»Erkläre mir, und ich werde vergessen. Zeige mir, und ich werde mich erinnern. Beteilige mich, und ich werde verstehen.«

Geschrieben von Malena Schulte-Spechtel (Netzwerk Politische Bildung Schwaben)
Veröffentlicht am 30. April 2013 unter <http://www.politische-bildung-schwaben.net/2013/04/partizipation-kinderparlamente/>
Abgerufen am 24. November 2017 um 01:13 Uhr

Das Thema Partizipation von Kindern und Jugendlichen gewinnt immer mehr an Aufmerksamkeit und Bedeutung. Partizipation bedeutet im Allgemeinen »die aktive Beteiligung der Bürger und Bürgerinnen bei der Erledigung der gemeinsamen (politischen) Angelegenheiten bzw. [die aktive Beteiligung d. Verf.] der Mitglieder einer Organisation, einer Gruppe, eines Vereins etc. an den gemeinsamen Angelegenheiten.« (Quelle (http://www NULL.bpb NULL.de/nachschlagen/lexika/politiklexikon/17998/partizipation))

Eine Studie des ZDF zur Beteiligung von Kindern in Familie, Schule und Wohnort von 2009 kam zu folgenden Ergebnissen: Je nach Lebensbereich haben Kinder unterschiedlich viel Mitbestimmungsrecht. Am meisten an Entscheidungen beteiligt werden sie in der Familie. In der Schule hatten die Kinder das Gefühlt, sie könnten nur wenig oder überhaupt nicht mitbestimmen. Die geringste Beteiligung findet am Wohnort statt.
Doch auch Kinder sind Bürger mit Interessen und Bedürfnissen, dennoch werden sie kaum in öffentliche Angelegenheiten mit einbezogen, obwohl es viele Modellprojekte gibt, die zeigen, dass und wie Partizipation von Kindern gelingen kann. Dabei sind die Partizipationsmöglichkeiten von Kindern nicht von deren Alter, sondern von den angewandten Beteiligungsformen abhängig. So benennt auch der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan Partizipation als »Kernelement einer zukunftsweisenden Bildungspraxis« und als »wesentlicher ‚Schlüssel zu Bildung und Demokratie‘«.

Eine Möglichkeit der Partizipation von Kindern sind die sogenannten Kinderparlamente.

Im Bezirk Schwaben gibt es davon vier. Diese befinden sich im Landkreis Unterallgäu in den Gemeinden Mindelheim, Türkheim, Kirchheim und Buxheim.  Es handelt sich um öffentliche Gremien, die mit Kindern der jeweiligen Gemeinde besetzt sind. Diese sind zwischen 8 und 13 Jahren alt und werden gewählt. Durch das Kinderparlament sollen Kinder die Möglichkeit haben am öffentlichen Leben teilzunehmen, ihre Meinungen zu aktuellen Themen zu äußern und zu lernen soziale Verantwortung zu übernehmen. Unterstützt werden die Kinderparlamente vom Kreisjugendring. Den Betrieb organisiert das Kinderparlament selbst und wird durch ein Co-Präsidium, welches mit einem Mädchen und einem Jungen besetzt ist, geleitet. Bei Entscheidungen der Gemeinde, die Kinder und Jugendliche betreffen, wird das Kinderparlament mit einbezogen. Auch ist es bei gemeinsamen Entschlüssen an deren Umsetzung beteiligt. Zur Finanzierung von Projekten, Öffentlichkeitsarbeit und Arbeitsmaterialien steht dem Parlament ein festgesetzter Betrag von der Gemeinde zur Verfügung. Über dessen Verwendung wird jährlich Bericht an den Gemeinderat erstattet. Inhaltlich beschäftigen sich die Kinder zum Beispiel mit Themen wie der Neugestaltung eines Freizeitplatzes, der Einrichtung eines Pausenverkaufs in der Schule oder der Verkehrssituation in Ort.