Energiedetektive – Die Vorhut der Spürnasen ist unterwegs

Geschrieben von Dirk Tabellion (Netzwerk Politische Bildung Schwaben)
Veröffentlicht am 30. April 2012 unter <https://www.politische-bildung-schwaben.net/2012/04/energiedetektive-die-vorhut-der-spuernasen-ist-unterwegs/>
Abgerufen am 26. November 2020 um 21:14 Uhr

Bei einer Klausurtagung der Politischen Bildung Schwaben u. Politischen Bildung Bayern im März 2011, deren Thema die Projektarbeit “politischen Bildung”  bei Jugendverbänden war, ist die Idee “Energiedetektive” entstanden.

Michael Sell, der ab April 2011 die Leitung der Jugendbildungsstätte Babenhausen übernahm, war von der Idee begeistert.

Ein aktueller Bezug zum Thema war schnell hergestellt: Zum Einen wurde die energetische Sanierung der Jugendbildungsstätte Babenhausen gerade fertig gestellt und erfüllt nun die Bedingungen eines “Niedrig-Energie-Hauses”, zum anderen waren die dramatischen Ereignisse im Golf von Mexiko, Fukushima und die Diskussionen um den deutschen (Wieder-) Atomausstieg noch sehr öffentlichkeitswirksam präsent.

Dabei war es ihm auch sehr wichtig, die Jubi besser in das Projekt “Politische Bildung Schwaben” einzubinden und im Netzwerk aktiv mitzuarbeiten.

Ab Anfang August entstand dann eine AG, in der die Initiatoren, StudentenInnen der Katholischen Stiftungsfachhochschule Benediktbeuern und eine Vertreterin der Firma EZA zusammenkamen. Es sollte ein Konzept entstehen, welches Jugendgruppen quer durch Schwaben ermöglicht einen “Energiecheck” in ihrem Ort durchführen zu können. Dabei sollen sowohl Privathäuser (der beteiligten Jugendlichen), öffentliche Gebäude und Firmen, als auch die Energieversorgung der Gemeinde als Ganzes “untersucht” werden. Sie sollen lernen Energiefresser und –sparer zu finden, Verbesserungsvorschläge für einen sinnvollen und zukunftsweisenden Umgang mit Energie zu entwickeln und Einfluss (Partizipation) im öffentlichen Raum und der kommunalen Politik zu nehmen.

Seitdem haben nun mehrere Treffen stattgefunden.  Das Konzept nahm Gestalt an und mit Angelika Baumer von der Firma EZA war auch ein Profi in Sachen Energie an Bord.

Als Zielgruppe des Konzeptes wurden Jugendgruppen der offenen oder verbandlichen Jugendarbeit geplant. Jedoch können auch andere Jugendgruppen sich durchaus angesprochen fühlen. Diese Jugendgruppen sollen, im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung, für die Themen Energieverschwendung und –einsparung sensibilisiert werden.

So sollen vor allem die GruppenleiterInnen in einer Muliplikatorenschulung erkennen, wie spannend und zukunftsweisend Energie als Thema ist. Sie sollen lernen, wie sie diesen Punkt in ihren Gruppen bearbeiten und eine nachhaltige Bewusstseinsbildung bei den Jugendlichen erreichen können.

Dazu gehören unter anderem auch handlungsorientierte und spielerische Methoden für die Gruppenarbeit. Sie sollen dann in der Lage sein, interessante attraktive Energieprojekte in ihrem Umfeld zu erkennen und zusammen mit ihren Gruppen zu bewerten.

Hierzu wurde unter anderem ein Fragebogen erstellt, der den Gruppen als Handwerkszeug dient. Dieser ist unterteilt in mehrere Bereiche zum Thema “Energie”.

Einer dieser Bereiche ist das Thema “Strom”. Hier können die Jugendlichen z.B. in einem öffentlichen Gebäude mit Unterstützung des Hausmeisters recherchieren, wie die Beleuchtung organisiert ist, ob mehrheitlich Energiesparlampen genutzt werden oder ob noch mit energiefressenden alten Glühbirnen gearbeitet wird, ob Steckdosenleisten mit Schalter verwendet werden oder ob Geräte wie Computer, Drucker oder Kopierer mehrheitlich im Stand-By-Betrieb laufen.

So sind die Energiedetektive nun zu einem Teilprojekt im Netzwerk Politische Bildung Schwaben geworden, in dem Organisationen aus den Bereichen: Jugendarbeit, Schulen, Hochschulen, Kommunalpolitik u. Volkshochschule zusammenarbeiten. Das Netzwerk selbst wird vom Bezirksjugendring Schwaben koordiniert.

Vor kurzem fand eine Pilotphase statt. Einige GruppenleiterInnen folgten der Einladung der Lenkungsgruppe in die Jugendbildungstätte Babenhausen und nahmen an einer Schulung zum Thema “Energiesparen” teil. Sie wurden in das Konzept eingeführt und sollten dieses nun in den nächsten Wochen mit ihren Gruppen testen.

Wir sind sehr gespannt, was sie berichten.