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Stadtteilmütterprojekt in Augsburg |
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Geschrieben von Marie-Theres Tusch
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Mittwoch, 11. Juni 2008 |
Die erfolgreiche Sprachentwicklung von Kindern wird bereits in den ersten Lebensjahren gelegt. Das Projekt der Augsburger Stadtteilmütter basiert auf dieser Grundlage. Die Einbeziehung des Elternhauses und die Elternbildung spielen daher eine große Rolle.
Projektbeschreibung
Den Eltern wird die pädagogische Arbeit der Bildungseinrichtungen näher gebracht, sowie die Bedeutung der Sprachförderung und der allgemeinen kindlichen Entwicklung vermittelt. Das Projekt wird von den Müttern selbst umgesetzt. Sie sind die Experten für das Erlernen der Erstsprache. Nur wenn ein Kind über ausgebildete Sprachstrukturen verfügt, ist es fähig eine Zweitsprache vollkommen zu erlernen. Mütter mit zweisprachigen Kenntnissen werden hierfür als Multiplikatorinnen qualifiziert und übernehmen dann die Rolle des "Vermittlers" zwischen den Kindertagesstätten und den anderen Eltern. In den regelmäßigen Treffen der teilnehmenden Müttern erhalten sie Materialien, Anregungen, Tipps und Hilfestellungen zur Erziehung ihrer Kinder. Die Förderung der Kinder erfolgt über "Hausaufgaben" im Elternhaus.
Als ein Bündnisprojekt sind die "Stadtteilmütter" eine Brücke zu den nationalen Communities und bringen Transparenz in die kulturelle Vielfalt der Stadt. Das Projekt ist verbindlicher Bestandteil des "Multikulturellen Leitbildes" der Stadt Augsburg.
Das Projekt ist in drei Module gegliedert
Für Eltern von 0-3-jährigen Kindern, Mutter-Kind-Gruppen
Für Eltern von 3-6-jährigen Kindern in Kindertagesstätten
Für Eltern mit Kindern in den Eingangsklassen der Grundschulen
Wirkung des Projekts
Die regelmäßige Treffen tragen zur Stärkung der Frauen und Sicherung der Qualität des Lernmaterials bei. Die gleichberechtigte Ebene von Mutter zu Mutter hält die Hürde zur Annahme der Angebote sehr gering. Mütter, auch ohne Deutschkenntnisse können erreicht werden.
Der Austausch untereinander (von Mutter zu Mutter) erweist sich als entlastend.
Integrationsarbeit durch die Beteiligung deutscher Mütter.
Kooperationen
Die Stadtteilmütter arbeiten u.a. mit dem italienischen Konsulat, dem Kinderzentrum Augsburg, den Erziehungsberatungsstellen, dem Allgemeinen Sozialdienst und dem Kompetenzzentrum Familie zusammen. Sie führen Exkursionen jeglicher Art durch (z.B. Büchereibesuche, Mutter-Kind-Schwimmen) und nehmen regelmäßig an Qualifizierungsmaßnahmen und Veranstaltungen teil.
Außerdem kooperieren die Stadtteilmütter mit den Mutter-Kind-Gruppen der Stadt, den Kindertagesstätten und Grundschulen.
Erfahrungen
Die Stadtteilmütter haben im Jahr 2007 neben weiteren Aktionen, wie z.B. Reflexionstage, Stadtführungen und den Besuch des Abenteuerspielplatzes, an sechs Vormittagen an der Qualifizierungsmaßnahme „Konfliktlösungsmöglichkeiten nach mediativen Verfahren“ teilgenommen. Ziel der Maßnahme war die nachhaltige Konfliktlösung einzuüben und das kulturelle Miteinander im Stadtteil zu unterstützen.
Drei Stadtteilmütter sind dabei eine Ausbildung zum Sprach- und Kulturvermittler zu machen. Beim erfolgreichen Abschluss wird ihnen dies berufliche Möglichkeiten in Beratungsstellen eröffnen.
Um in Zukunft Beruf und Familie zu vereinbaren benötigen die Mütter jedoch die Unterstützung der Väter. Über die wenigen Väter, die Interesse zeigten, konnten bereits weitere Väter für das Projekt gewonnen werden.
Insgesamt lässt sich eine sehr positive Bilanz des Stadtteilmütterprojekts in Augsburg für das Jahr 2007 ziehen.
Trägerschaft und Koordination
Träger des Projekts Augsburger Stadtteilmütter ist der Deutsche Kinderschutzbund Kreisverband Augsburg e.V..
Die Projektkoordination hat Frau Çakmak, Hamdiye.
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