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Wolfgang Schumann, Ragnar Müller, Christian Rapp: Europa verstehen. Institutionen, Entscheidungsabläufe und Politik nach Nizza (CD-ROM. Hrsg.: AGORA – Gesellschaft für Wissensvermittlung über neue Medien und politische Bildung www.gesellschaft-agora.de )
EU-Osterweiterung und die Wahlen zum Europäischen Parlament haben kürzlich stattgefunden, Nachrichten über Probleme der europäischen Zusammenarbeit beherrschen die Medien – diese Relevanz in der aktuellen Politik steht im Gegensatz zur Beschäftigung im Sozialkundeunterricht. Oft ist eher die Überfülle an Meldungen und Informationen die Hemmschwelle sich mit dieser Thematik zu befassen. Gefragt sind also knappe, aber fundierte und notwendigerweise aktuelle Einführungen. Um es vorwegzunehmen: Diese Erwartungen erfüllt die CD-ROM – auch wenn der Redaktionsschluss Ende 2001 nicht mehr ganz die aktuellen Entwicklungen erfasst. Umfassende Textmaterialien - wenig Multimedia In 14 Kursen werden die wichtigen Grundlagen und Teilbereiche der EU umfassend sowie systematisch dargestellt. Die Entwicklung, Strukturen und Prozesse der EU über zentrale Tätigkeitsfelder der EG sowie GASP (Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik) und ZJIP (Zusammenarbeit in der Justiz- und Innenpolitik) bis hin zur Zukunft der EU nach dem Vertrag von Nizza sind die Themenschwerpunkte. Die elektronische Publikation in Form einer CD-ROM muss jedoch den so genannten „pädagogischen Mehrwert“ der neuen Medien überzeugend demonstrieren. Einmal bietet die CD-ROM die Möglichkeit, zusätzliche Elemente wie Audio- und Videodateien zu verwenden. Jedoch gerade diese Chance ist mit lediglich zwei Ausschnitten einer Adenauer- und Schumann-Rede sowie einem auf sechs Sequenzen aufgeteilten Vortrag von Piere Pfimlin nicht genügend genutzt worden. Zum zweiten können umfangreiche Texte aufgenommen werden, wie ein rund 250 Seiten umfassendes Glossar, die vollständigen Vertragstexte der Verträge von Amsterdam und Nizza sowie eine umfangreiche Chronologie. Die Kurse und die Zusatztexte lassen sich durch Hyperlinks und eine komfortable Volltextsuche verknüpfen – insbesondere die SnapBack-Funktion macht es möglich, nach der Verwendung z.B. des Glossars sofort wieder zur entsprechenden Seite des Kurses zurückzukehren. So kann sich auch der ungeübte PC-Nutzer in den etwa 1500 Seiten Text zurechtfinden. Bemerkenswert sind die über 100 Folien, die Strukturen, Aufbau und die verschiedenen Institutionen der EU anschaulich visualisieren und die sich auch einzeln ausdrucken lassen. Schließlich bietet der Navigationspunkt „EU im Internet“ die Gelegenheit, direkt Internetseiten aufzurufen und weiter zu recherchieren. Einfache Navigation - kleine UnzulänglichkeitenDie Navigation und die Benutzung der CD-ROM ist wirklich so einfach, dass man über kleinere Unzulänglichkeiten hinwegsehen kann. So werden die Systemvoraussetzungen nicht an der üblichen Stelle und auch unvollständig genannt. Aber ab Windows 95 und natürlich auch mit Mac OS funktioniert die CD-ROM problemlos. Nur bei einem Apple Macintosh gelingt der Autostart nicht. Diese elektronische Form der Publikation bietet eine Reihe von nützlichen Vorzügen, auch wenn die multimediale Komponente, d.h. Tondokumente und Videoclips, aber auch Bilder, Karten und Diagramme, viel zu dürftig ausfällt. Es wäre sicherlich auch zuviel versprochen, das doch notwendigerweise hochkomplexe und trockene Thema floppig und poppig vermitteln zu können. Leider wurden aber auch nicht alle Chancen dazu genutzt. Die CD-ROM eignet sich gut für das Selbststudium und kann auch für den Leistungskurs in der Oberstufe verwendet werden – Textauszüge und vor allem die Folien sind im Unterricht sicherlich sehr gut einsetzbar. Zu hoffen ist nur, dass bei zukünftigen elektronischen Publikationen diese positiven Ansätze weiter ausgebaut und verfolgt werden. Aufgerufen: 707
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