Bericht vom Jour Fixe am 4.April 2006 mit dem Spielwerk Theater Diedorf

Geschrieben von Helme Burch (Netzwerk Politische Bildung Schwaben)
Veröffentlicht am 19. Mai 2006 unter <https://www.politische-bildung-schwaben.net/2006/05/bericht-vom-jour-fixe-am-4april-2006-mit-dem-spielwerk-theater-diedorf/>
Abgerufen am 21. Januar 2022 um 15:17 Uhr

logo_pbs130.gifIst Theater politische Bildung? Rainer Leitz, der Geschäftsführer des Spielwerk Theater in Diedorf zeigte auf beeindruckende Weise, wie das zusammen passt.

Kindern und Jugendlichen Mut machen!

Das ist die Philosophie des Spielwerks Diedorf. Rainer Leitz berichtete den Teilnehmern, wie es dazu kam und wie sich das Spielwerk entwickelt hat. Seit 1984 will die von Schauspielern, Pädagogen und Künstlern gegründete gemeinnützige GmbH, mit innovativen Theatermethoden mit und für Kinder und Jugendliche dieses Ziel erreichen. Themen der Theaterproduktionen sind dabei vor allem Prävention von Sucht und Gewalt.

Die Organisation des Spielwerks

Das Spielwerk Theater arbeitet in Kooperation mit anderen freien Theatern in verschiedenen Ländern Europas in einem Netzwerk für Europäisches Kinder- und Jugendtheater zusammen. Im Jahr 2005 zeigte das mobile Jugendtheater 408 Aufführungen seiner Eigenproduktionen für über 60 000 Zuschauer, die meisten Aufführungen fanden auf Einladung eines Veranstalters hin statt, vor allem sind dies Schulen, Jugend- und Kulturämter.
Seit 2004 ist Spielwerk mit einem zweiten Spielteam und Organisationsbüro in Berlin aktiv.

Das Büro des Theaters ist momentan noch in “Kunst-Containern” auf einem Grundstück der evangelischen Kirche in Diedorf untergebracht. Nach achtjähriger Planungsarbeit, bei der es vor allem darum ging, die Finanzierung sicher zu stellen, wird Spielwerk Ende diesen Jahres ein eigenes Haus, ebenfalls in Diedorf, eröffnen und zwar das Europäische Kinder-und Jugendtheaterhaus EUKJTEA. Der mobile Spielbetrieb wird aber weiterhin in großem Umfang erhalten bleiben.

Der Weg der Maske

Höhepunkt des Jour Fixe war sicher die Kostprobe einer Theatermethode. Mit Hilfe von Masken schlüpften die Darsteller kurzzeitig in eine andere Rolle. So wurde mit Hilfe einer Maske plötzlich aus dem Geschäftsführer des Spielwerks, ein herrisch herum schreiender Charakter, in dem viele einem Vorgesetzen beim Militär sahen, andere einen Lehrer, der seine Machtposition ausnützt, um Schüler lächerlich zu machen.

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Rainer Leitz mit … …und ohne Maske

Andere Masken zeigten vollkommen verstörte Personen oder einen Witzbold, der sich über alles und jeden lustig macht. Sehr interessant war die Diskussion, wie sich die Anwesenden gefühlt haben, nachdem sie verspottet wurden. Ein Teilnehmer meinte dass der Spott “totaler psychischer Stress” gewesen sei. So wurde klar, wie sich diese Methode eignet, um über verschiedene alltägliche Konfliktsituationen zu reden und auch wie sich die Kinder und Jugendlichen im spielerischen Rahmen ausprobieren können, um diese zu meistern.