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Interview mit Andrea Perschl, Öffentlichkeitsreferentin in Schwaben Drucken E-Mail
Geschrieben von Marie-Theres Tusch   
Donnerstag, 20. März 2008

Um Ihnen einen genaueren Einblick in das Bildungsprojekt „Bezirk Schwaben erleben“ geben zu können, haben wir mit Andrea Perschl, Öffentlichkeitsreferentin in Schwaben und Projektleiterin an der Berufsschule Donauwörth gesprochen.

Sie gibt uns einen genauen Einblick in die Ziele und Inhalte des Projektes, sowie eine professionelle Einschätzung über den Verlauf, speziell an der staatlichen Berufsschule Donauwörth.


Was sind die wesentlichen Ziele und Inhalte des Bausteines „Bezirk“?

Der Baustein Kommunalpolitik II "Bezirk Schwaben erleben!" bietet die Möglichkeit, sich mit der Kommunalpolitik und speziell mit der dritten kommunalen Ebene in Bayern – dem Bezirk Schwaben - zu beschäftigen. Der Baustein eröffnet dazu den Schulen ganz praktische Erfahrungsmöglichkeiten. Der Baustein ist darauf ausgerichtet, den Schülerinnen und Schüler ein hohes Maß an eigenerlebtem Lernen und an eigenständigen Erfahrungen zu bieten. Deshalb werden für die Umsetzung des Bausteins Dreiergruppen gebildet. Die Schüler arbeiten in den Dreiergruppen gemeinsam an der Vorbereitungen, führen die Gespräche in Interviewform und stellen ihre Ergebnisse zusammen vor. Die gemeinsame Information über Bezirkstag, Bezirkstagspräsident, Fraktionen und Ausschüsse, Schwerpunkte (Soziale Aufgaben, Psychiatrie), Arbeitsweise und Aufgaben der Verwaltung sowie der Besuch einer Bezirkseinrichtung - eingebunden in die schulische Vor- und Nachbereitung - bietet eine kompakte und nachhaltige Informationsvermittlung über den Bezirk, die an einer eintägigen Exkursion erfahrbar ist. Durch die Nachmittagsexkursion zum Bezirkskrankenhaus Augsburg (Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik) werden intensive Einblicke in die moderne Psychiartie in Schwaben gegeben, Krankheitsbilder werden erläutert und so Vorurteile abgebaut. Der Bezirk Schwaben ist damit der erste Bezirk in Bayern, der sich Schulen und Schülern so offensiv präsentiert.

 

Wie schätzen Sie den Verlauf des Projektes an der Berufsschule Donauwörth, im Vergleich zu anderen Schulen an denen das Projekt durchgeführt worden ist, ein?

Der Besuch einer Berufsschulklasse im Februar 2008 brachte folgende Ergebnisse:
- Die Schülerinnen haben sich intensiv mit dem kommunalpolitischen Aufbau beschäftigt und dabei wichtige Informationen zu Aufgaben, Einrichtungen und Arbeitsweise des Bezirks erhalten.
- Die persönlichen Gespräche haben ein intensives Erleben und Erfahren ermöglicht: Der Bezirk hat ein persönliches "Gesicht" erhalten.
- Das Erarbeiten von eigenen Fragestellungen und die Auswahl der eigenen Schwerpunkte garantiert ein hohes Interesse bei den Schülerinnen: Engagement und gute Vorbereitung sind die Basis, damit die Information auch ankommt.
- Der Exkursionstag zum Bezirk ist etwas Besonderes: Betont wird immer wieder die gute Aufnahme, die Zeit und Mühe, die alle Gesprächspartner in Verwaltung und Bezirkskrankenhaus bereitstellen und die Möglichkeit, für eineinhalb Stunden ein Thema ganz intensiv besprechen zu können.
- Die Inhalte bleiben in Erinnerung: Anders als bei Vorträgen wird in den Interviews das Wissen selbst erfragt und erarbeitet - ein deutlicher Vorteil in der Wissensvermittlung.
Grundsätzlich ist bei der Berufsfachschule eine intensivere Vorbereitung erkennbar gewesen, auch für die gemeinsame Gesprächsrunde mit zwei Bezirksräten wurden viele interessante Fragen vorbereitet und gestellt.


Was ist für das weitere Jahr bisher geplant?

An der Exkursion "Bezirk Schwaben erleben" haben im letzten Jahr drei Schulklassen mit rund 100 Schülern teilgenommen. Am 9. Januar 2008 fand eine Informationsveranstaltung und Fortbildung für SozialkundelehrerInnen der schwäbischen Gymnasien zu diesem Bildungsprojekt statt, die gemeinsam mit dem Fachreferent für Sozialkunde beim Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Schwaben durchgeführt wurde. Die Lehrerfortbildung wurde von den teilnehmenden Lehrern sehr gut angenommen Für 2008 haben sich folgende Schulklassen zu einem Besuch angemeldet:

- Ludwig-Bölkow-Schule, Donauwörth (Staatliche Berufsschule): 25.2.
- Maria Stern Gymnasium, Augsburg: 6.3.
- Holbein-Gymnasium, Augsburg: 21.4.
- Wernher-von-Braun-Gymnasium, Friedberg: 9./11.6.
- Maristenkolleg Mindelheim/Gymnasium: 17.11.

Durch das verstärkte Interesse am Baustein wird der Bezirk den Schulen zukünftig den alternativen Besuch einer Einrichtung (neben Bezirkskrankenhaus) anbieten: Derzeit wird mit dem Schwäbischen Volksksundemuseum Oberschönenfeld die Durchführung der Exkursion erarbeitet. Interesse am Baustein wurde auch vom Verband der Bayerischen Bezirke und der
Landeszentrale für politische Bildung signalisiert.

 

Frau Perschl, wir danken Ihnen für das Gespräch.  



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