Etablierung des Berufsverband für Soziale Arbeit an der KSFH Benediktbeuern

Geschrieben von Tina Hack und Angela Nieting (Netzwerk Politische Bildung Schwaben)
Veröffentlicht am 30. November 2016 unter <https://www.politische-bildung-schwaben.net/2016/11/etablierung-des-berufsverband-fuer-soziale-arbeit-an-der-ksfh-benediktbeuern/>
Abgerufen am 20. Juli 2018 um 14:36 Uhr

Infomaterialien zum Deutschen Berufsverband für Soziale Arbeit (DBSH)

Während des Studiums an der Katholischen Stiftungsfachhochhochschule (KSFH) Benediktbeuern setzt man sich automatisch mit dem Thema „Professionalisierung der Sozialen Arbeit“ auseinander und mit den Funktionen eines Berufsverbandes. Aus der Berufstätigkeit als Familienhebamme bzw. als Erzieherin bringen wir, zwei Studierende im 7. Semester,  unterschiedliche Erfahrungen zu diesem Thema mit: Die Hebammen haben sich in den letzten Jahren stark über die Verbandsarbeit gegenseitig gestützt und professionell etabliert. Im Gegensatz dazu fällt auf, dass ErzieherInnen und SozialarbeiterInnen sich nur schwach oder gar nicht engagieren. Aufgrund der Berufshistorie und dem breit gefächerten Arbeitsfeld gibt es scheinbar wenig Zusammenhalt und Zusammenwirken. Grundsätzlich ist jedoch zur Professionalisierung eines Berufsstandes eine berufsständische Organisation unabdingbar. In Zeiten der Globalisierung, Ökonomisierung und der Professionalisierungsdebatten scheint es uns enorm wichtig, den Deutschen Berufsverband  für Soziale Arbeit (DBSH) bereits während der Ausbildung stärker zu positionieren.

Die zukünftigen Sozialarbeiter*innen können durch ihre Mitgliedschaft den Einfluss auf die Berufspolitik im Sozialbereich stärken. Sie erfahren fachlichen Austausch und stärken ihre berufliche Identität. Sie erhalten Informationen zu Fort- und Weiterbildung. Ihre tarifpolitischen Interessen werden vertreten und bei Problemen mit Ihrem Arbeitsverhältnis bietet der DBSH Ihnen Arbeitsrechtsschutz und kollegiale Beratung an. Zudem werden attraktive Mitgliedsvorteile über bei das „dbb vorsorgewerk (https://www NULL.dbb-vorsorgewerk NULL.de/)“ und der „dbb vorteilswelt (http://www NULL.dbb-vorteilswelt NULL.de/)“ angeboten. Ein Verband jedoch, der sich schlagkräftig um die fachliche Profilierung und leistungsgerechte Anerkennung kümmern will, braucht Mitglieder.

Als Studentinnen einer der führenden Fachhochschulen in Deutschland wollten wir als Projekt im Rahmen unseres Studiums die Etablierung des DBSH an der KSFH Benediktbeuern verstärken: Konkret wird die dauerhafte Präsenz des DBSH an der Hochschule organisiert, indem regelmäßig an den Einführungsveranstaltungen zu Semesterbeginn auf die Verbandsarbeit hingewiesen wird, es feste Ansprechpartner an der KSFH gibt und eine Verlinkung auf der Hochschulseite erreicht wird. Die Studierenden werden dabei umfassend über die Verbandsarbeit, die Verbindung zur Gewerkschaft, rechtliche Beratung und Fortbildungsangebote informiert.

Im ersten Schritt (März, April) nahmen wir Kontakt zu verschiedenen Dozenten an unserer Hochschule und dem Landesgruppenvertreter des DBSH auf,  um entsprechend gerüstet an den Präsidenten der Hochschule, Hermann Sollfrank, heranzutreten. Ziel war, ihn als Hochschulpräsidenten für die Idee der Etablierung des DBSH an der KSFH zu gewinnen und eine Verlinkung mit der DBSH Homepage zu erreichen. In einem persönlichen Gespräch mit Herrn Sollfrank bekräftigte er die Sinnhaftigkeit und Bedeutung einer berufsständischen Vertretung. Allerdings habe die Hochschule einen Bildungsauftrag und könne somit nicht vermittelnd für einen Berufsverband auftreten. Er empfahl uns, den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) für die weitere dauerhafte Etablierung des DBSH an der Hochschule in Benediktbeuern einzubinden.

Parallel vernetzten wir uns mit dem jungen DBSH in Bayern und konnten über Nadja Khan mit wertvollen Informationen und Material versorgt werden. So kamen wir auch in Kontakt zu Johannes Schweiger; er lebt in Benediktbeuern, ist Sozialarbeiter, aktives Mitglied im jungen DBSH und an einer Vernetzung zu Studierenden der KSFH Benediktbeuern interessiert.

Wir informierten die Studierenden aller Semester bei der Einführungsveranstaltung zum Winter-Semester 2016/17 über die berufspolitische Arbeit des DBSH, die Vorteile einer Mitgliedschaft informiert und mit Give aways (z. B. Taschen, Kugelschreiber) versorgt. Im Rahmen der Veranstaltung fand sich bereits ein potentieller Interessent, der möglicherweise in unsere „Fußstapfen“ treten und die Idee weiterführen wird.

Letztendlich sind wir sehr zufrieden mit dem Verlauf des Projektes, weil wir mehr erreicht haben, als wir zu hoffen gewagt haben. Wir haben viel in Bewegung gebracht, Vernetzungen geschaffen und glauben, damit einen Grundstein für die Etablierung des DBSH an der Hochschule gelegt zu haben.

 

Weil auch wir von der Politischen Bildung Schwaben das Engagement im Berufsverband für Soziale Arbeit für eine  wichtige Sache halten, die wir gerne unterstützen, organisierten wir am 26. Oktober 2016 einen Stammtisch zum Thema “Wie politisch ist Soziale Arbeit?”. Gemeinsam mit Nadja Khan und Matthias Kachel vom DBSH und Gerhard Kral, Professor für Politikwissenschaften an der KSFH, diskutierte eine Gruppe interessierter Studierenden, welche Möglichkeiten es gibt sich im berufspolitischen Kontext zu engagieren und wie es gelingen kann, mehr Studierende dazu zu motivieren, sich beim DBSH für die Belange der Sozialarbeiter*innen einzusetzen. Es entstanden dabei  lebhafte Gespräche und  ein interessanter Meinungsaustausch.  Aufgrund der vielen positiven Rückmeldungen haben wir uns entschieden, dieses Semester noch einen weiteren politischen Stammtisch  – diesmal zum Thema Politikverdrossenheit – zu organisieren. Dieser findet  am Mittwoch, 14.12.2016, um 18.30 Uhr in der Alten Schreinerei / KSFH Benediktbeuern statt. Alle Interessierten sind ganz herzlich  dazu eingeladen. Für Getränke und Snacks ist gesorgt.