Studiengebühren? – Nein Danke!

Geschrieben von Malena Schulte-Spechtel (Netzwerk Politische Bildung Schwaben)
Veröffentlicht am 31. Juli 2012 unter <https://www.politische-bildung-schwaben.net/2012/07/studiengebuehren-nein-danke/>
Abgerufen am 22. Juli 2019 um 14:51 Uhr

Vor etwa sechs Jahren entschlossen sich Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Saarland und Hessen ihren Studierenden einen besonderen Gefallen zu tun. Sie würden die Studienbedingungen verbessern.

Und um die Studierenden am Hochschulgeschehen zu beteiligen, beschloss man, sie von nun an wieder Studiengebühren zahlen zu lassen. Mit bis zu 500 Euro pro Semester und StudentIn sollte man meinen, ließe sich einiges ändern. Wer kann sich auch nicht besser auf seinen Lernstoff konzentrieren wenn er weiß, dass beispielsweise der EDV-Raum neue Lautsprecher, die Bibliothek eine rote Couch oder die Hochschule ein Drachenboot hat?! Das und ähnliches ist es, was man mitbekommt von der Verwendung der Studiengebühren. Doch scheinbar kann man es den jungen Leuten nur schwer recht machen. Zu hunderten gingen sie immer wieder auf die Straßen, besetzten Hörsäle und protestierten gegen die Studiengebühren: Diese seien nicht sozialgerecht und in Deutschland solle doch jeder unabhängig von Geld Zugang zu Bildung haben!

Ist dem denn nicht so? Es hat doch jeder, der bedürftig ist, die Möglichkeit zur Finanzierung seines Studiums  BAföG oder ein Studienbeitragsdarlehen zu beantragen.  Es ist schließlich weitläufig bekannt, dass man mit abgeschlossenem Studium genug verdient um seine Schulden problemlos zurück zu zahlen. Oder etwa nicht?!

Umso merkwürdiger, dass fünf der ehemals sieben Bundesländer ihre Studiengebühren inzwischen schon wieder abgeschafft haben. So sind Niedersachsen und Bayern die letzten zwei, die noch daran festhalten. Ganz nach dem Motto „wer gebildet sein will muss leiden”.