Fragen an die Bundestagsabgeordnete Miriam Gruß (FDP)

Geschrieben von Redaktion (Netzwerk Politische Bildung Schwaben)
Veröffentlicht am 30. August 2009 unter <http://www.politische-bildung-schwaben.net/2009/08/fragen-an-die-bundestagsabgeordnete-miriam-gruss-fdp/>
Abgerufen am 30. Juli 2010 um 19:41 Uhr

Stellen Sie sich bitte persönlich vor und informieren Sie uns über Ihre Erfahrungen in der Jugendarbeit.

Mein Name ist Miriam Gruß, ich bin 33 Jahre alt und wurde 2005 für meinen Wahlkreis Augsburg-Stadt und Königsbrunn in den Deutschen Bundestag gewählt. Ich bin Mitglied des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie Mitglied der Kinderkommission und kinder- und jugendpolitischen Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion. Derzeit bekleide ich außerdem folgende Ämter: Generalsekretärin FDP Bayern, Bezirksvorsitzende FDP Schwaben und Kreisvorsitzende FDP Augsburg-Stadt. Seit Mai 2009 bin ich Mitglied des FDP-Bundesvorstandes.

In der Jugendarbeit direkt war ich bisher nicht tätig, stehe jedoch in engem Kontakt zu Vertretern der Jugendarbeit.

Woher bekommen Sie Ihre Informationen über die junge Generation?

Welche Kontakte pflegen Sie zu den Jugendorganisationen (Jugendverbände, Jugendringe etc.) in Ihrem Wahlkreis?

Zunächst einmal suche ich natürlich so oft wie möglich das direkte Gespräch mit Jugendlichen, um direkt von ihnen zu erfahren, wo der Schuh drückt. Außerdem habe ich die Online-Plattform jugendfraktion.de ins Leben gerufen, auf Jugendliche ihre Wünsche und Anregungen direkt mitteilen und sich austauschen können. Für die Jugendverbände in meinem Wahlkreis stehe ich jederzeit als Ansprechpartner bereit und habe ein offenes Ohr für Ihre Anmerkungen. Diese guten Kontakte sind für mich enorm wichtig, um schnell und unbürokratisch über Missstände informiert zu sein.

Was antworten Sie jungen Menschen die sagen »Politiker/innen sind für mich nicht mehr glaubwürdig«?

Ich würde versuchen, die Ursachen für dieses Argument herauszufinden und darauf hinzuweisen, dass man Politiker nicht alle über einen Kamm scheren darf. Grundsätzlich ist Politikverdrossenheit ein Problem, das von der Politik noch viel stärker wahrgenommen und bekämpft werden muss. Wir müssen Jugendliche viel mehr in politische und gesellschaftliche Entscheidungsprozesse mit einbeziehen. Politik sollte Jugendliche viel mehr ansprechen und zum Engagement animieren.

Wie möchten Sie junge Menschen zur aktiven politischen Teilhabe motivieren?

Durch echte Beteiligungsrechte – zum Beispiel durch Probe-Wahlen, Jugendgemeinderäte und -Parlamente. Jugendlichen sollten als gleichberechtigte Partner der Politiker wahrgenommen werden und ihre Bedürfnisse in allen Bereichen stärker berücksichtigt werden. Ich möchte mit Euch reden – nicht nur über Euch.

Was antworten Sie jungen Menschen die sagen »ich gehe nicht wählen«?

Politik betrifft jeden. Es geht um Eure Zukunftschancen! Gerade jetzt in der Krise hängt viel davon ab, welche Politik in Deutschland gemacht wird. Und davon könnte wiederum abhängen, ob junge Menschen einen Ausbildungsplatz finden oder nicht. Wer wählen geht, nimmt Einfluss auf die Politik. Ob zum Beispiel bestimmte Killerspiele verboten oder Internetseiten zensiert werden, entscheidet auch der Bundestag. Deshalb sollten es junge Menschen nicht dem Zufall überlassen, wer ihre Interessen in Berlin vertritt.

Jetzt kommentieren!
















Trackbacks