Studentenproteste an der Katholischen Stiftungsfachhochschule München, Abteilung Benediktbeuern

Geschrieben von Sybille Ulbrich, Michalina Jonderko, Dirk Tabellion (Netzwerk Politische Bildung Schwaben)
Veröffentlicht am 28. Januar 2013 unter <https://www.politische-bildung-schwaben.net/2013/01/studentenproteste-an-der-ksfh/>
Abgerufen am 7. August 2020 um 17:29 Uhr

Pünktlich zum Beginn der jährlichen FDP-Winterklausur im Kloster Benediktbeurn, fanden sich am Donnerstag, dem 17. Januar 2013 vor dem Eingang auch einige Studierende, der im gleichen Gebäude beheimateten Fachhochschule für Soziale Arbeit ein, um Ihre Meinung bezüglich der Studiengebühren zum Ausdruck zu bringen.

In an Obdachlose angelehnter Kleidung sowie kleinen Pappschildern, beschrieben mit kritischen Äußerungen wie „Kein Geld für Essen dank Studiengebühren“ wollten sie auf die schwierige finanzielle Situation vieler Studierenden aufmerksam machen.

Drei Vertreter der FDP stellten sich den StudentInnen vor laufender Kamera und anwesender Presse. Darunter auch Wissenschaftsminister Heubisch, der die Studiengebühren in Bayern vehement und gegen jeden Widerstand verteidigt.

Zu einem wirklichen Dialog kam es in der oberbayerischen Kälte allerdings nicht. Immerhin war die studentische Aktion spontan entstanden und somit nicht im Zeitplan der Tagung vorgesehen. Nach einer kurzen Diskussion, verabschiedeten sich die drei SpitzenkandidatInnen der bayerischen FDP – mit dem Hinweis auf ihr eigentliches Vorhaben, in die Räumlichkeiten der ehemaligen Pilosphisch – Theologischen – Hochschule.

Von den Politikern ging im Zuge dieser  Begegnung das Angebot aus, sich am darauffolgenden Sonntag nochmals zu treffen um dann – mit mehr Zeit – sachlich und auf Augenhöhe in einen demokratischen Diskurs zu treten.

Als sich am Folgetag erneut einige StudentInnen vor Beginn der Klausursitzung am Eingang einfanden, um der FDP ihr Angebot in Erinnerung zu rufen und ebenfalls ihre Meinung zum Thema Studiengebühren anhand kleiner Plakate zu verdeutlichen, wurden diese sehr bald von der wohl zwischenzeitlich vorsorglich benachrichtigten Polizei vom Ort des Geschehens entfernt.

Und während des ruhigen und offenen Gespräches zwischen StudentInnen und Beamten, die ihre Zustimmung mit verständnisvollem Nicken kundtaten, verließen die jungen Menschen sehr bald und vor allem ruhig und widerstandslos das Gelände. Zurückgelassene Schilder waren kurz darauf verschwunden.

Ob der von Seiten der FDP angebotene Dialog zwischen Studentenschaft und Politik am Sonntag tatsächlich stattgefunden hat, ist uns leider nicht bekannt. Studentische Aussagen sprechen allerdings dagegen.

Hier noch einige Stimmen der Stimmen der StudentInnen:

Student, 3,Semester, 20J :

“Alles andere als eine konstruktive Diskussion! Die FDP hatte nur ausweichende Antworten und hat eine soziale Ungerechtigkeit mit einer anderen begründet…”

Studentin, 5,Semester, 38J:

“Studienkredite sind nicht für jeden, z.B. HartzIV Empfänger, die sind nicht Kreditwürdig…Bafög gibts auch nur bis 31 Jahre und das sind keine Einzelfälle..”

Studentin, 1. Semester, 22J:

” Auch wenn die FDP sich nicht auf unsere Argumente einlassen wollte, war unser kleiner, Spontanprotest doch recht medienwirksam, was ja auch ein kleiner Erfolg ist!”