Jugendsozialarbeit an Schulen bewährt sich und wird weiter ausgebaut

Geschrieben von Andrea Widman (Netzwerk Politische Bildung Schwaben)
Veröffentlicht am 28. September 2011 unter <https://www.politische-bildung-schwaben.net/2011/09/jugendsozialarbeit-an-schulen-bewaehrt-sich-und-wird-weiter-ausgebaut/>
Abgerufen am 8. Mai 2021 um 07:22 Uhr

Gewalt, psychischer Druck, Aggression und Alkohol, um nur ein paar aufzuzählen, sind Begriffe, die man für gewöhnlich nicht mit Schule assoziiert, doch viele Schüler und Lehrer sind damit Tag für Tag konfrontiert. Immer komplexer werden die Probleme, mit denen Schulen heute zu kämpfen haben, und häufig fühlen sich Lehrer/innen und Direktoren/innen damit überfordert.

Unterstützung bekommen sie seit einiger Zeit von der Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS). JaS ist eine Maßnahme der Jugendhilfe und stellt mittlerweile bereits einen Schwerpunkt der bayerischen Kinder- und Jugendpolitik dar.     Jugendsozialarbeit an Schulen zählt zu den Leistungen nach § 13.1 Sozialgesetzbuch VIII und bedarf einer vereinbarten, partnerschaftlichen Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe.

Ziel von JaS ist es, sozial benachteiligte Jugendliche in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu fördern, um so ihre Chancen auf eine eigenverantwortliche Lebensgestaltung zu verbessern. Dabei richtet sich der Blick besonders auf Kinder und Jugendliche, die vermehrt Verhaltensauffälligkeiten zeigen, die Schule verweigern, familiäre und/oder psychosoziale Probleme haben, ebenso auf Schüler bei denen eine erhöhte Aggressivität zu erkennen ist, oder die aufgrund von sozialen Schwierigkeiten oder eines Migrationshintergrundes, voraussichtlich Probleme beim Übergang Schule – Beruf haben werden.

Aber nicht nur die Schüler/innen sind Zielgruppe der JaS, sondern auch deren Eltern bzw. das familiäre Umfeld, da nur so ganzheitlich angesetzt und den einzelnen Jugendlichen adäquat geholfen werden kann. Jugendsozialarbeit an Schulen ist daher von ihrem Selbstverständnis her zwischen Schule und Familie angesiedelt. Sie steht in enger Kooperation mit der jeweiligen Schule in der sie umgesetzt wird, arbeitet aber trotzdem immer nach eigenständiger Zielsetzung und Methodik.

Zu den Aufgaben eines Schulsozialarbeiters/einer Schulsozialarbeiterin gehören bspw. die Förderung sozialer Kompetenzen durch soziale Gruppenarbeit, Projekte oder die Beratung im Rahmen der Einzelfallhilfe. Auch die Ermittlung von Hilfebedarf durch sozialpädagogische Diagnostik, sowie die Vernetzung mit anderen Institutionen spielt eine wesentliche Rolle im Arbeitsalltag der Schulsozialarbeiter. Damit nehmen sich die Schulsozialarbeiter/innen den Problemen an, denen die Schulen oft aufgrund der engmaschigen Struktur von Lehrplan und Noten- bzw. Leistungsdruck nicht angemessen begegnen können. Die Schüler/innen finden hier einen professionellen Anlaufpunkt für ihre persönlichen Notlagen und bekommen Hilfe zur Seite gestellt. Im Rahmen solcher Beratungsangebote können psychische Belastungen der Jugendlichen mit ihnen zusammen benannt, bearbeitet und reflektiert werden. So kann Eskalationen in Form von Aggression oder Gewalt, aufgrund aufgestautem, emotionalem Druck vorgebeugt werden.

Das Format “Jugendsozialarbeit an Schulen” wurde bereits 1999 ins Leben gerufen und blieb bis 2002 eine Modellförderung. Erst nach einer Wirksamkeitsüberprüfung fiel der Beschluss eines Regelförderprogramms, welches JaS damals für Haupt- , Förder-, und Berufsschulen  vorsah. Dabei wurde vom Bayerischen Kabinett das Ziel vorgegeben, bis 2012 an 500 Schulen in Bayern diese Form der Jugendhilfe etabliert zu haben. Im Jahr 2009 war dieses Ziel bereits schon erreicht. Auf den vorliegenden Ergebnissen aufbauend, wurde eine Weiterentwicklung des Konzepts “JaS” beschlossen. Zentraler Inhalt hierbei: die Aufnahme von Grund- und in besonderen Fällen auch Realschulen in das Förderprogramm, sowie der weiter fokussierte Stellenausbau der Jugendsozialarbeit an Schulen. Nun sollen es 1000 bayernweit werden (bis 2019). Dazu ist die Besetzung von 60 neuen Stellen jährlich geplant.

Die regionale Verteilung der zu diesem Zeitpunkt bestehenden Schulen mit JaS unter den einzelnen bayerischen Bezirken zeigt diese Grafik:

(http://www NULL.politische-bildung-schwaben NULL.net/2011/09/jugendsozialarbeit-an-schulen-bewaehrt-sich-und-wird-weiter-ausgebaut/jas-regi/)

Schwaben und Oberbayern verfügen bisher über die höchste Anzahl an JaS-Stellen.

Jedoch müssen hier im Gegensatz zu den anderen Bezirken auch viele Schulen mit verhältnismäßig weniger Stellen abdeckt werden.

 

 

 

 

Quelle: www.stmas.bayern.de (http://www NULL.stmas NULL.bayern NULL.de)

In welchen örtlichen Bereichen und in welcher Intensität die Jugendsozialarbeit an Schulen weiter ausgebaut werden soll, wird sich in naher Zukunft zeigen. Fest steht, es werden stetig neue Stellen geschaffen und jede Einzelne von ihnen ist notwendig.