Krieg den Palästen oder Können wir uns die Reichen noch leisten?!?

Geschrieben von Hans Glück, Christian Fischer (Netzwerk Politische Bildung Schwaben)
Veröffentlicht am 27. Februar 2012 unter <https://www.politische-bildung-schwaben.net/2012/02/krieg-den-palaesten/>
Abgerufen am 8. Mai 2021 um 05:41 Uhr

Nein wir stellen hier nicht den Kapitalismus an den Pranger. Auch werden wir den Kommunismus nicht verurteilen. In dieser Schrift geht es uns viel mehr um Gerechtigkeit und den Fehler im System. Denn wenn man den Fehler nicht verstanden hat, ist es egal in welchem System man lebt, es wird immer ungerecht zugehen.Die Vermögensverteilung  jedes Landes lässt sich ziemlich exakt durch eine Formel berechnen und je länger ein Land von seiner letzten Währungsreform entfernt ist, desto ungerechter ist auch das Geld im Land verteilt. Das kommt nicht von ungefähr, unser Geldsystem so wie wir es seit jeher kennen, ist die eigentliche Ursache für diese ungerechte Verteilung. 90 Prozent der Bevölkerung Deutschlands zahlen drauf bei diesem Spiel. Die restlichen 10 Prozent der Bevölkerung dagegen verdienen an dieser Umverteilung fast all Ihr Einkommen ohne dabei auch nur einen Finger rühren zu müssen.

Das Spiel von dem wir hier sprechen nennt sich Zinssystem. Viele werden jetzt denken:  „Was ich zahle doch keine Zinsen, ich hab ja keine Schulden!“ Doch um Zinsen zu zahlen, muss man selbst keine Schulden haben.

Wir zahlen indirekt Zinsen wenn wir Steuern zahlen und das nicht zu wenig, da die Staatszinsen bereits der zweitgrößten Haushaltsposten der Bundesrepublik Deutschland ist. Jeder siebte Euro den

wir an Steuern an den Bund zahlen wird nur zur Zinstilgung her genommen.

Dies ist aber bei weitem nicht der größte Teil der bei dieser Umverteilung statt findet. Den größten teil zahlen wir nämlich beim Einkaufen. Auf Waren und Dienstleistungen ist im Schnitt ein Zinsanteil von 40 %. Dieser lässt sich dadurch berechnen, dass man die Bankzinserträge in der Relation zu den Ausgaben der Haushalte setzt.

Wenn man sich heute eine Semmel beim Bäcker kauft. Zahlt man den Zins für den Kapitaleinsatz des Bäckers ( Mehl, Wasser, Ofen, Strom usw.) und gleichzeitig aber auch den Kapitaleinsatz für im Voraus gelaufene Arbeitsschritte. Der Hersteller des Mehls verlangt Zins für den Kapitaleinsatz seiner Mühle, der Bauer für den Traktor, der Stromkonzern für die Turbine usw.

Am Ende der Reihe summiert sich der Zinsanteil für den Verbraucher so auf 40 %.

Von dieser Umverteilung profitieren aber nur ganz Wenige, die dafür aber kräftig.

Hier ein Rechenbeispiel:

Angespartes Guthaben für ein Jahr:

400.000 EUR ,  2 % Verzinsung  =  8000 EUR Zinsertrag

Konsumausgaben der Familie im Monat:

2000 EUR, 40% Zinsanteil (Waren und Dienstleistungen)

800 EUR mal 12 Monate = 9600 Euro Zinslast

Dabei ist in diesem Beispiel noch nicht einmal der besonders hohe Zinsanteil in den Mieten und der Zinsanteil in den Steuern berücksichtigt.

Dann werden die Reichen halt Reicher und die Armen ärmer ist doch nicht so schlimm! Aber…

Ein weiterer Knackpunkt dieses Systems ist, dass die eingeforderte Zinsmenge jedes Jahr steigt. Wächst nun in einem Jahr die Wirtschaft nicht so schnell, muss irgend jemand einen Teil seines erwirtschafteten abgeben. Sind das die Unternehmen, geht es der Wirtschaft insgesamt schlecht und wir geraten in eine Depression. Sparen die Unternehmen, können sie das entweder noch bei den Arbeitslöhnen oder aber bei den Steuern. Irgend jemand zahlt am Ende immer die Zeche. So haben wir in den letzten Jahren ein sinkendes Lohnniveau und steigende Staatsschulden, bei durchschnittlich wachsender Wirtschaft. Da eingeforderte Zinsmenge aber schneller wächst (da exponentielles Wachstum) als die Wirtschaft, muss dieses Systems zwangsweise nach einer gewissen Zeit scheitern. Was entweder in einer hyper Inflation, einer großen Depression oder mit Krieg endet.

Warum wächst aber die eingeforderte Zinsmenge?

In einer ausgewachsenen Volkswirtschaft sinken auf Grund größerer Konkurrenz die Renditen. Ebenso die dazugehörigen Kreditzinsen. Das hat die Auswirkung, das die Bereitschaft sinkt sein Geld fest anzulegen. Dies läuft früher oder später auf eine Kreditklemme hinaus. Um dem gegen zu steuern weitet die EZB die Geldmenge aus, was im allgemeinen als „schleichende Inflation“ bekannt ist. Hiermit will die EZB die Anleger dazu bringen ihr Geld wieder auf der Bank anzulegen und es so wieder in den Geldumlauf einfließen zu lassen. Die EZB veröffentlicht offiziell eine Inflation von 2%. Real wächst die Geldmenge aber viel mehr. Das liegt daran, dass die EZB die Inflation anhand eines Warenkorbs bemisst, der aber nicht alle möglichen Werte, sondern nur eine Schätzung der täglich verwendeten Konsumgütern beinhaltet. Dadurch, dass nicht die tatsächlichen Waren abgebildet werden, muss die EZB die Geldmenge um einiges mehr als die 2% anheben. Durch die stetige Vermehrung der Geldmenge und die sich dazu langsamere Erhöhung der Warenmenge, müsste nach geraumer Zeit eine nicht unerhebliche Inflation entstehen. Diese spüren wir jedoch nicht, da die überflüssige Liquidität in Finanzblasen versteckt wird. Wen interessiert was Blasen sind und wie Sie entstehen, dies ist in diesem Video sehr gut und amüsant erklärt:

http://www.youtube.com/watch?v=iq3se1MShiI (http://www NULL.youtube NULL.com/watch?v=iq3se1MShiI)

So kommt es dazu, das nur 3 % der Geldmenge wirklich für den realen Warenhandel gebraucht werden, 97 % des Geldes auf der Welt sind reine Spekulation. Der Bürge dafür, dass dieses Geld auch vorhanden ist, ist der Zins, der auf die kompletten 100 % der Geldmenge gezahlt werden muss. Dadurch wächst die Zinsmenge stetig an.

Schon Henry Ford hat vor ca. 100 Jahren gesagt: Eigentlich ist es gut, dass die Menschen der Nation unser Banken und Währungssystem nicht verstehen, würden Sie es nämlich, hätten wir eine Revolution noch vor Morgen Früh“