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Vom Ausgang der
Bezirkstagswahl im September waren viele Bürger überrascht.
Wir möchten Ihnen deshalb eine kurze Nachbetrachtung zur
Bezirkstagswahl bieten und haben den seit 16.10.2003 amtierenden
Präsident des Bezirkstages von Schwaben, Jürgen Reichert
interviewt. Wir haben ihm interessante Fragen über den Ausgang
der Wahl, über die Wahlbeteiligung der Erstwähler und
Fragen rund um den Bezirk gestellt:
Sind
Sie vom Ausgang der Bezirkstagswahl überrascht?
Ja und
nein. Es war absehbar, dass die CSU Verluste erleiden würde –
das hängt mit verschiedenen Faktoren, auch mit der Bundespolitik
zusammen - , aber die Höhe war dann doch überraschend.
Sind
Sie mit der Wahlbeteiligung zufrieden? Gibt es eine Einschätzung
zum Wahlverhalten der Erstwähler?
Natürlich kann man damit nicht zufrieden sein, wobei die
Wahlbeteiligung im Vergleich zur Bezirkstagswahl 2003 kaum schwankte.
Die Bezirkstagswahl verschwindet etwas im Sog der Wahlen zum Landtag
– das ist schon erfahrenen Wählern schwer zu vermitteln, umso
schwerer dann auch für Erstwähler. Schwaben hat ja hier mit
den Projekten zur politischen Bildung und diversen Aktivitäten
bereits etwas unternommen, um gerade junge Leute zu informieren. Hier
werden wir im Hinblick auf 2013 sicher noch weitere Strategien
überlegen müssen.
Im
neuen Bezirkstag hat die CSU-Fraktion keine Mehrheit mehr. Was
bedeutet dies für die Politik im neuen Bezirkstag?
Die Arbeit
im Bezirkstag ist weniger von Parteifragen denn von Sachfragen
geklärt. Ich denke, dass wir auch in den kommenden fünf
Jahren auf eine konstruktive Zusammenarbeit aller Gruppierungen bauen
dürfen.
Werden
die Stellvertreterpositionen des Bezirkstagspräsidenten künftig
auch von anderen Parteivertretern besetzt?
Diese
Entscheidung obliegt dem Bezirkstag, der sich am 23. Oktober zu
seiner konstituierenden Sitzung trifft.
Die
schwäbische CSU hat bayernweit das beste Ergebnis eingefahren.
Wird Schwaben im Verband der Bezirke zukünftig eine
Führungsrolle anstreben?
Es ist ganz
selbstverständlich, dass sich im Verhältnis genommen
positive Wahlergebnisse auch nach der Wahl entsprechend
niederschlagen müssen. Letztendlich hat sich der Bezirk Schwaben
auch in der vergangenen Periode durch eine konsequente Politik aus
der Krise herausgearbeitet – auch das ist vom Wähler
schließlich anerkannt worden.
Wird
sich mit der neuen Zusammensetzung des Landtags auch die Frage
„Brauchen wir die Bezirke noch“ erledigen?
Nachdem alle sieben
Bezirke in den vergangenen Jahren hervorragende Arbeit geleistet
haben, um der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung – insbesondere
im Bereich der steigenden Sozialkosten – mit effektiven Konzepten
entgegenzuwirken, stellte sich diese Frage bereits auch unter dem
bisherigen Landtag nicht. Ich sehe keine Gefahr, dass unsere gute
Arbeit nun durch neue Diskussionen in Frage gestellt werden könnte.
Herr Reichert, wir Danken Ihnen für
das Gespräch.
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