Kamingespräche des Bezirkjugendrings – die erfolgreiche Serie wird fortgeführt, diesmal mit der Partei »Die Linke«

Geschrieben von Renate Beljan und Gerhard Kral (Netzwerk Politische Bildung Schwaben)
Veröffentlicht am 31. Dezember 2009 unter <http://www.politische-bildung-schwaben.net/2009/12/kamingesprache-des-bezirkjugendrings-die-erfolgreiche-serie-wird-fortgefuhrt-diesmal-mit-der-partei-die-linke/>
Abgerufen am 4. September 2010 um 03:26 Uhr

Die Kamingespräche des Bezirksjugendrings Schwaben mit Politischen Parteien haben mittlerweile ihren festen Platz im Jahresprogramm. Nach den Treffen im Frühjahr und Frühsommer war nun bei dem letzten politischen Kamingespräch am 10. Dezember »Die Linke« zu Gast in der Geschäftsstelle des Bezirksjugendrings in Augsburg. Der Vorsitzende Manfred Gahler konnte die Bezirksrätin Ingeborg Vollmar und den Mandatsträger Alexander Süßmaier zum politischen Gespräch begrüßen. Von Seiten des Bezirksjugendrings waren an diesem Austausch beteiligt Gerwin Reichart ( BdKJ-Vorsitzender), Willi Santer (Vertreter der Jugendfeuerwehr Schwaben), Konrad Lorenz (ebenfalls Jugendfeuerwehr Schwaben), sowie Michaela Regele (Sportjugend im BLSV) und schließlich Winfried Dumberger-Babiel, der Geschäftsführer des Bezirksjugendrings.

Zu Anfang der politischen Diskussionsrunde stellten die anwesenden Vertreter der Jugendringe die verschiedenen und vielfältigen Bereiche der Jugendringsarbeit, die Aufgaben und das aktuelle Engagement vor. In den Mittelpunkt des Dialogs trat sehr schnell die Kontroverse um Vor- und Nachteile der Ganztagsschule. Aufgrund ihrer Lebenslagen und ihres finanziellen Standes ist es für Kinder aus vielen Familien nicht möglich, attraktive Sport,- Freizeit- und Kulturangebote nicht zu nutzen. Könnte nicht, so die Frage an »Die Linke«, eine geeignete Rechtsverankerung solcher Familien und Kinder bezüglich deren Rechts auf Freizeit und Nutzung und Bildung – u.a. zu möglicher Vermeidung der Jugendkriminalität – angestrebt werden. Erfordert vielleicht sogar das Verfassungsgebot der »Einheitlichkeit der Lebensverhältnisse« ein solches gesetzlich abgesichertes Rechtsgut?!

Es wurde sehr deutlich, dass sich »Die Linke« mit der Problematik der bestehenden Sozialschichten in Deutschland mit den erheblich differierenden Lebenschancen intensiv auseinandersetzt. Bezüglich der Ganztagsschulen ist der Standpunkt der »Linken«, Kinder, die eine Ganztagsschule besuchen, sollen ihre Hausaufgaben und Vorbereitungen auf anstehende Tests vollkommen im Nachmittagsunterricht abschließen können, um sich danach voll und ganz der Freizeit, möglicher Hobbies und Sportvereinen widmen zu können. Denn auch hier besteht – wegen des Lernens nach der Ganztagsschule im Zeitraum nach 16:00 Uhr – die Möglichkeit des Teilnehmerrückgangs z.B. in Sportvereinen. Die Kinder müssen sich nach der Schulpflicht in der Ganztagsschule noch ihren Hausaufgaben und anderen kognitiven Aktivitäten schulischen Ursprungs beschäftigen. Hier ist die Meinung aller Gesprächspartner ganz klar: Ganztagsschule ja, aber nur mit der Voraussetzung, dass Kinder in ihrer Freizeit nicht eingeschränkt werden – sprich: in der Schule werden alle anstehenden Hausaufgaben und Lernprozesse abgeschlossen, so dass die Kinder nach 16:00 Uhr ganz selbständig ihre Freizeit gestalten und genießen können.

Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Thematik bzw. Problematik der Finanzausstattung in sozial schwachen Familien. Ihre Möglichkeiten, Kultur und Freizeit als Familie zu erleben sind ja von vorneherein eingeschränkt. Hier zieht »Die Linke« das Fazit, dass noch viele Verbesserungsvorschläge und vor allem auch Durchsetzungen nötig sind, um Familien und Jugendliche zu unterstützen. Zur Sprache kamen u.a. Rabatte oder Ermäßigungen im öffentlichen Verkehr zur Fortbewegung und in den in entsprechenden Institutionen, wie z.B. Nachlass oder Ermäßigung in Sportvereinen, Museen oder Zoos.

Die lebhafte Diskussionsrunde im Kamingespräch zeigte, dass »Die Linke« generell ein offenes Ohr für die jugendspezifischen Bedarfe heute und morgen in Deutschland sowie speziell für die Anliegen der Jugendringe auf lokaler Ebene hat.

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