Mut, sich für Mitmenschen stark zu machen – ein Review des Aktionstages “Zivilcourage”

Geschrieben von Markus Mitterlehner (Netzwerk Politische Bildung Schwaben)
Veröffentlicht am 27. Februar 2011 unter <https://www.politische-bildung-schwaben.net/2011/02/mut-sich-fuer-mitmenschen-stark-zu-machen-ein-review-des-aktionstages-zivilcourage/>
Abgerufen am 19. September 2019 um 09:16 Uhr

Diedorf. Der Aktionstag Zivilcourage unter dem Motto „Du bist mir nicht egal!“ konnte eine erfreuliche Bilanz ziehen. Stattgefunden hatte er am Samstag den 29.01 in der Grundschule.

Petra Schütz von der Familienstation und Verena Nittmann von der offenen Jugendarbeit im Markt Diedorf organisierten den Tag und es wurde schnell deutlich, das Thema Zivilcourage nimmt einen hohen Stellenwert in der heutigen Gesellschaft ein: „Schon in der Organisation des Tages waren wir positiv überrascht, wie viele Menschen sich für dieses Thema interessieren“, so Nittmann.

Entstanden ist die Idee aus dem Gewaltpräventionsprojekt “Hot Spots” heraus, das im Vorjahr von Verena Nittmann in der Offenen Jugendarbeit durchgeführt wurde. Es folgte die Anregung des Marktgemeinderats sich auch einmal gezielter mit dem Thema Zivilcourage auseinanderzusetzen. Dabei war es ein Anliegen, mit diesem Tag sowohl Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene für dieses Thema zu sensibilisieren. “Aus diesen Überlegungen entstand die Kooperation zwischen der Offenen Jugendarbeit Diedorf und der Familienstation Diedorf, um mit unserem Projekt ein möglichst breites Klientel anzusprechen”, berichtet Petra Schütz.

Es ging es um den Inhalt von Zivilcourage, den Mut, sich für Mitmenschen stark zu machen und demokratische Werte zu verteidigen. Das sei aber nach Ansicht von Schütz und Nittmann kein Thema, dass erst im Jugendalter relevant wird. “Bereits im frühen Kindesalter ist es wichtig, dass die Kinder lernen, eigene Bedürfnisse zu formulieren und zu vertreten, sowie sich im Sinne sozialer Kompetenz anderen gegenüber angemessen zu verhalten und für andere einzustehen”, so Schütz.

Die zahlreichen Workshops wurden mit rund 200 Personen sehr gut besucht und sollten für jede Altergruppe etwas anbieten. Insgesamt waren es neun Workshops. So gab es beispielsweise für die Kindergartenkinder einen Workshop, in dem sie lernten, dass auch ihre Meinung wichtig ist. Die ehemalige Jugend- und jetzige Familienrichterin Maria Hell vermittelte Jugendlichen Mädchen, dass Selbstbewusst sein auch in Gefahrensituationen nützlich ist und auch für Erwachsene gab es von Maria Hell ein Training mit dem Titel “Jugend & Gewalt”. Es war also für jeden etwas dabei.

Außerdem beteiligten sich Verbände und Institutionen, wie die Feuerwehr, die Pfarrgemeinde, der Erziehungs- und Jugendhilfeverbund der KJF, das Frère-Roger-Kinderzentrum, die Toys Company, das Amt für Jugend und Familie des LRA Augburg, die Augsburger Aidshilfe, der Weisse Ring und viele andere, mit Ständen mit verschiedensten interaktiven Spielen, Filmbeiträgen und sonstigen Attraktionen.

Besonders abgerundet wurde der Tag durch das Theaterstück “Starke Kerle, wilde Mädchen” vom Eukitea-Theater für Eltern und Kinder, sowie durch den Zivilcourage-Film der Jugendgruppe “Sumosam” für Jugendliche und Erwachsene. Dieser Film greift das Thema Zivilcourage nochmal aus einer anderen Perspektive auf. Es geht um eine Geschichte, die wahrscheinlich jedem schon in ähnlicher Form passiert sein könnte und gibt viele Anregungen und Diskussionsgrundlagen für die Bearbeitung des Themas Zivilcourage mit Jugendlichen. Wer mehr wissen will: Selber anschauen!

Nächster Vorführtermin ist der 26.2 um 16:30 Uhr in der Bayrischen Landeszentrale für neue Medien.

Was ist als nächstes geplant? Noch nichts Konkretes. Aber „um eine gewisse Nachhaltigkeit zu erreichen und an das bestehende Interesse am Thema anzuknüpfen, werden Frau Schütz und ich weitere Projekte planen“, verspricht Verena Nittmann.