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"Anne Frank - eine Geschichte für heute?" ein Ausstellungsprojekt Drucken E-Mail
Geschrieben von Magdalena Blon   
Donnerstag, 24. Mai 2007

Dieses Projekt soll Jugendlichen über die Auseinandersetzung mit den Lebenserfahrungen einer etwa Gleichaltrigen die Möglichkeit geben, den Umgang mit Minderheiten und Andersdenkenden zu reflektieren und sich mit Menschenrechten, Pluralismus und Demokratie auseinander zu setzen. Sein pädagogische Konzept möchte erreichen, dass die Ausstellung nicht nur passiv besucht wird. Um stattdessen eine  bewusste Auseinadersetzung gezielt zu befördern, wurde das Projekt aus mehreren Bausteinen erstellt. Einer dieser Bausteine ist die Ausstellung selbst, die vom 24.06. bis 25.07.07 im Augsburger Rathaus zu sehen sein wird.

Weitere Bausteine wie das Trainingsseminar für jugendliche BegleiterInnen wollen günstige Bedingungen für die aktive Auseinandersetzung der Jugendlichen mit der Thematik schaffen und ein methodisches Repertoire für Pädagogen zur Verfügung stellen, so z.B. das Werkstattseminar für Pädagogen.

Ziel ist es

mit Anne Franks Geschichte an den Alltag heutiger Jugendlicher anzuknüpfen und so die  Problematik des Nationalsozialismus nachzuerleben und –zufühlen. Jugendliche sollen über diesen Zugang für aktuelle Formen von Diskriminierung und Rassismus sensibilisiert und zu demokratischem Verhalten und Respekt ermutigt werden.

Darum will das Projekt dazu herausfordern, über Unterschiede und Parallelen zwischen Gestern und Heute nachzudenken. Es will daran erinnern, dass kulturelle, ethnische, religiöse und weltanschauliche Unterschiede in allen Gesellschaften vorhanden waren und sind und möchte darauf aufmerksam machen, dass der respektvolle Umgang mit Unterschieden von allen Menschen lebenslang gelernt werden muss.

Die Bausteine

mit denen diese Ziele verfolgt werden sollen, sind unter anderen das Werkstattseminar für PädagogInnen.
Dieses Tagesseminar widmet sich der Frage, wie die Beschäftigung mit der Lebensgeschichte von Anne Frank den Unterricht bereichern kann. Dazu werden verschiedene Methoden und Herangehensweisen vorgestellt und erarbeitet. Nach thematischen Ansatzpunkten, die die Geschichte mit der Gegenwart und den Erfahrungen Jugendlicher verbinden, z.B. „Helfen“ , „Zivilcourage“, „Erste Liebe“, „Flüchten“ wird gefahndet, pädagogische Materialien und interaktive, diskursive Methoden werden vorgestellt und erprobt. Unter den Methoden findet sich beispielsweise das Perspektivische Schreiben, das Thesenspiel – Meinungsbildung macht Spaß, Rollenspiele und Gallery Walk – eine Übung zur Arbeit mit historischen Fotos.

Dieses Multiplikatorenseminar richtet sich an LehrerInnen, SchulsozialarbeiterInnen und MitarbeiterInnen der Jugendarbeit.
Eine Vorbesprechung dazu fand bereits am 23.04. in Augsburg statt.
Das Werkstattseminar für die Lehrkräfte wird am 20.06.07 durchgeführt.

Ein weiterer Baustein ist das
Trainingsseminar für jugendliche BegleiterInnen.
Nach dem „Konzept Jugendliche begleiten Jugendliche“ werden in dem Trainingsseminar bis zu 30 ehrenamtliche AusstellungsbegleiterInnen ausgebildet. Dieses Konzept will eine offene, Auseinandersetzung und Reflexion begünstigen. Der geringe Altersunterschied zwischen Besuchern und Begleitern soll dazu beitragen, dass Gespräche in einer offenen Atmosphäre stattfinden können.

Im Trainingsseminar werden neben Hintergrundinformationen auch gruppenpädagogische Themen vermittelt. Damit werden die BegleiterInnen darauf vorbereitet vor einer Gruppe zu stehen und gegebenenfalls auch mit schwierigen Situationen umzugehen.

Das Kernstück des Projekts ist die
Ausstellung : Anne Frank - eine Geschichte für heute
Sie erzählt die Geschichte der Shoah anhand persönlicher Lebensgeschichten. Die Erfahrungen von Anne Frank, ihrer Familie und anderen Zeitzeugen fordern zum Nachdenken über Parallelen und Unterschiede zwischen Gestern und Heute heraus. Die Ausstellung zeigt private Fotos der Familie Frank in Kombination mit Bildern, die die politische Entwicklung im Nationalsozialismus illustrieren und verdeutlicht so die barbarischen Auswirkungen einer Politik  auf  Menschen, die wie die Franks systematisch verfolgt werden. Die Fotos stellen konkrete Personen vor – Opfer, Täter, Zuschauer, Helfer und zeigen damit, wie wichtig in jeder Situation das Verhalten Einzelner war und ist.

Die Ausstellung zeigt die Schautafeln auf etwa 200 qm in einem Pavillonsystem. Zentrale Bilder und Haupttexte sind auf den Ausstellungstafeln hervorgehoben, so dass sowohl eine schnelle erste Annäherung, als auch eine Vertiefung, für die die sich umfassender informieren wollen, möglich ist. Gruppengespräche und Videovorführungen finden in separaten Räumen statt, Büchertische sollen Anregung zur Vertiefung liefern.

Ausstellungseröffnung ist am 24.06.07 um 11:00 im Augsburger Rathaus, Unterer Fletz.

In einem
Feedbackseminar
können die Erfahrungen der PädagogInnen und BegleiterInnen ausgewertet werden.

 

Dem Bayernforum der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kooperation mit der Stadt Augsburg und dem Anne-Frank Zentrum  ist es gelungen dieses Ausstellungsprojekt nach Augsburg zu holen. Die Vorbereitungen um dies zu ermöglichen liefen seit langem und  sind jetzt für die konkrete Projekt-Umsetzung bereits im Gange. Fragen zum Projekt können an das Bildungs- und Schulreferat Augsburg gerichtet werden.
Fax 0821 324-6909
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können


Das Ausstellungsprojekt »Anne Frank - eine Geschichte für heute« wurde konzipiert vom Anne-Frank Zentrum in Berlin.

Mehr dazu finden Sie unter www.annefrank.de.

Es wird gefördert vom Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Aktionsprogramms »Jugend für Toleranz und Demokratie - gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus«.


Vor Ort lebt das Ausstellungsprojekt von lokalen Aktivitäten mit möglichst vielen Beteiligten. Dieses Rahmenprogramm sieht in jedem Ort anders aus. Zeitzeugengespräche, historische Spurensuche vor Ort und Filmvorführungen sind geeignet.  An all dem sollen Schülerinnen und Schüler maßgeblich beteiligt sein.

Die Finanzierung und Organisation dieses Projekts basiert auf der Idee eines großen Trägerkreises, indem sich unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen und Einzelpersonen beteiligen und damit unterschiedliche Perspektiven und Ressourcen mit einbringen.

Kontakt:

Anne Frank Zentrum
Rosenthaler Straße 39
10178 Berlin

Tel.: 0302888656-21

E-Mail:
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