Fragen an den Bundestagsabgeordneten Eduard Oswald (CSU)

Geschrieben von Redaktion (Netzwerk Politische Bildung Schwaben)
Veröffentlicht am 30. August 2009 unter <http://www.politische-bildung-schwaben.net/2009/08/fragen-an-den-bundestagsabgeordneten-eduard-oswald-csu/>
Abgerufen am 30. Juli 2010 um 19:28 Uhr

Stellen Sie sich bitte persönlich vor und informieren Sie uns über Ihre Erfahrungen in der Jugendarbeit.

Eduard Oswald, 1947 in Augsburg geboren, verheiratet, Dipl.-Betriebswirt (FH)), Hauptschullehrer a.D.

  • 1978-1986 Mitglied im Bayerischen Landtag
  • seit 1987 Mitglied im Deutschen Bundestag
  • Unter Bundeskanzler Helmut Kohl Bundesbauminister
  • Jetzt Vorsitzender des Finanzausschusses im Bundestag

In unserer Gesellschaft wird in den verschiedenen Bereichen gute Jugendarbeit geleistet. Die Arbeit in den Jugendverbänden und im Jugendring unseres Bezirkes kann sich wahrlich sehen lassen und ist erfolgreich.

Staat und Gesellschaft dürfen bei der Förderung der Jugendarbeit nicht nachlassen. Jugendliche sollen sich noch mehr als bisher in der aktiven Jugendarbeit engagieren.

Woher bekommen Sie Ihre Informationen über die junge Generation? Welche Kontakte pflegen Sie zu den Jugendorganisationen (Jugendverbände, Jugendringe etc.) in Ihrem Wahlkreis?

Durch unendlich viele Gespräche mit Jugendlichen, Diskussionen mit Schülerinnen und Schülern, mit Studenten, mit jungen Auszubildenden und Berufstätigen. Auch mit vielen, die zu Gesprächen zu mir nach Berlin kommen. Jeder, der das Gespräch mit mir sucht, für den nehme ich mir Zeit für einen ausführlichen Dialog über persönliche Fragen ebenso wie über alle Themen von Staat und Gesellschaft. Bei allen Gesprächen sehe ich, wie notwendig aktive Jugendarbeit ist. Deshalb trete ich auch zukünftig für eine aktive Förderung der Jugendarbeit ein.

Was antworten Sie jungen Menschen, die sagen »Politiker/innen sind für mich nicht mehr glaubwürdig«?

Die Politik in einer Demokratie ist immer nur so gut, wie die Menschen sich an ihr beteiligen. Es gibt nicht »die Politik« und »die Politiker«, wie es nicht »die Jugendlichen«, »die Beamten« oder »die Unternehmen« gibt Man muss sich schon die Zeit nehmen, sich jeden einzelnen anzuschauen. Politik ist so kompliziert, wie das Leben insgesamt. Es gibt auf Fragen nicht nur ein ja oder nein und auch nicht immer einfache Antworten. Mit politischen Themen muss man sich befassen. Klischees und Vorurteile helfen nicht weiter. Man verwendet sie oft, weil man sich nicht die Zeit nimmt, näher auf die Vorgänge einzugehen. Dass es Punkte gibt, die zu kritisieren sind, na klar. Aber ist man denn auch bereit, sich selbst zu engagieren?

Wie möchten Sie junge Menschen zur aktiven politischen Teilhabe motivieren?

Alle Entscheidungen der politisch Handelnden wirken in die Zukunft. Deshalb sollten junge Menschen auch über den richtigen Weg in die Zukunft selbst entscheiden. Wir haben viele Zuschauer und viele Schiedsrichter. Unser Land braucht aber Mitspieler, die gestalten und nicht nur die, die am Wegrand stehen und kritisieren.

Nur wer mitmacht hat Einfluss und die Möglichkeit, seine Ideen umzusetzen. Also zum Wählen gehen und sich die Mitwirkungsrechte über die eigene Zukunft sichern.

Was antworten Sie jungen Menschen die sagen »ich gehe nicht wählen«?

Wer nicht wählt, beteiligt sich nicht an der Gestaltung seiner eigenen Zukunft. Er überlässt die Entscheidung anderen. Ob die, die hingehen, auch das wollen, was man selber will?
Wer nicht wählt, erhöht die Einzugschancen radikaler Parteien in die Parlamente, denn bei einer geringen Wahlbeteiligung ist die Prozenthürde schneller überwunden. Viele Nichtwähler verfälschen zudem das Wahlergebnis, denn nur eine hohe Wahlbeteiligung lässt die Meinung der Mehrheit der Bürger klar erkennen. Man sollte selbst entscheiden und es nicht anderen überlassen.

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