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Jahrestagung und Mitgliederversammlung der Deutschen Vereinigung für Politische Bildung - Landesverband Bayern Am 17. November 2006 trafen sich knapp 60 Mitglieder der DVPB in der ‚Akademie für Politische Bildung Tutzing’ zur jährlichen Mitgliederversammlung. Zum Thema „Die politische Bildung in der neuen gymnasialen Oberstufe“ referierte Bernd Sibler, Mitglied des Bayerischen Landtags und vormals des zuständigen Ausschusses „Bildung, Jugend und Sport“.
Auch wenn, wie er leicht süffisant bemerkte, „das G8 nicht unter Federführung des Parlaments“ eingeführt wurde, müsse man die unstreitigen Vorteile des neuen Gymnasiums anerkennen - ein Beschluss, dessen Unterstützung seiner Meinung nach weit über die Regierungspartei hinausginge. Recht viel Neues über die kommende gymnasiale Oberstufe konnte er nicht berichten, dafür waren seine Schilderungen zu den Verhandlungen hinter den Kulissen umso interessanter. Auch wenn Bernd Sibler immer, wie Prof. Hampe betonte, ein offenes Ohr für die Anliegen der Sozialkunde hatte und ein wichtiger Gesprächspartner war, wurden doch vielfältige Sachzwänge und Interessenkonflikte für einen Abgeordneten deutlich. Knapp zusammengefasst ergeben sich folgende Neuerungen in der zukünftigen Oberstufe: Einführung von Sozialkunde in der Jahrgangsstufe 11 & 12 als Pflichtfach von jeweils einer Stunde, gekoppelt mit jeweils zwei Stunden Geschichte; Einführung von zwei Seminarfächern, von denen eines zum wissenschaftsorientierten Arbeiten und das andere zur anwendungsorientierten Projektarbeit mit Bezug zur beruflichen oder wissenschaftlichen Praxis gedacht ist. Immer noch nicht entschieden sind die genaue Art der ‚Kopplung’ mit Geschichte - auch wenn feststeht, dass es eine einzige Note geben wird - sowie die Frage, ob Sozialkunde auch Seminarfach werden kann. Die noch ausstehenden Grundsatzentscheidungen sollen bis Ostern 2007 getroffen werden, so Bernd Sibler. 
Prof. Hampe, Bernd Sibler Prof. Hampe, der Vorsitzende des Landesverbandes Bayern der DVPB, sieht die Neuerungen mit „einem lachenden und einem weinenden Auge“. Die Aufwertung des Faches Sozialkunde und damit der politischen Bildung mit jeweils einer Stunde Pflichtunterricht in 10, 11 und 12 für alle Gymnasiasten ist sicherlich auch ein Erfolg der jahrelangen Bemühungen des Verbandes. Allerdings könne niemand glücklich sein mit einem einstündigen Fach - das Elend der einstündigen Fächer sollte doch gerade durch die neue Stundentafel beseitigt werden. Auch sei es unerlässlich, dass Sozialkunde als Abiturfach wählbar sei. In der teilweise recht erregt geführten Diskussion blieben nicht alle Aussagen des Landtagsabgeordneten unwidersprochen. Trotz emotionaler Erregung wurde die Diskussion sehr schnell wieder versachlicht. Zu wichtig sind die drängenden Probleme: Wie kann gewährleistet werden, dass wegen fehlender Fachlehrer nicht fachfremd unterrichtet wird? Wie kann die Ausbildung und Nachqualifizierung von Sozialkundelehrern gefördert werden? Und wie kann verhindert werden, dass am Ende ein Mischfach steht, das weder Geschichts- noch Sozialkundelehrer zufrieden stellt? Und als Überlebensfrage für Sozialkunde kann sicherlich die notwendige Gleichberechtigung als Seminarfach und Abiturfach gelten. Wenn schon eine Koppelung mit Geschichte, dann muss auch eine gemeinsame Abiturprüfung möglich sein.
Fürwahr genügend Herausforderungen für engagierte Sozialkundelehrer und den Landesverband der DVPB!
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