Politische Bildung auf Augenhöhe – Neues Konzept ist erfolgreich

Geschrieben von Winfried Dumberger-Babiel (Netzwerk Politische Bildung Schwaben)
Veröffentlicht am 30. April 2013 unter <https://www.politische-bildung-schwaben.net/2013/04/politische-bildung-auf-augenhoehe-neues-konzept-ist-erfolgreich/>
Abgerufen am 15. Dezember 2019 um 16:51 Uhr

Welche Personen stehen hinter Mandatsträgern? Wie kommen wir mit ihnen in einen Dialog auf Augenhöhe? Werden sie sich auf unsere Fragen und Anliegen einlassen?

Diese Fragen beschäftigen junge Menschen. Hierzu hat der Bezirksjugendring Schwaben ein neues Format für den Dialog zwischen Vertretern der Jugendarbeit und Mandatsträgern der politischen Parteien entwickelt. Rund 60 Personen aus Politik und Jugendarbeit erprobten das Konzept bei der Bezirksjugendring-Ausschusssitzung Mitte April in Babenhausen.

Dr. Christian Boeser von der Uni-Augsburg, stimmte die Teilnehmer auf den Dialog ein, mit dem Thema „Politik(er)verdrossenheit“: „Was denken Politiker über Bürger, was denken Bürger über Politiker“. Anschließend besuchten sechs Gruppen aus der Jugendarbeit die Vertreter der Parteien aus dem Bundestag, dem Landtag und dem Bezirkstag.
Im Rhythmus von 30 Minuten gab es mit jeder Partei eine Dialogrunde zu einem vorgegebenen Thema. Somit konnten mit allen Parteien folgende Themen diskutiert werden:

  • Politikverdrossene Bürger und bürgerverdrossene Politiker.  Was haben wir uns eigentlich noch zu sagen?!
  • Warum wählen gehen? Oder: was können Jugendverbände, Jugendringe und Politiker gegen die Wahlmüdigkeit von jungen Menschen tun?
  • Verhältnis: Jugendverbände und Politik. Wie kommen wir weg von den Klischees: „Die Politiker reden doch nur“ – „Die Jugendverbände wollen doch nur mehr Geld“.

Ein Moderator steuerte in jeder Gruppe die Gespräche und achtete darauf, dass alle Teilnehmer zu Wort kamen. Ferner hielt er die Ergebnisse des Dialogs auf einer Wandzeitung fest. Die Moderatoren präsentierten alle Beiträge aus den sechs verschiedenen Workshop-Runden im anschließenden Plenum.
Hier die Erkenntnisse: Mit dem neuen Veranstaltungsformat kann der „Politik(er)-verdrossenheit“ etwas  entgegengesetzt werden. Die gewählte Methode ermöglicht eine Begegnung auf Augenhöhe. Alle erfahren mehr voneinander und respektieren sich. Das Verständnis wächst, unterschiedliche Sichtweisen können stehen bleiben.

Beim Thema „Wahlmüdigkeit“ spielt bei vielen Jugendlichen sowohl der Mangel an Vorkenntnissen über Wahlen eine Rolle, als auch das Vorbild im Elternhaus und in der Schule. Der Parteienstreit kommt bei jungen Menschen nicht gut an. Abhilfe schaffen können zum Beispiel  Juniorenwahlen, die in Schulen durchgeführt werden oder U18-Wahlen, die Jugendringe und Verbände anbieten. Auch kleine Wahlprojekte, die auf Jugendliche zugeschnitten sind, wirken motivationsfördernd. Ebenso könnte die Absenkung des Wahlalters ein Anreiz sein.
Alle Teilnehmer waren sich einig, dass es notwendig ist, für Wahlen und für Demokratie mehr Interesse zu wecken. Demokratie setzt Wissen voraus.

Politische Bildung vermittelt Wissen.

Miteinander reden, sich wertschätzen, Kontakte pflegen, gemeinsame Projekte – auf vielen Wegen können Politik und Jugendverbände Klischees entgegenwirken.
Gute Jugendarbeit braucht Geld. Gute Politik braucht Akzeptanz auch von jungen Menschen.

Ein Mandatsträger fasste seine Erkenntnisse so zusammen: „ich war beeindruckt von der Kommunikationsdichte und vom Neuigkeitswert dieser Veranstaltung, es war ein zielführender und wohltuender Workshop“.

Die Konzeption können Sie beim Bezirksjugendring Schwaben anfordern: info@bezirksjugendring-schwaben.de (info null@null bezirksjugendring-schwaben NULL.de).