Politische Bildung gehört zur Jugendarbeit

Geschrieben von Winfried Dumberger-Babiel (Netzwerk Politische Bildung Schwaben)
Veröffentlicht am 30. September 2015 unter <https://www.politische-bildung-schwaben.net/2015/09/politische-bildung-gehoert-zur-jugendarbeit/>
Abgerufen am 26. März 2019 um 06:12 Uhr

Jugend ist ein Teil unserer Gesellschaft, deshalb sollte sie auch an deren Gestaltung mitwirken.
Die organisierte Jugendarbeit, vor allem die Jugendringe, haben den Anspruch die Interessen der Jugendlichen zu vertreten und am politischen Leben mitzuwirken. Aus diesem Grund bringen sie die politischen Ansprüche von jungen Menschen in die Politik ein. Für diese Mitwirkung ist politische Bildung eine wichtige Voraussetzung.

Dieses Grundverständnis hat mein Handeln in der politischen Jugendbildungsarbeit beim Bezirksjugendring geleitet. Wie ein roter Faden durchziehen Aktivitäten in der politischen Bildung mein Berufsleben und machen Zusammenhänge zur Jugendarbeit deutlich. Im Blick war dabei besonders die kommunale Ebene, da die Bezirkspolitik zum Bereich der Kommunalpolitik gehört.

Der Bezirksjugendring hat ab 1982 regelmäßig zu den Bezirkstagswahlen Veranstaltungen durchgeführt und seine Mitglieder sowie junge Menschen ermuntert sich an den Wahlen zu beteiligen. Zu den anderen Wahlen gab es ähnliche Aktivitäten. Begleitend dazu haben die Gremien zu aktuellen Ereignissen Stellung genommen. In den Veröffentlichungen des Bezirksjugendrings „ 40 Jahre Jugendarbeit“ und „ 50 Jahre Jugendarbeit“ sind diese Vorgänge dokumentiert.

Mit dem 1990 vom Bezirk beschlossenen Jugendprogramm für Schwaben ist für den gesellschaftlichen Dialog auch ein „ Jugendforum“ geschaffen worden in dem alle zwei Jahre aktuelle Themen der Jugendarbeit und Jugendpolitik behandelt werden. Diese formelle Ebene sorgte für eine Verstet igung von Begegnung und Austausch von Gruppen aus der Jugendarbeit und der Bezirkspolitik. Damit konnte das gegenseitige Verständnis wachsen. Die Foren finden bis heute statt.

Vom Jugendforum 2001 und von der Agenda 21 des Bezirks ging der Impuls für die Etablierung des Projekts „ Politische Bildung Schwaben“ aus. 2002 begann die Zusammenarbeit mit der Stiftungsfachhochschule München/Benediktbeuern. Die Entwicklung dieses Netzwerks ist im Rundbrief 8/2014 (http://www NULL.politische-bildung-schwaben NULL.net/2014/08/politische-bildung-schwaben-wir-sind-12-wir-sind-10-und-wir-sind-500-eine-einmalige-erfolgsgeschichte/) dargestellt.

Ich habe mich sehr gefreut, dass der Bezirk Schwaben den fortwährenden Einsatz des Bezirksjugendrings für die politische Bildung anerkannt und 2014 die Finanzierung einer
Halbtagsstelle beim Bezirksjugendring zugesagt hat.
Seit Sommer diesen Jahres ist die Stelle besetzt (http://www NULL.politische-bildung-schwaben NULL.net/2015/09/politik-wird-erlebt-und-nicht-nur-gelehrt/). Politische Bildung gehört nunmehr zu den ständigen Aufgaben des Bezirksjugendrings uns ist ein Markenzeichen seiner Bildungsarbeit.

Während meiner Zeit beim Bezirksjugendring hat mich die politische Jugendbildung immer angeregt, sie konnte auch stets mit der Jugendarbeit vernetzt werden. Besonders wichtig war mir die Verbindung zur Kommunalpolitik. Sie sollte über Projekte und Aktivitäten vor Ort für junge Menschen erfahrbar und erlebbar werden. Darüber sollte erkannt werden, dass politische Prozesse von Jugendlichen örtlich mitgestaltet werden können. Dies ist vielfach gelungen.
Die außerschulische Jugendarbeit bietet eine Palette von Handlungsmöglichkeiten, von personellen Kompetenzen und von zielgruppenspezifische Angeboten für politisches Lernen. Deshalb gehört die politische Bildung zur Jugendarbeit. Damit ist die Aufgabe verbunden, immer wieder neue Generationen von jungen Menschen in diesen Bereich einzuführen und ihnen Erfahrungen in der politischen Mitwirkung zu ermöglichen. Demokratie lebt von sozialen Beziehungen und der aktiven Mitwirkung.

Zum Abschied meiner beruflichen Tätigkeit bedanke ich mich bei allen, die mit mir in der politischen Bildung zusammengearbeitet, die mich begleitet und unterstützt haben.

Ein besonderer Dank geht an Prof. Dr. Gerhard Kral, der von Beginn an das Projekt „Politische Bildung

Zum Abschied nach 26. Semestern wurde Herrn Dumberger-Babiel vom Redatiosteam der Titel "Master of PBS" verliehen. (http://www NULL.politische-bildung-schwaben NULL.net/wp-content/uploads/2015/09/MG_0861 NULL.jpg)

Zum Abschied nach 26. Semestern wurde Herrn Dumberger-Babiel vom Redationsteam der Titel “Master of PBS” verliehen.

Schwaben“ mitentwickelt und wissenschaftlich begleitet hat. Er hat es sich auch zur Aufgabe gemacht, eine eigene Vorlesung zur Kommunalpolitik anzubieten und das Netzwerk eng mit der Hochschulausbildung zu verzahnen.

Ein weiterer Dank geht an Dr. Christian Boeser, der etwas später hinzu gekommen ist und ebenso an der Projektentwicklung mitgewirkt hat. Durch sein Engagement ist es an der Uni Augsburg bekannt geworden. Später initiierte und leitete er das Parallelprojekt „Politische Bildung Bayern“.

Meine Anerkennung geht an die vielen Studenten/innen, die sich seit 2004 mit Beiträgen an der Herausgabe und Redaktion der monatlichen Rundbriefe beteiligt haben, ebenso an die vielen Mitarbeiter/innen bei den zahlreichen Vor-Ort-Aktivitäten.

Ich wünsche mir, dass sich die politische Bildung in Schwaben und in Bayern in Zukunft gut weiter entwickelt.

Alles Gute und viele Grüße

W. Dumberger-Babiel