Die Energetische Sanierung der Jugendbildungsstätte Babenhausen – Ein Interview mit dem Bildungsstättenleiter Bernhard Schneider

Geschrieben von Claus Wagner (Netzwerk Politische Bildung Schwaben)
Veröffentlicht am 24. April 2010 unter <http://www.politische-bildung-schwaben.net/2010/04/die-energetische-sanierung-der-jugendbildungsstatte-babenhausen-ein-interview-mit-dem-bildungsstattenleiter-bernhard-schneider/>
Abgerufen am 8. Februar 2012 um 11:26 Uhr

Die Jugendbildungs- und Begegnungsstätte Babenhausen unterzieht sich dieses Jahr einer energetischen Sanierung, einer Dämmung der Haushülle, um den Heizenergiebedarf zu reduzieren. Hierzu erklärt Bernhard Schneider, Leiter der Einrichtung, was es mit der Sanierung auf sich hat.

Was bringt die energetische Sanierung der JuBi?

Energetische Sanierungen haben schon deshalb an großer Bedeutung gewonnen, weil sie klimafreundlichen Energieverbrauch, Mengenbegrenzung im Energieaufwand und damit Kostenersparnisse erbringen sollen. Zukunftsfähigkeit einer Bildungseinrichtung heißt auch, Grundbedingungen auf ihre ökologischen Auswirkungen hin zu optimieren und Nachhaltigkeit nicht nur zu predigen, sondern selbst anzuwenden.

Was wird gemacht?

Die Förderbedingungen haben nur bedingt möglich gemacht, die ganze Einrichtung in diese Optimierung einzubeziehen. Der Seminar Trakt wird komplett gedämmt, die Fenster ausgetauscht, das Dach saniert und Treppenhaus und Glasdurchgang zum Schlaftrakt hin »wärme sicher« gemacht. Der Schlaftrakt wird auch neu gedämmt und auch hier werden Fenster erneuert. Für beide Betriebsbereiche ist eine Brennwertheizung und damit eine »zeitgemäße Erwärmung« vorgesehen. Sie berücksichtigt auch den künftigen Energieaufwand einer Sporthalle und wird dort neue Lösungen möglich machen.

Welche pädagogischen und politischen Absichten verbindet die JuBi mit der Sanierung?

Das ist in der Zielsetzung schon bereits skizziert. Pädagogik – insbesondere jene, die Lebens- und Verhaltensänderung zum Ziel hat – braucht Glaubwürdigkeit und die zeigt sich in der eigenen Praxis. Deshalb geht es um Transparenz des eigenen Handelns und die Möglichkeit, in das betriebliche Geschehen Einsicht zu gewinnen. Einblick in ein solches Projekt verschaffen, die Bauphase kritisch zu begleiten, auch künftig Verbrauch und Wirkung des Projekts sichtbar machen, ist lebensnahe Bildung. Und da wir Bildung immer auch politisch verstehen, ist die öffentliche Wirkung Teil des Konzepts. Je nach beispielhafter Ausführung und vorzeigbaren Ergebnissen, können Erfahrungen damit auch für andere bayerische Jugendeinrichtungen genutzt werden.

In welchem Zeitraum erfolgt die Sanierung?

Die Monate Mai – Juni 2010 werden als Zeitfenster für die Sanierung ohne Gäste im Haus genutzt. Dach und Fensteraustausch werden in dieser Zeit ebenso angesiedelt sein, wie Bauarbeiten in nassen Räumen des Schlaftrakts. Es sieht so aus, dass mit Verzögerungen zu rechnen ist und Juli und August wohl von Bauarbeiten – neben dem Betrieb – tangiert sind. Vor allem die Außendämmung wird in diesem Zeitpunkt die pädagogische Arbeit begleiten.

Wer finanziert die Maßnahme?

Den »größten Brocken« hat der Bund über das Konjunkturpaket II geschultert, das ja eine energetische Verbesserung vieler in dieser Hinsicht bisher zu kurz gekommener Einrichtungen zum Ziel hat. Dieser »Anschub« soll wohl auch Konjunktur stabilisierend wirken und insofern hatten wir Glück, in diese Fördermöglichkeiten einbezogen worden zu sein. Der Bezirk hat – weit vorausschauend – dieses Projekt durch Eigenmittel und Ergänzungsförderung über den Bayrischen Jugendring ergänzt und macht so möglich, dass es »eine runde Sache « wird. Immerhin wird so die Zukunft der JuBi gesichert, die Bedeutung der Jugendarbeit herausgestellt und ein neues Lernfeld der energetischen Verbesserung zugänglich gemacht. Das ist ein guter Grund dankbar zu sein, wenn auch die Aufwendungen dafür enorm sind. Ob es ein Pilotprojekt für andere Jugendeinrichtungen wird, das wird sich noch zeigen. Die Hoffnung haben wir.