„Anpacken und handeln – jugendfreundliche Gemeinden in Schwaben stellen sich vor“

Geschrieben von Sibylle Ulbrich (Netzwerk Politische Bildung Schwaben)
Veröffentlicht am 30. Oktober 2013 unter <https://www.politische-bildung-schwaben.net/2013/10/anpacken-und-handeln-jugendfreundliche-gemeinden-in-schwaben-stellen-sich-vor/>
Abgerufen am 7. August 2020 um 16:44 Uhr

Unter dem Motto „Anpacken und handeln – jugendfreundliche Gemeinden in Schwaben stellen sich vor“ luden Bezirk und Bezirksjugendring Schwaben am Freitag, 18. Oktober zum 7. Jugendempfang nach Babenhausen. In der Jugendbildungsstätte präsentierten sich zehn jugendfreundliche Kommunen aus ganz Schwaben sowie die vier kreisfreien Städte. Was verbirgt sich hinter dem diesjährigen Motto des Jugendempfangs? Im Hintergrund des demographischen Wandels und einer fortschreitenden Landflucht sind kreative, sozialraumorientierte Konzepte gefragter denn je. Besonders für ländliche Gemeinden wird es immer wichtiger, jungen Menschen Identifikationsmöglichkeiten und attraktive Perspektiven zu bieten. Das gemeinsame Ziel der Gemeinden, für junge Menschen attraktiv zu bleiben setzte dabei jeder Teilnehmer auf andere Art um. Entstanden ist ein Marktplatz der Ideen. Eine Vielzahl von nachahmenswerten Projekten und Initiativen bot sich den Besuchern des Jugendempfangs. Geladen waren neben den Vertretern der auserwählten Gemeinden und kreisfreien Städte auch Vertreter aus Jugendverbänden und Politik.

„So werde ich die nächste Bezirkstags-Sitzung beginnen“ rief Jürgen Reichert begeistert aus. Die witzig-provokante Eröffnung des Improvisations-Theaters „Die WendeJacken“ hatte den Bezirkstagspräsident sichtlich beeindruckt. Im folgenden Interview mit Radiomoderator Andreas Schales schlug er auch nachdenkliche Töne an. Das Thema des Jugendempfangs sei gut gewählt und treffe angesichts der 180 Anmeldungen offenkundig den Nerv der Zeit. Als besonders kritisch sieht Reichert die unterschiedliche Entwicklung in Städten und im ländlichen Bereich. Besonders mittlere und kleinere Gemeinden sind hier gefordert. Was können wir tun, damit junge Menschen nicht in die Großstädte abwandern? Eine Frage, die auf den Nägeln brennt.

Beim Besuch der Stände sei er auf viele nachahmenswerte Ansätze gestoßen. Wenn es uns gelingt solche Ideen zu etablieren und mit den neuen Medien, dem Internet und der politische Bildung zu transportieren, dann setzten wir wichtige Impulse in der Jugendarbeit, so der Bezirkstagspräsident. Im Folgenden betont er, wie wichtig eine Beteiligungskultur für junge Menschen ist. Nicht nur Event und Versorgung sollen im Mittelpunkt stehen, sondern das Mitmachen. Es gilt der Spagat zwischen gefordert und gefördert werden. „Die Ernstnahme von jungen Menschen ist die Voraussetzung, damit sie sich beteiligen.“. Es gibt hier viele Ideen, wie z.B. die Jungbürgerversammlung lobt der Politiker. Beteiligungsangebote für Jugendliche durch die Gemeinde sind daher ein wichtiges Bewertungskriterium für deren Jugendfreundlichkeit. Ebenso wie öffentliche Anerkennung. Reichert hebt schließlich hervor, dass Lob die Grundlage für Motivation und Erfolg ist. Einfach mal sagen: “Das habt ihr gut gemacht, dass ihr euch ehrenamtlich in eurer Freizeit einbringt.“

Im Anschluss an die Grußworte und das Interview mit Präsident Jürgen Reichert konnten die Gäste die Stände besuchen, an denen sich die jugendfreundlichen Gemeinden und Städte mit ihren Projekten darstellten. Bei köstlicher Verpflegung der Jugendbildungsstätte und alkoholfreien Drinks des JUZ Bad Wörishofen konnte man sich austauschen über Projekte und Angebote, die junge Menschen ebenso begeistern wie ältere. Ob Konzepte zu Beteiligungsangeboten, innovativen Projekten der offenen Jugendarbeit, oder das Programm „Bildung, Wirtschaft und Arbeit im Quartier“. Die Vielfalt der Ideen war beeindruckend.

Besonders kleinere u. mittlere Kommunen sollten dem Beispiel der dargestellten Gemeinden folgen und das Thema Jugendfreundlichkeit forcieren. Interessenten können sich an den Bezirksjugendring Schwaben, Holbeinstr.12, 86150 Augsburg, mail: info@bezjr-schwaben.de, Tel. 0821/517020 wenden. Hier können auch die Bewertungskriterien für Jugendfreundlichkeit angefordert werden.