Fragen an den Bundestagsabgeordneten Heinz Paula (SPD)
Veröffentlicht am 19. September 2009 unter <http://www.politische-bildung-schwaben.net/2009/09/fragen-an-den-bundestagsabgeordneten-heinz-paula-spd/>
Abgerufen am 30. Juli 2010 um 19:33 Uhr
Stellen Sie sich bitte persönlich vor und informieren Sie uns über Ihre Erfahrungen in der Jugendarbeit.
Mein Name ist Heinz Paula, ich bin 58 Jahre alt. Vor meiner Wahl in den Bundestag habe ich lange Jahre als Hauptschullehrer gearbeitet. Von daher sind mir viele Probleme, die Jugendliche heute haben, vertraut. Von der Ausbildungsplatzsuche bis hin zu den unterschiedlichen Bildungschancen in unserem Land, je nach dem Elternhaus. Das ist Ergebnis der falschen Bildungspolitik, die seit Jahrzehnten betrieben wird. Für mich war das in Studium und Beruf auch Motivation, mich politisch in der SPD zu engagieren.
Woher bekommen Sie Ihre Informationen über die junge Generation?
Welche Kontakte pflegen Sie zu den Jugendorganisationen (Jugendverbände, Jugendringe etc.) in Ihrem Wahlkreis?
Persönlich und politisch habe ich viel mit Jugendarbeit zu tun. Wir haben als SPD selbst einen sehr aktiven Jugendverband, die Jusos. Mit ihnen zusammen habe ich zum Beispiel die Augsburger Skate Nights ins Leben gerufen. Außerdem gehe ich oft in Schulen und Ausbildungsbetriebe. Ich bin ehrenamtlich engagiert bei der Prävention von Rechtsextremismus Dort ist die Jugendarbeit ein ganz wesentlicher Faktor: Vom Fanprojekt des FCA bis hin zu Jugendverbänden der Migranten. Der Augsburger Stadtjugendring ist im Bündnis für Menschenwürde, das ich gegründet habe, ein wichtiger Ansprechpartner. Außerdem bin ich Pate der Augsburger Bebo-Wager-Berufsschule im Rahmen des Projektes »Schule ohne Rassismus«.
Was antworten Sie jungen Menschen die sagen »Politiker/innen sind für mich nicht mehr glaubwürdig«?
Es gibt wie in jedem Beruf gute und weniger gute Leute bei den Politikern. Man muss ihnen auf die Finger sehen, sie mit kritischen Fragen konfrontieren. Dann stellt man schnell fest, wer zu welcher Sorte gehört. Ein Kriterium ist, wenn einer offenbar unhaltbare Versprechungen macht. Oder den Leuten nach dem Mund redet, je nachdem, wen er gerade vor sich hat.
Wie möchten Sie junge Menschen zur aktiven politischen Teilhabe motivieren?
Indem man sie direkt anspricht. Politik darf nichts sein, was weit abgehoben ist und im Fernsehen stattfindet. Aber viele junge Leute sind ja auch politisch: Engagement im Verein, in einem sozialen Projekt ist Politik und trägt dazu bei, dass unsere Gesellschaft besser funktioniert. Dies verdient Anerkennung. Unsere Parteien allerdings brauchen schon eine Auffrischung, damit sie für Jugendliche attraktiver werden. Hier geschieht aber bereits viel, wie ich bei unserer SPD-Jugendorganisation sehe. Ich unterstütze sie, wo ich kann.
Was antworten Sie jungen Menschen die sagen »ich gehe nicht wählen«?
Wer nicht wählt, der überlässt anderen die Entscheidung über seine Zukunft. Gerade junge Leute sollten wählen, weil sie noch viele Jahrzehnte von den Entscheidungen betroffen sind, die heute gefällt werden. Zum Erwachsensein gehört Wählen ebenso dazu wie der Führerschein.

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