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Betzavta am Gymnasium in Neusäss Drucken E-Mail
Geschrieben von Gertrud Rieger-Beck   
Donnerstag, 20. Oktober 2005

logo_betzavta.jpgGleich zu Schulbeginn, am 15. und 16. September 2005, fand am Justus-von-Liebig Gymnasium in Neusäss für die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10a ein Betzavta-Seminar statt. Initiiert wurde es von dem dortigen, im Bereich der politischen Bildung sehr engagierten, Sozialkundelehrer Bernhard Hof.

Das Seminar kann als Antwort auf den Aufruf des Kultusministeriums zur Unterstützung des „Bayerischen Bündnis für Toleranz - Demokratie und Menschenwürde schützen" gesehen werden. Ziel des Bündnisses ist es, im Bereich des Freistaates Bayern das Bewusstsein zu schärfen und zu aktivieren, für die unantastbare Würde jedes Menschen einzutreten, den freiheitlich demokratischen Rechtsstaat zu stärken und dem Toleranzgebot Geltung zu verschaffen. Damit soll auch extremen politischen Gruppen und Parteien entgegengewirkt werden, die das Toleranzgebot unterhöhlen und mit politisch extremer Programmatik und Zielsetzung das demokratische Gemeinwesen und ein friedliches Zusammenleben gefährden.

Dieselben Ziele verfolgt und erfüllt das Programm „Betzavta“ (miteinander), das in Israel genau für diese Zwecke entwickelt, und am CAP (Centrum für Angewandte Politikforschung) in München für Deutschland adaptiert wurde. Dieses emanzipatorisch angelegte Demokratieerziehungsprogramm stellt die Bedeutung der Freiheit und der Bedürfnisse des einzelnen in den Vordergrund und regt durch die erfahrungs- und handlungsorientierten Methoden zur kritischen Selbstreflexion und zu einem wertschätzenden Umgang mit dem anderen an. Gleichzeitig werden die demokratischen Grundprinzipien und theoretisches Grundwissen vermittelt.

Die vier Teamerinnen Andrea Meyer, Christine Paetzold, Karolin Topp und Gertrud Rieger-Beck, entwarfen ein für die Bedürfnisse der Klasse passendes Konzept, das an zwei Vormittagen erfolgreich umgesetzt wurde. Eine besondere Herausforderung stellte z.B. die hohe Schülerzahl von fast 40 Schülern dar. Bei der Auswahl der Module achteten sie deshalb besonders darauf, dass es sich um Übungen handelte, für deren erfolgreiche Ausführung in besondere Weise Kooperation und Gruppenzusammenhalt erforderlich sind. Das Ziel, die Stärkung der Klassengemeinschaft, konnte so hervorragend erreicht werden.

Die unkonventionelle Unterrichtsmethode eröffnete Schülerinnen und Schülern einen völlig anderen, z.T. sehr persönlichen, Zugang zur politischen Bildung. Sie hatten die Möglichkeit ihrer Meinung zu verschiedenen Themen offenen Ausdruck zu verleihen und ihre Klassenkameraden von einer anderen Seite kennen zu lernen. Zudem bestätigten sie, dass Unterricht in dieser Form tatsächlich Spaß gemacht hätte.


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