»Dafür setze ich mich mit aller Kraft ein!« – Ein Interview mit Renate Deniffel über die Medienfachberatung Schwaben
Veröffentlicht am 28. Februar 2010 unter <http://www.politische-bildung-schwaben.net/2010/02/dafur-setze-ich-mich-mit-aller-kraft-ein-ein-interview-mit-renate-deniffel-uber-die-medienfachberatung-schwaben/>
Abgerufen am 30. Juli 2010 um 19:22 Uhr
Seit Januar 2010 gibt es die Medienfachberatung Schwaben. Beim Bezirk wurde dafür eine Honorarkraft eingesetzt. Wer das ist und was für Aufgaben und Möglichkeiten diese Stelle bietet haben wir in einem Interview mit Renate Deniffel, Bezirksrätin und Jugendbeauftragte des Bezirks erfragt. Außerdem verrät Deniffel, wie das Projekt Politische Bildung Schwaben beim Treffen der Jugendbeauftragten der Bezirke ankam.
Seit Januar 2010 ist eine Honorarkraft für die Medienfachberatung Schwaben zuständig. Um welche Person handelt es sich hierbei und was sind Ihre Aufgaben?
Der Bezirk Schwaben entschied sich für die 33jährige Barbara Hörmann aus Augsburg. Barbara Hörmann studierte Diplom-Pädagogik an der Universität Augsburg, und belegte hier auch das Pflichtfach »Medienpädagogik«. Dies hat ihr Interesse an dieser Arbeit geweckt. Neben dem entsprechendem Studium hat uns Barbara Hörmann auch durch ihre lange Erfahrung im Bereich der medienpädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen überzeugt, so war sie zuletzt bei der Medienstelle der Stadt Augsburg tätig und hat hier entsprechende Projekte durchgeführt. Außerdem war sie bereits seit 2007 auch ehrenamtlich als Medienfachberaterin für den Bezirksjugendring Schwaben im Einsatz.
Als Medienfachberaterin für den Bezirk Schwaben ist sie Ansprechpartnerin für die schwäbische Jugendarbeit in medienpädagogischen Fragen. Zu ihren Aufgaben gehört einerseits, ein Netzwerk an Multiplikatoren aufzubauen, das heißt, andere in die medienpädagogische Arbeit einzuführen.
Darüber hinaus wird sie selbstverständlich selbst auch Veranstaltungen mit Kindern und Jugendlichen durchführen. So hat sie bereits im Rieser Bauernmuseum Maihingen, ebenfalls eine Einrichtung des Bezirks, ein Hörspiel mit Kindern gestaltet mit dem Titel »Nachts im Museum«.
Letztendlich ist das Ziel der Medienpädagogik, Kinder und Jugendliche zu befähigen, einen sinnvollen Umgang mit den neuen Medien zu pflegen. Kinder und Jugendliche sollen befähigt werden, mit diesen Medien wie z.B. Handys, Kameras und Internet, umzugehen, eigene Gestaltungsmöglichkeiten zu erfahren, aber auch einen kritischen Blick auf den Umgang zu erhalten.
Was ist unter »Honorarkraft« zu verstehen?
Der Leistungsbeschreibung der Medienfachberatung des Bezirks Schwaben liegt der zustimmende Beschluss des Jugendausschusses des Bezirks zu Grunde.
Gemäß dieser Aufgaben hat der Bezirk Schwaben mit Barbara Hörmann einen Werkvertrag geschlossen. Das heißt, sie arbeitet selbständig und hat im Rahmen dieses Vertrages dieses »definierte Werk« zu erbringen und bekommt dafür das vereinbarte Entgeld.
Wie lange läuft der Vertrag für Barbara Hörmann und wie soll es nach dem Vertragsende mit der Stelle weitergehen?
Der Werkvertrag läuft vom 1. Januar 2010 bis zum 31.12. 2010. Voraussichtlich wird im Herbst 2010 die politische Entscheidung fallen, ob der Bezirk Schwaben die Medienfachberatung weiterführt.
Dass sie weitergeführt wird, dafür setze ich mich mit aller Kraft ein!
Welche Aktivitäten sind für das Jahr 2010 von der Medienfachberatung Schwaben geplant?
Hinsichtlich der Zielgruppen und der räumlichen Abdeckung hat Barbara Hörmann ein vielfältiges Programm erarbeitet. Als Beispiele nenne ich das Angebot von Handyclipworkshops, die Unterstützung von bestehenden Jugendmediengruppen bei Film- oder Audioproduktionen, Informationsveranstaltungen für Eltern und Multiplikatoren über jugendliche Kommunikationsformen, Multiplikatorenschulungen im Handy-, Radio-, Fotobereich im Rahmen europäischer Partnerprojekte. Darüber hinaus wird Sie auch Kontakt aufnehmen zu den Verbänden und Jugendringen und den Bedarf an Unterstützung für medienpädagogische Projekte ermitteln.
Welche Anfragen nach Unterstützung gibt es und aus welchem Bereich kommen diese?
Die Anfragen kommen bereits aus den verschiedensten Bereichen, unter anderem von den Kreisjugendringen, von Gebietskörperschaften beispielsweise im Rahmen der Ferienprogramme, von Verbänden – beispielsweise dem kath. Frauenbund – aber natürlich gibt es auch Vorstellungen vom Bezirk Schwaben als Träger der Medienfachberatungsstelle selbst. So wird im Oktober ein Jugendforum zum Thema veranstaltet, darüber hinaus hätten wir gerne, passend zu den sozialen Aufgaben des Bezirks, ein Projekt mit behinderten Kindern und Jugendlichen und evtl. im Zusammenhang mit den Partnerschaftsaktivitäten des Bezirks ein internationales Projekt.
Sie haben im Verband der Bezirke angeregt, dass dieser sich mit dem Projekt politische Bildung des Bezirksjugendrings Schwaben befassen soll. Was ist aus Ihrer Initiative geworden?
Im September 2009 fand eine Treffen der Jugendbeauftragten der Bezirke in München statt. In diesem Rahmen stellte Winfried Dumberger-Babiel als Mitbegründer, zusammen mit Andrea Perschl vom Bezirk Schwaben (Bereich Öffentlichkeitsarbeit), das Projekt »Politische Bildung Schwaben« und insbesondere den Baustein »Bezirk Schwaben erleben« vor. Dieses positive Beispiel fand so viel Zustimmung, dass es am 5. Mai 2010 im Fachausschuss für Kultur und Jugendarbeit beim Verband der Bezirke vorgestellt wird. Besonders freut mich, dass der Vorsitzende dieses Ausschusses, Siegfried Stengel, bereits begonnen hat, dieses Konzept für Oberfranken zu übernehmen. Da mir die politische Bildung sehr am Herzen liegt und ich darin eine dringende Notwendigkeit sehe, sähe ich es als großen Erfolg an, wenn am 5. Mai die Empfehlung oder gar der Beschluss gefasst würde, dem Beispiel Schwabens zu folgen und die politische Bildung in allen Bezirken Bayerns »erlebbar« zu machen.

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