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Ein Blick auf die
Statistiken zur Wahlbeteiligung macht es deutlich. Ob Bundestags-
oder Kommunalwahlen - nur sehr wenige Zuwanderer und Aussiedler geben
ihre Stimmen ab.
„Ich will nicht
auf's Amt!“ Oft äußern zugewanderte Jugendliche
ihre Berührungsängste gegenüber Verwaltung, Ämtern
und Behörden. Die meisten schätzen ihre Deutschkenntnisse
für unzureichend ein, um einen Besuch auf dem Amt meistern zu
können. Auch eine kleine Portion Misstrauen, über`s Ohr
gehauen zu werden, oder keine kompetente Begleitung dabei zu haben,
vergrößern die Hemmschwelle.
Dieses Problem
nehmen nun der Bezirksjugendring Schwaben und die Fachhochschule
Benediktbeuern in die Hand. Gemeinsam haben sie einen Baustein zur
politischen Bildung für Aussiedler – Jugendliche entwickelt,
um deren Interesse an Politik und einfachen politischen
Zusammenhängen zu wecken und zu fördern. Die Initiatoren
und freiwillige, interessierte Jugendliche aus einem Jugendzentrum in
Nördlingen gehen gemeinsam, in drei Schritten: Vorbereitung –
Exkursion - Reflexion, die Sache an.
Im folgenden Bericht
finden Sie einen Überblick zu diesem Baustein und erhalten
genauere Informationen über diesen NEUEN WEG!
Am 27.09.2008
werden die Jugendlichen aus Nördlingen ihre Erkundungen
durchführen. Im Rundbrief Oktober
werden wir Ihnen dann über die Auswertungen und Neuigkeiten
über das Projekt berichten. Wir wünschen Ihnen hierfür
viel Spaß beim Lesen.
BAUSTEIN:
POLITISCHE BILDUNG FÜR JUGENDLICHE ZUWANDERER
Dieses Projekt soll
Brücken für Informations- und Kommunikationswege in
Nördlingen bauen, die von beiden Seiten benützt werden
können. Wichtig ist auch, dass die Stadt Signale an die
Zuwanderer aussendet: „Wir wollen konstruktiv miteinander
zusammenarbeiten“ – Ihr seid Bürger unserer Stadt. Sowohl
die Stadt wie die Zuwanderer sollen mit „Angeboten“ aufeinander
zugehen.
Ablauf des
Projekts:
Die Mitarbeiter des
Jugendzentrums in Nördlingen haben die jugendlichen Zuwanderer
bereits in mehreren Treffen für das Projekt vorbereitet und
motiviert. Neun Jugendliche haben sich bereit erklärt am Projekt
mitzuarbeiten. Diese wurden in 3 Gruppen eingeteilt.
Die jugendlichen
Zuwanderer aus dem Jugendzentrum in Nördlingen werden am 27.
09.2008 verschiedene Einrichtungen und Organisationen in der
Stadt Nördlingen besuchen, in denen politisches Handeln
praxisnah vermittelt wird. Ihre Aufgabe besteht darin, Interviews mit
politisch handelnden Personen der Stadt zu führen. Die
Jugendlichen haben sich für die Erkundungsbereiche:
Oberbürgermeister, Polizei und die Agentur für Arbeit
entschieden.
Im Vorfeld bekamen
die Jugendlichen politische Grundinformationen in Form eines Quiz und
übten die Interviewsituation durch Rollenspiele ein.
Über das
Projekt wird eine Diplomarbeit erstellt. Verantwortlich hierfür
ist Sebastian Schober, Student an der KSFH Benediktbeuern. Seine
Aufgabe wird sein, den Prozess zu dokumentieren, die Bausteinarbeit
zu begleiten und Hintergrundinformationen zu erarbeiten. Eine weitere
wichtige Aufgabe von Herr Schober ist es, das Projekt auszuwerten und
herauszufinden, was sich bei den Jugendlichen durch das Projekt
verändert hat.
Die Initiatoren
und Kooperationspartner, die dieses Projekt ins Leben gerufen
haben und gemeinsam an der Umsetzung zusammenarbeiten, sind:
- Bezirksjugendring
Schwaben (Koordination des Projekts)
- Stiftungsfachhochschule
München/Benediktbeuern
- (wissenschaftliche Begleitung durch Prof. Dr. Gerhard Kral, vertiefte
Bearbeitung durch eine Diplomarbeit)
- Patenprojekt
der Bayrischen Jugendarbeit (fachliche Unterstützung der Arbeit
vor Ort durch Frau Bronner, mit Unterstützung durch eine
Praktikantin)
- Migrationsdienst
des Diakonischen Werks Nördlingen
- (Arbeit
mit den Jugendlichen im Jugendzentrum Nördlingen, Frau Kögl,
Herr Töpfer)
Ziele dieses
Projekts sind:
- Entwicklung
eines Bausteins zur politischen Bildung für jugendliche
Zuwanderer, der möglichst genau auf die Zielgruppe
zugeschnitten ist.
- Bei den
Jugendlichen Interesse für Kommunalpolitik und für
einfache politische Zusammenhänge in der Kommune.
- Die
Jugendlichen sollen politische Institutionen kennen lernen
Kommunalpolitik soll erlebbar werden!
- Die
Jugendlichen sollen sich am gesellschaftlichen Leben in Nördlingen
besser beteiligen können.
- Bei einer
erfolgreichen Erprobung soll as Projekt bayernweit zur Nachahmung
empfohlen werden.
Über die
Ergebnisse der Exkursionen wird in der „Woche der
ausländischen Bürger“ vom 29.09.08 – 04.10.08
berichtet werden. Unter anderem wird auch die Presse dazu eingeladen.
Hier wird den
Jugendlichen ein Zertifikat für ihre Bemühungen und ihr
Engagement überreicht.
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