Gewerkschaften und Soziale Arbeit – gibt’s sowas?

Geschrieben von Ursula Zwick (Netzwerk Politische Bildung Schwaben)
Veröffentlicht am 28. Januar 2016 unter <https://www.politische-bildung-schwaben.net/2016/01/gewerkschaften-und-soziale-arbeit-gibts-sowas/>
Abgerufen am 24. Januar 2019 um 10:56 Uhr

Zu dieser Frage lassen sich viele weitere Fragestellungen und Argumentationen formulieren. Zunächst ist allerdings festzuhalten, dass die Soziale Arbeit und Gewerkschaften sehr nah beieinander liegen. Inwieweit diese zusammenhängen, welche Rolle Gewerkschaften und Politik dabei spielen und wie sich jeder einzelne Mensch für eine Aufwertung der sozialen Arbeit einsetzen kann wird im Folgenden gezeigt. Gewerkschaften sind da um an einer Verbesserung und Durchsetzung der tarifpolitischen Interessen zu arbeiten.
Dazu gehören mitunter die Interessen der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst. Konkret bedeutet dies folgendes:
– Leistungsgerechte Eingruppierung und Bezahlung
– Verbesserung der Arbeitsbedingungen
– Gesundheitsschutz und Qualifizierung

Um eine Arbeit als qualitativ hochwertig zu beschreiben sind gute Arbeitsbedingungen und ein angemessenes Entgelt die Voraussetzungen – unabhängig von der Trägerschaft. In folgenden Bereichen sind daher Gewerkschaften, insbesondere die vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) tätig:
– Kindertagesstätten und Krippen
– Horte und Ganztagsschulen
– Heime für Kinder und Jugendliche
– Jugendämter und Allgemeine Soziale Dienste (ASD bzw. KSD)
– Offene Jugendarbeit wie Jugendzentren und Jugendfreizeitheime
– Einrichtungen und Dienste für Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf
– Verwaltungen des SGB II und SGB XII

Dabei stehen nicht nur die konkreten Forderungen nach Grundsicherung, Weiterentwicklung von Tarifverträgen, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Personalentwicklung oder die Ausbildung von Fachkräften in der Zielbeschreibung sondern auch gesellschaftliche Diskurse. So werden parallel Themen wie die Bekämpfung von Kinderarmut, Inklusion und die gesellschaftliche Bedeutung der Kinder- und Jugendhilfe in den Vordergrund gerückt.
Gewerkschaften kämpfen sowohl politisch in den Bereichen der Interessensvertretungen sowie in der Gesellschaft. Besonders in den sozialen Bereichen ist hier ein Umden-ken aufgrund von aktuellen Personalnotständen und schlechten Arbeitsbedingungen erforderlich. Für viele stellt sich hier allerdings die Frage, inwieweit nun die Gewerkschaften mit einer Umsetzung der genannten Ziele in Zusammenhang stehen.
Dies lässt sich ganz einfach definieren. Die Existenz von Gewerkschaften ist im Grundgesetz verankert und lässt daher zu, sich in Betrieben, Dienststellen und Einrichtungen zu vertreten. Umso mehr Gewerkschaftsmitglieder eine einzelne Einrichtung hat umso mehr zwingt es den/die Arbeitgeber_in bzw. die Trägerschaft zu handeln. Für den Fall, dass den Forderungen nicht nachgegangen wird können die Mitglieder in den Streik treten und ihre Arbeit niederlegen.
Das Prinzip ist daher relativ simpel. Wichtig ist dabei allerdings zu wissen, dass jedes einzelne Mitglied die Gewerkschaft bildet und es nicht reicht, sich auf die anderen zu verlassen. Besonders in der sozialen Arbeit muss dieses Selbstverständnis noch mehr wachsen um eine allgemeine Aufwertung zu erzielen. In Zuge dessen ist eine aktive Bildungsarbeit in den einzelnen Einrichtungen erforderlich.

Es zeigt also ganz klar das Gewerkschaften und die soziale Arbeit eine enge Verbindung haben und diese auch pflegen sollten. Nicht zuletzt ist es den Gewerkschaften gelungen, beispielsweise die Kinderarbeit in Deutschland zu verbieten. Gute Arbeitsbedingungen und angemessene Entgelte fallen nicht vom Himmel. Deswegen ist es grundlegend, dass sich Beschäftigte in einer Gewerkschaft engagieren sollten um weiter ihre allgemeine Lebensbedingungen sichern und verbessern zu können.
Organisationen, die an einer Aufwertung er sozialen Arbeit interessiert sind, sind beispielsweise die Gewerkschaften ver.di (https://sozialearbeit NULL.verdi NULL.de) und GEW (http://www NULL.gew NULL.de/schulsozialarbeit/soziale-arbeit-als-gute-arbeit/) genommen werden sowie Berufsverbände wie der DBSH (https://www NULL.dbsh NULL.de).