – Fragen an den neuen Vorsitzenden des Bezirksjugendrings Schwaben
Veröffentlicht am 30. Juli 2009 unter <http://www.politische-bildung-schwaben.net/2009/07/manfred-gahler-fragen-an-den-neuen-vorsitzenden-des-bezirksjugendrings-schwaben/>
Abgerufen am 30. Juli 2010 um 19:22 Uhr
Manfred Gahler ist seit dem 29.04.2009 der neue Vorsitzende des Bezirksjugendrings Schwaben. Da der BezJR nicht nur aktiver Unterstützer sondern auch Initiator des Projektes »Politische Bildung in Schwaben« ist, möchten wir Ihnen den neuen Vorsitzenden in einem Interview vorstellen.
Herr Gahler ist wohnhaft in Königsbrunn, ist unverheiratet und hat keine Kinder. Von Beruf ist er Entwicklungsingenieur für Schwerlastdübel und engagiert sich seit 20 Jahren in der Jugendarbeit der Evangelischen Jugend Bayern. Seit zwei Jahren ist er Mitglied im BezJR-Vorstand.
Sie sind seit Ende April dieses Jahres Vorsitzender des Bezirksjugendrings Schwaben. In einem Zeitungsinterview haben Sie gesagt, dass mit dem Projekt politische Bildung etwas zukunftsweisendes geschafft wurde. Können Sie näher darlegen, was Sie damit meinen?
Das Projekt ist in dieser Form einmalig, da es sehr gute Rahmenbedingungen geschaffen hat, die zweite kommunale Ebene (den Bezirk) im Rahmen von politischer Bildung optimal kennenzulernen. Die Bezirke stellen für große Teile der bayrischen Bevölkerung – und damit auch der Jugendlichen – das »unbekannte Wesen« im politischen System dar. Ein Konzept zu schaffen, diese allen Interessierten näher zu bringen ist zukunftsweisend.
Welche persönliche Bedeutung hat für Sie die politische Bildung? Welche persönlichen Erfahrungen haben Sie damit gemacht? Was war besonders wichtig?
Die Einstellung zu politischer Bildung wird bei den meisten Menschen durch den Sozialkunde- und Geschichtsunterricht in der Schule geprägt. Oft abhängig vom Interesse der Schüler an diesen Nebenfächern (»Unternehmen Schlafsack«) und auch von der Begeisterung / pädagogischen Gesamtdarstellung (interessanter Unterricht statt auswendig lernen) der Themen durch die jeweils unterrichtenden Lehrer, wird größeres Interesse geweckt oder das ganze als »uninteressant« abgetan und schnell vergessen.
Ich hatte das Glück, da nur auf Interesse weckende Lehrer getroffen zu sein, so war mein Interesse an geschichtlichen und politischen Abläufen innerhalb unseres Gemeinwesens/Politik immer schon groß.
Ich betrachte politische Bildung als wichtig, weil sie erklärt warum und wie eine Beteiligung an der politischen Meinungsbildung für den einzelnen mit der Möglichkeit der direkten Partizipation an Entscheidungen innerhalb unserer Demokratie möglich ist. Nur wer die Abläufe kennt, versteht dass eine Wahl eben nicht eine Stimmabgabe »für x Jahre« ist und man dazwischen »einflusslos« sei.
Der Erfolg politischer Bildung ist abhängig von der interessanten Vermittlung der Inhalte. Das ist wie bei vielen Informationen – trocken verpackt interessieren sie meist nur sehr wenige, die Methoden der Präsentation machen das Wesentliche für die erfolgreiche Vermittlung aus.
Die Katholische Stiftungsfachhochschule München, Abt. Benediktbeuern ist bei diesem Projekt von Anfang an ein enger Kooperationspartner des Bezirksjugendrings. Wie schätzen Sie diese Partnerschaft ein?
Eine sehr gute, erfolgreiche und sehr ertragreiche Partnerschaft. Geprägt von der engagierten Arbeit des langjährigen wissenschaftlichen Begleiter Prof. Dr. Gerhard Kral und dem Engagement der im Projekt mitarbeitenden Studenten werden die angebotenen Methoden und Infos zur politischen Bildung immer mehr, das per Website zugängliche »Archiv« für politische Bildung vermittelnde Personen immer größer.
Der Verband der Bayerischen Bezirke wird im Herbst das Thema des Bezirksjugendrings in einer AG aufgreifen und sich besonders über den Baustein »Bezirk Schwaben erleben« informieren. Wie schätzen Sie den Versuch ein, das Thema politische Bildung in die anderen Bezirke zu bringen?
Ich lasse mich da überraschen. Der Erfolg des Projektes in Schwaben hat so stark ausgestrahlt, dass inzwischen die Landeszentrale für politische Bildung auf den Zug aufgesprungen ist und dessen Grundlagen zur bayernweiten Erweiterung nutzt. Inwieweit das in anderen Bezirken adaptiert wird, ist stark personenabhängig (Bezirksräte und Bezirkstagspräsidenten). Ich wünsche mir eine erfolgreiche Aufnahme in den anderen Bezirken.
Herr Manfred Gahler, vielen Dank für das interessante Interview!

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