SCHOK ohne C – In Kaufbeuren geben die Schüler den Ton an

Geschrieben von Lisa Bundlechner (Netzwerk Politische Bildung Schwaben)
Veröffentlicht am 26. Mai 2010 unter <https://www.politische-bildung-schwaben.net/2010/05/schok-ohne-c-in-kaufbeuren-geben-die-schuler-den-ton-an/>
Abgerufen am 14. Dezember 2018 um 17:04 Uhr

(http://www NULL.politische-bildung-schwaben NULL.net/2010/05/schok-ohne-c-in-kaufbeuren-geben-die-schuler-den-ton-an/)Seit knapp sechs Monaten gibt es sie nun schon, die Schüler Organisation Kaufbeuren, kurz SchOK. Zusammen mit dem Stadtjugendring und Kontaktlehrern erarbeiten die knapp 30 Schülerinnen und Schüler Kaufbeurer Schulen Konzepte zur Partizipation Jugendlicher.

Angefangen hat alles vor rund einem Jahr auf basis’09, Europas größtem Schülerkongress in Nürnberg. Dort wurden, unter vielen anderen Programmpunkten, auch verschiedene Schüler-Organisationen vorgestellt. „Das hat uns so gefallen, dass wir gesagt haben: Das können wir auch!“, erinnert sich Ricarda Kastrup. Die 20 jährige Gymnasiastin ist Mitglied des SchOK-Kernteams und war von Anfang an mit dabei. Zusammen mit ein paar anderen stellte sie die Idee schließlich auch im halbjährlichen Schülersprecher-Treffen des Stadtjugendrings vor. Dort wurde der Gedanke bereitwillig aufgenommen. „Wir waren zu dieser Zeit mit der Konzeption zur Partizipation Jugendlicher befasst und waren sehr erfreut, als die Schüler mit diesem Vorschlag auf uns zu kamen. Deren Idee haben wir natürlich gerne aufgegriffen.“ berichtet Beate Schütz, Ansprechperson beim Stadtjugendring.

Aufgebaut ist SchOK nach der klassischen Vereinsstruktur. Es gibt ein Kernteam, von sieben Schülern, das sich regelmäßig trifft, plant und organisiert. Hinzu kommen Gesamttreffen, auf denen dann Projekte ins Auge gefasst und entsprechende AKs gebildet werden. Fast alle Kaufbeurer Schulen sind dabei vertreten (Haupt- und Realschulen genauso wie Gymnasien und Berufsfachschulen).

Warum SchOK Teil des SJR ist, beantwortet uns Beate Schütz: „Der Name „Stadtjugendring“ verrät bereits, dass es eine unserer Aufgaben ist, die Interessen und Belange der Jugendlichen der Stadt zu vertreten und unterstützen. Die Idee SchOK zu gründen wurde in dem Schülersprecher-Treffen des Stadtjugendrings vorgestellt und von den Anwesenden positiv aufgenommen. Außerdem sind wir ein starker Bündnispartner, wenn es um Gespräche mit Rektoren oder Stadt geht. Und natürlich ist uns daran gelegen, dass SchOK auch in späteren Schülergenerationen Bestand hat.“

Im ersten Jahr wird die Organisation außerdem durch das Projekt „Vielfalt tut gut – Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie “ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Und was habt ihr so vor? „Momentan arbeiten wir an einem schulübergreifenden Schüleraustausch“, erklärt Ricarda Kastrup. Unter dem Motto „Vorurteile abbauen, Grenzen überwinden, Kommunikation fördern“ sollen Ende diesen Schuljahres Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen Kaufbeurens die anderen Schulen besuchen können und dort mit gemeinsamen Workshops Vorurteile abbauen und Netzwerke aufbauen können. Integration wird übrigens auch SchOK-Intern großgeschrieben. Schüler von Hauptschulen arbeiten hier Hand in Hand mit Gymnasiasten und Berufsschülern.

„Wir arbeiten an der Vernetzung der verschiedenen Schulen. Genauso wichtig ist die Vertretung nicht organisierter Jugendlicher, sozusagen als moderne Form eines Jugendparlamentes, die auch in der Vollversammlung des Stadtjugendrings eine wichtige Rolle einnehmen soll.“ erläutert Beate Schütz.

Außerdem in Planung: Das Projekt „Jugend meets Politik“. Dort sollen sich Kommunalpolitiker und Jugendliche auf gleicher Ebene treffen und unterhalten können. Mehr Mittel zum Zweck ist wohl die außerdem geplante schulübergreifende Party, damit die Existenz von SchOK auch wirklich überall bekannt wird. Für weitere Werbung ist auch schon einiges geplant: „Wir stellen uns an Ständen in jeder Schule vor und veranstalten einen Logo-Wettbewerb. Schließlich hat SchOK bisher nur einen Namen, das Logo fehlt uns noch“, so Ricarda Kastrup weiter. Davor, dass SchOK einmal „aussterben“ könnte, hat sie keine Angst. Wenn die jetzigen Initiatoren nicht mehr zur Schule gehen werden sich bestimmt Nachfolger finden. Schließlich bleibt ja der SJR am Ball und die Schülersprecher aller Kaufbeurer Schulen erhalten regelmäßig Einladungen zu Treffen und Aktionen. Das Schlusswort gebührt Ricarda Kastrup: „Wir sagen nicht nur, was uns nicht gefällt, wir bringen auch Verbesserungsvorschläge!“