Peter Hilkes: »Mitmachen macht stark!« djo-Projekt fördert Beteiligung jugendlicher Zuwanderer/-innen

Geschrieben von Markus Mitterlehner (Netzwerk Politische Bildung Schwaben)
Veröffentlicht am 26. Mai 2010 unter <http://www.politische-bildung-schwaben.net/2010/05/peter-hilkes-mitmachen-macht-stark-djo-projekt-fordert-beteiligung-jugendlicher-zuwanderer-innen/>
Abgerufen am 8. Februar 2012 um 11:13 Uhr

Das neue Projekt »Mehr Erfolg mit Integration durch Partizipation«, soll Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund die Integration in unsere Gesellschaft erleichtern. Und das mittels der Jugendarbeit. Peter Hilkes, Landeskoordinator, stellt dieses Projekt folgendermaßen vor:

Jugendliche Zuwanderer/-innen stehen nach wie vor im Fokus bei Fragen von Integration in die Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland. Der Landesverband Bayern der djo – Deutsche Jugend in Europa setzt nach den Erfahrungen des Patenprojekts seit 2010 mit dem neuen Vorhaben »Mehr Erfolg mit Integration durch Partizipation« auf die gleichberechtigte Teilhabe von jugendlichen und jungen erwachsenen Zuwanderern/-innen in allen Bereichen des täglichen Lebens. In dem vom Europäischen Integrationsfonds, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, dem Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen sowie dem Bayerischen Jugendring geförderten und bayernweit ausgerichteten Projekt (12/2010-11/2012) ist die Jugendarbeit mit ihren vielfältigen Möglichkeiten und Strukturen Kernbereich des Handlungsfeldes. Jugendliche und junge erwachsene Zuwanderer sollen für die Jugendarbeit und ihre Angebote und Aktivitäten gewonnen werden. Indem sie sich beteiligen, schaffen sie sich mit Unterstützung des Projekts eigenständig eine Grundlage für das Leben und die Gestaltung ihrer Perspektiven in Deutschland.

Junge Menschen aus der Türkei, Russland oder Kasachstan sowie Spätaussiedlerjugendliche erfahren, sich selbst zu organisieren und ihre Interessen zu formulieren. Dies ist nicht selbstverständlich, da sie häufig mangels Zugang zu den entsprechenden Informationen, durch Distanz zur Gesamtgesellschaft oder durch Ablehnung ihnen gegenüber wenig motiviert sind, aktiv zu werden. Das Projekt zielt auf Selbstorganisation und Integration in die Jugendarbeit, damit Jugendliche grundsätzlich auch ihre eigenen Interessen und Bedürfnisse artikulieren und wahrgenommen werden.

Bildung ist der Schlüsselbegriff im Kontext von Integration und Beteiligung am Gemeinwesen. Vielfältige Angebote und Aktivitäten der Jugendarbeit sowie weitere aus den Bereichen Kultur, Freizeit und auch Berufsorientierung/Arbeitswelt werden genutzt und durch eigene Programme des Projekts ergänzt. Erfahrungen der djo aus anderen Vorhaben weisen auf die Notwendigkeit hin, für die Zielgruppe spezifische Maßnahmen anzubieten, und dies nach Bedarf und Kontext auch in Kooperation mit anderen, darunter vor allem Migrantenorganisationen bzw. -verbänden.

Im Schwerpunkt bürgerschaftliches Engagement werden junge Menschen über Angebote und Möglichkeiten ehrenamtlicher Tätigkeit informiert und durch Aus- und Fortbildungsmaßnahmen, Beratung und Stärkung der Selbstorganisation gewonnen. Dies trägt gleichzeitig dazu bei, die bestehenden Jugendorganisationen zu fördern, das Projekt den Einrichtungen und Netzwerken bürgerschaftlichen Engagements gegenüber zu öffnen und sie für das Projekt zu gewinnen. Das Projekt bildet seinerseits durch Angebote und Maßnahmen eine Brücke zur Vielfalt bürgerschaftlichen Engagements.

Integration wird für jugendliche Zuwanderer insbesondere durch gemeinwesenorientierte interkulturelle Arbeit konkret. Konzepte und Vorstellungen interkultureller Öffnung werden vom Projekt an Ort und Stelle anhand von Aktivitäten umgesetzt, bei denen die Beteiligung der Jugendlichen im Mittelpunkt steht. Damit wirbt das Projekt gezielt für Fragen und Akzeptanz von kultureller Vielfalt und macht die gleichberechtigte Teilhabe von Jugendlichen am Gemeinwesen transparent.

Patenschaften als Instrument individueller Unterstützung jugendlicher Zuwanderer verbessern ihre Chancen bei ihrer Integration in Bayern. Sie fördern nachhaltig Eigeninitiative und Beteilung der Jugendlichen und kompensieren Benachteiligungen, die sich aus ihrer Herkunft bzw. ihrem sozialen oder familiären Hintergrund ergeben.

Neben der Koordination auf Landesebene sind in den Bezirken des Freistaats jeweils Regionalkoordinatoren/-innen tätig, die als Ansprechpartner/-innen an Ort und Stelle zur Verfügung stehen, Maßnahmen initiieren und durchführen. Die Kooperation mit Partnern in der Jugendarbeit sowie die Vernetzung der Beteiligten ist darüber hinaus von zentraler Bedeutung.

Integration ist Partizipation!