Fragen zur Kommunalwahl 2014 an Kreistags- und Gemeinderats-kandidaten

Geschrieben von Winfried Dumberger-Babiel (Netzwerk Politische Bildung Schwaben)
Veröffentlicht am 30. Januar 2014 unter <https://www.politische-bildung-schwaben.net/2014/01/fragen-zur-kommunalwahl-2014-an-kreistags-und-gemeinderats-kandidaten/>
Abgerufen am 26. März 2019 um 06:11 Uhr

Dieter Schütz / pixelio.de

Jugendpolitik ist kein Selbstläufer. Sie ist immer wieder von den Vertretern der Jugendarbeit ins Gespräch zu bringen. Es liegt an ihnen, ob bei den Kommunalwahlen die Jugendpolitik ins Zentrum der Diskussion gerückt wird oder, ob sie eher am Rande bleibt. Aus dieser Kommunikation kann sich eine weitere Zusammenarbeit, können sich gemeinsame Projekte entwickeln. Damit kann praktische Jugendarbeit in die Gemeinden getragen werden. Eine gute Jugendpolitik der Gemeinden ist ein Standortfaktor für die Zukunft.

Die nachfolgenden Fragen sind eine Anregung für Vertreter der Jugendarbeit bei Gesprächen, Befragungen, Diskussionsrunden etc. mit Kandidaten/innen zur Kommunalwahl. Sie können für die örtliche Situation adaptiert bzw. erweitert werden.Fragen zur demografischen Entwicklung

  • Gut ausgebildete junge Menschen wandern in zunehmenden Maße in die
    Städte ab. Welche Alternativen bieten Kommunalpolitiker jungen Menschen
    zu den Ballungsräumen an?
  • Haben Gemeinden schon eine Strategie entwickelt, wie sie diesen Herausforderungen entgegenwirken möchten?
  • Wird der demografische Wandel im Gemeinderat/Stadtrat, Jugendhilfe-
    ausschuss thematisiert?
  • Was bedeutet es konkret, junge Menschen in der Gemeinde zu halten?
  • Gibt es auf Landkreisebene Initiativen jugendfreundliche Gemeinden zu
    würdigen?

Fragen zum Übergang von Schule in den Beruf

  • Was unternimmt die Kommunalpolitik, um Azubis in der Region auszubilden, junge Leute nach dem Studium zurückzuholen, junge Fachkräfte in der Region zu halten?
  • Welche Angebote gibt es in der Gemeinde beim Übergang von der Schule in den Beruf? (z. B. eine Ausbildungsbörse, Praktikumsplätzte, Freiwilliges soziales Jahr, Stellen für Bundesfreiwillige, Ferienjobs für Jugendliche).
  • Was unternimmt die Gemeinde, der Landkreis, um die eigenen Potentiale aufzuzeigen z.B. bei Arbeitsplätzen, bei der Bildung, bei Kultur, Technik, und Freizeit, beim sozialen Umfeld?

Fragen zu Beteiligungsmöglichkeiten von jungen Menschen

  • Bietet die Gemeinde Kindern und Jugendlichen Beteiligungsmöglichkeiten an?
    Wenn ja, welche?
  • Gibt es in der Gemeinde ein Lernfeld für junge Menschen, in dem sie mit der Gemeindepolitik ins Gespräch kommen können, in dem Gemeindepolitik erfahrbar wird, in dem etwas mitgestaltet werden kann?
  • Werden junge Menschen für kommunalpolitische Themen begeistert? Gibt es eine Kultur in der Jugendliche spüren, dass sie gebraucht werden?
  • Gibt es in der Gemeinde kontinuierliche Jungbürgerversammlungen oder einen runden Tisch oder ein Jugendparlament?
  • Werden die Ergebnisse von Jungbürgerversammlungen im Gemeinderat/Stadtrat behandelt? Wird Jugendlichen dort ein Anhörungs- und Rederecht eingeräumt?
  • Gibt es in der Gemeinde eine/n Jugendbeauftragte/n?  Gibt es auf Kreisebene regelmäßige Treffen für Jugendbeauftragte?
  • Werden Projekte für Jugendliche und von Jugendlichen in Gemeinden initiiert und gefördert?
  • Werden junge Menschen aktiv bei der Dorf- bzw. Stadtentwicklung beteiligt?

Fragen zur kommunalen Jugendarbeit/Jugendhilfe

Landkreise und kreisfreie Städte haben seit zwei Jahren den gesetzlichen
Auftrag für eine Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung in der Jugend-
hilfe. D. h. die Jugendämter haben hier einen Handlungsauftrag.

  • Gibt es schon eine Planung, wie dieser Auftrag umgesetzt werden soll?
  • Gibt es im Landkreis, der Stadt eine Bestandsaufnahme zur Qualitäts-entwicklung? Wurde schon ein Qualitätsdialog mit den Beteiligten in Gang gesetzt?
  • Gibt es Konzepte zur Beteiligung der freien Träger zur Jugendhilfe?
  • Haben sich die Jugendhilfeausschüsse damit schon befasst?

Mit diesen Fragen können die Interessen der jungen Generation in die Kommunalpolitik eingebracht werden. Damit werden die Vertreter der Jugendarbeit ihrer Sprecher-funktion für junge Menschen gerecht. Damit wird Jugendarbeit kommunalpolitisch wahrgenommen. Die Kommunalwahlen bieten eine Chance dazu.

Wer zu den Jungbürgerversammlungen noch gerne weitere Informationen hätte findet sie beim Bezirksjugendring Schwaben (http://www NULL.bezirksjugendring-schwaben NULL.de/index NULL.php5?option=com_frontpage&Itemid=57). Dieser hat einen Leitfaden für die Durchführung von beteiligungsorientierten Jungbürgerversammlungen entwickelt und erprobt. Der Leitfaden ist über die BezJR-Geschäftsstelle zu beziehen. Ebenso hat der BezJR eine vierteilige Fortbildungsreihe für Jugendbeauftragte entwickelt.