„Inklusion nur bessere Integration?“ – Eine Gegenüberstellung

Geschrieben von Sibylle Ulbrich (Netzwerk Politische Bildung Schwaben)
Veröffentlicht am 27. März 2013 unter <https://www.politische-bildung-schwaben.net/2013/03/inklusion-nur-bessere-integration-eine-gegenueberstellung/>
Abgerufen am 22. Juli 2019 um 14:51 Uhr

Ist Inklusion nur bessere Integration? Und wenn nein, was ist der Unterschied? In meiner Auseinandersetzung mit dem Thema Inklusion bin ich auf ganz unterschiedliche Vorstellungen von diesem Terminus gestoßen. Daher erscheint es schwierig, sich auf einer Gesprächsebene zu begegnen. Ich möchte in den folgenden Zeilen versuchen, das komplexe Thema mit wenigen, idealistischen Worten zu umreißen; ergänzt mit Hinweisen zu weiterführenden Informationen.

Ein Kommentar von Sibylle Ulbrich:

„Integration“ leitet sich vom lateinischen „integer“, bzw. „integrare“ ab, was laut Duden „heil, unversehrt machen, wiederherstellen, ergänzen“ bedeutet. Integration geht davon aus, dass unsere Gesellschaft aus „normalen“ Menschen und solchen mit Handicap, abnormen Verhalten, oder Aussehen besteht. Diese Menschen sollen „wiederhergestellt“, oder „ergänzt“ werden, um der Norm zu entsprechen. Zugegebenermaßen eine provokante Definition, die aber, sind wir ehrlich, dem Alltagsverständnis der meisten Menschen entspricht. Wer definiert denn nun diese Norm? Man kann sagen, es ist ein Wert den „die  Gesellschaft“ impliziert und der sich im Hintergrund kultureller und sozial-politischer Prägung ständig verändert. (Denken wir nur an das 3. Reich mit seiner sehr fragwürdigen und trotzdem weithin tolerierten Normvorstellung und den traurigen Folgen.) Würdigend ist zu sagen, dass Integration immer schon die Teilhabe aller Menschen an der Gesellschaft im Blick hatte.

Was ist nun an Inklusion anders? Der Begriff „Inklusion“ (lat.) bedeutet „der Einschluss“, „inklusiv“ „einschließlich“. Damit weist der Begriff auf das Bild einer alles einschließenden Gesellschaft hin. In diesem Fall ändert sich das System, die Schule, die Kommune, die Gesellschaft.  Es ist die Vision einer Gesellschaft, in der Vielfalt nicht nur toleriert, sondern geschätzt wird. Jeder Mensch kann das Zusammenleben auf seine Art bereichern. Inklusion geht davon aus, dass Behinderung eine Zuschreibung der Gesellschaft ist. Ein Handicap kann somit jeder haben, je nach dem in welchem Kontext er sich bewegt. Daher nennt die Un – Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung neben geistiger und körperlicher Behinderung auch die Dimensionen Alter, soziale Herkunft, Ethnie, Religionszugehörigkeit und Geschlecht. All dies sind Eigenschaften, die zu Ausgrenzung führen können. In Anbetracht der Herausforderungen unserer Zeit (demographischer Wandel, Isolation, Wertewandel, Migration, …) kann uns nichts Besseres passieren, als uns auf den Weg zu machen, in eine inklusive Gesellschaft.

Gute Begleitung auf diesem herausfordernden Weg finden Sie hier:

Inklusion in 80 Sec. erklärt, Aktion Mensch:  http://www.youtube.com/watch?v=COJyb3D_JjA (http://www NULL.youtube NULL.com/watch?v=COJyb3D_JjA)

Inklusion in 3 Minuten erklärt (mit Untertitel): http://www.youtube.com/watch?v=rI84_vZaZMc (http://www NULL.youtube NULL.com/watch?v=rI84_vZaZMc)

Korrekte Übersetzung der UN-BRK (auch in Hörfassung): http://www.netzwerk-artikel-3.de/index.php?view=article&id=93:international-schattenuebersetzung (http://www NULL.netzwerk-artikel-3 NULL.de/index NULL.php?view=article&id=93:international-schattenuebersetzung)

Leichte Sprache (denn Wissen ist Macht): http://www.people1.de/was_halt.html (http://www NULL.people1 NULL.de/was_halt NULL.html)

Kommunale Inklusion (Handbuch): http://www.montag-stiftungen.de/?id=3150 (http://www NULL.montag-stiftungen NULL.de/?id=3150)