Die Lokale Agenda 21. Bericht vom Jour Fixe am 6. Dezember 2006

Geschrieben von Miriam Apffelstaedt (Netzwerk Politische Bildung Schwaben)
Veröffentlicht am 8. Januar 2007 unter <https://www.politische-bildung-schwaben.net/2007/01/die-lokale-agenda-21-bericht-vom-jour-fixe-am-6-dezember-2006/>
Abgerufen am 21. Januar 2022 um 14:49 Uhr

Herr Prof. Dr. Andreas Brunold, Professor am Lehrstuhl “Didaktik der Sozialkunde” an der Universität Augsburg referierte über die Handlungsrichtlinien der Lokalen Agenda 21.

(http://www NULL.politische-bildung-schwaben NULL.net/wp-content/uploads/2007/01/Lokale_Agenda_und_Bildung_f__r_nachhaltige_Entwicklung NULL.pdf) Prof. Dr. Brunolds Aufsatz Lokale Agenda und Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (http://www NULL.politische-bildung-schwaben NULL.net/wp-content/uploads/2007/01/Lokale_Agenda_und_Bildung_f__r_nachhaltige_Entwicklung NULL.pdf) (60.72 KB) können Sie hier herunterladen

“Auftrag von Rio”:

Zunächst informierte Herr Prof. Dr. Brunold über den weltweiten Handlungsauftrag der 1992 auf der UNCED-Konferenz in Rio de Janeiro formuliert wurde. Demzufolge sollen weltweit alle Kommunen eine Lokale Agenda 21 ausarbeiten, welche die nachhaltige Entwicklung in ihren ökologischen, ökonomischen und kulturellen Bereichen fördert.

Die Bedeutung der Bildung:

Im Entwicklungsprozess der Kommunen kommt der Bildung ein zentraler Stellenwert zu. Sie stellt die Basis dar, auf der sich ein Bewusstsein für den Bedarf an nachhaltiger Entwicklung etablieren kann. Erst durch ein solches Bewusstsein kann eine Partizipation der Bürger entsprechend dem “Auftrag von Rio” erfolgen.

Gleichzeitig stellt der “Auftrag von Rio” auch den Kommunen neue Lern- und Entwicklungsaufgaben. Neue Strukturen müssen geschaffen werden, die unter anderem mehr Partizipation der Bürger ermöglichen, aber auch die Entwicklung nachhaltiger Produktions- und Konsummuster umfassen.

Bürgerbeteiligung:

Kommunen werden dazu aufgefordert, Verfahren zu schaffen, die Bürgerbeteiligungen im öffentlichen Leben begünstigen. Dazu gehört, laut Herrn Prof. Dr. Brunold, vor allem die Wiederbelebung des so genannten “Allmende–Gedankens”. Dieser besagt, dass jeder Mensch für die Erhaltung der öffentlichen Güter, beispielsweise Luft, die Verantwortung übernehmen muss.

Aktuelle Situation:

Insgesamt existieren weltweit etwa 6000 Agenda-Städte, davon ungefähr 2000 in Deutschland. Die Lokale Agenda 21 wird hauptsächlich in Europa verwirklicht. So befinden sich etwa 90 Prozent der Städte in der Europäischen Union. Vorreiter in der Umsetzung des Agenda-Prozesses sind vor allem die skandinavischen Länder sowie Großbritannien und die Niederlande.

Diskussion:

In der anschließenden Diskussion wurde auf den bestehenden Konflikt zwischen Wirtschafts- und Umweltinteressen hingewiesen, der in vielen Fällen eine Hürde für die Durchsetzung der Lokalen Agenda 21 darstellt. Aus diesem Grunde ist Herr Prof. Dr. Brunold auch der Ansicht, dass sich die Forderung nach einer Lokalen Agenda 21 nur durch “Top-Down-Prozesse”, also durch verordnete Schritte, durchsetzen lässt.

Zudem wurde in der Diskussion herausgestellt, dass in Skandinavien die Durchführung der Lokalen Agenda 21 dadurch vereinfacht wird, dass in den nordischen Ländern bereits zuvor Vernetzungen mit anderen Städten bestanden haben.

Der nächste Jour Fixe findet am 07.02.2007 statt. Weitere Informationen erhalten Sie hier (http://www NULL.politische-bildung-schwaben NULL.net/2007/01/communities-und-netzwerke-der-jour-fixe-am-07022007/).