»Politische Bildung mit jugendlichen Zuwanderern« – Ein voller Erfolg
Veröffentlicht am 19. September 2009 unter <http://www.politische-bildung-schwaben.net/2009/09/politische-bildung-mit-jugendlichen-zuwanderern-ein-voller-erfolg/>
Abgerufen am 5. Februar 2012 um 13:16 Uhr
Ergebnisse einer Evaluation
»Politische Bildung mit jugendlichen Zuwanderern«. Ein Baustein mit einer eher außergewöhnlichen Zielgruppe, eher ungewöhnlichen Rahmenbedingungen und trotz allem mit doch sehr ambitionierten Zielsetzungen. Doch inwieweit kann bzw. konnte mit diesem Projekt wirklich ein Erfolg erzielt werden? Und können bzw. konnten die gesetzten Ziele auch wirklich erreicht werden?
Um diese Fragen zu beantworten, wurden im Rahmen einer Diplomarbeit Interviews mit den teilnehmenden Jugendlichen geführt. Hauptsächlich anhand von Vorher-Nachher-Vergleichen konnten hierdurch wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse gewonnen werden. Folgend eine kurze Zusammenfassung dieser:
Zunächst ließ sich feststellen, dass sich die Jugendlichen nicht nur neues Wissen über ihre Stadt angeeignet haben, sondern auch über die kommunalen Gegebenheiten vor Ort.
Ferner haben sie sich als aktiv handelnde Individuen erlebt, welche durch ein gewisses Maß an Engagement etwas bewirken konnten. Diese positive Erfahrung wiederum ermöglicht den Rückschluss, dass es bei den jugendlichen Zuwanderern im Rahmen des Projektes zu einer Stärkung der Eigeninitiative bzw. -aktivität gekommen ist.
Weiterhin konnte vor allem in der Peergroup eine Mulitplikatorenwirkung festgestellt werden, durch welche es auch bei Nichtteilnehmern zu Haltungsänderungen gegenüber dem Projekt selbst sowie politisch handelnden Personen und Institutionen gekommen ist.
Aufgrund der für diese Zielgruppe nicht üblichen positiven Presseberichtserstattung konnte für die jugendlichen Zuwanderer ein klarer Imagegewinn im öffentlichen Meinungsbildungsprozess erreicht werden. So berichteten einige der Teilnehmer von positiven Rückmeldungen seitens der Bevölkerung.
Der wohl größte Erfolg des Projektes liegt aber darin, dass es zu einem offensichtlichen Abbau von Hemmschwellen und Berührungsängsten der Jugendlichen gegenüber politischen Institutionen und politisch handelnden Personen gekommen ist. Dies wiederum dürfte sich förderlich auf den Integrationsprozess auswirken, da sich die Teilnehmer aufgrund dessen besser mit dem politischen System identifizieren und arrangieren können und diesem nicht mehr so passiv, misstrauend und ablehnend gegenüber stehen, wie dies in der Vergangenheit der Fall gewesen ist. Den wohl eindrücklichsten Hinweis darauf, dass es im Rahmen des Projektes zu einem Abbau von Hemmschwellen und Berührungsängsten gekommen ist, liefert einer der Teilnehmer, der die Agentur für Arbeit besuchte. So vermied es dieser im Vorfeld, diese trotz seiner Arbeitslosigkeit aufzusuchen. Im Rahmen der Exkursion machte er dann jedoch einen Gesprächstermin aus und ist nach weiteren Besuchen der Agentur für Arbeit nun auch wieder berufstätig.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass das Projekt in der Form wie es durchgeführt wurde, ein voller Erfolg war und die gesetzten Ziele größtenteils erreicht werden konnten. Es bleibt zu wünschen übrig, dass der Baustein »Politische Bildung mit jugendlichen Zuwanderern« in der Praxis vielfache Verwendung findet und somit möglichst viele Jugendliche erreicht.
Sollten Sie Interesse an den Ergebnissen im Einzelnen bzw. der Diplomarbeit im Allgemeinen haben, dann wenden Sie sich bitte mit einer schriftlichen Anfrage an das Redaktionsteam (redaktion null@null politische-bildung-schwaben NULL.net). Gerne stehen wir Ihnen zur Verfügung!
