»Life in Transit« goes on – Eine Ausstellung von drei Studentinnen der Sozialen Arbeit

Geschrieben von Hannah Krüll Roupp, Hannah Mühlfeldner, Salome Fritz gekürzt von Omar Abdelkader (Netzwerk Politische Bildung Schwaben)
Veröffentlicht am 30. November 2016 unter <https://www.politische-bildung-schwaben.net/2016/11/life-in-transit-goes-on-eine-ausstellung-von-drei-studentinnen-der-sozialen-arbeit/>
Abgerufen am 23. September 2018 um 07:31 Uhr

Eine Ausstellung (http://life-in-transit NULL.de/de/home/), initiiert von drei Studentinnen der Katholischen Stiftungsfachhochschule München und Benediktbeuern, die ursprünglich in München im Oktober in der Färberei zu sehen war. Für alle die sich die Exposition gerne angeschaut hätten, gibt es nun die Chance im ganzen März 2017 in den Mohr-Villa Freimann e.V. in München vorbeizuschauen.

Der Hintergrund: Eine Idee wird zur Ausstellung

Frühjahr 2015: Die Schreckensnachrichten aus Kriegsgebieten und Bilder flüchtender Menschen und im Mittelmeer Ertrunkenen sind in den Medien.

Die Lage an den Außengrenzen Europas spitzt sich zu. Während Helferkreise sich aufopfernd um die Neuankömmlinge kümmern, formieren sich Stimmen, die immer vehementer eine strikte Regulierung der sogenannten Flüchtlingsströme fordern. Europa fühlt sich bedrängt. Doch wie sieht die Welt jenseits der sich immer mehr zur Festung formierenden Europäischen Union aus?

Istanbul, die Weltstadt am Bosporus, bot schon immer Bleibe für eine Vielzahl von Menschen unterschiedlicher Kulturen und Ethnien. Durch ihre geographische Lage ist sie das Tor zu Europa und fungiert als Knotenpunkt und Umschlagplatz.

Auf den Weg nach Istanbul

Istanbul, die Weltstadt am Bosporus

Im Oktober 2015 machte sich das Projektteam auf den Weg nach Istanbul, um die Situation Geflüchteter kennenzulernen. Ausgerüstet mit Kameras trafen die drei Studentinnen der Sozialen Arbeit Zuflucht suchende Menschen an unterschiedlichen Orten Istanbuls. Ihr Anliegen war es, eine Alternative zu den alltäglichen Schreckensnachrichten zu zeichnen und den Gesichtern hinter der Masse zu begegnen.

„Europa hat eine Grenze geschaffen, die uns voneinander trennt. Wir sind hier, um dich und deine Situation kennenzulernen und mehr über dein Leben im Transit, in Istanbul, zu erfahren.“

Mit dieser Intention traf das Team im öffentlichen Raum vor allem auf männliche Geflüchtete mit akademischem Hintergrund aus Syrien und dem Irak. Über eine private Initiative konnte auch zu Frauen Kontakt hergestellt werden. Oberste Prämisse war stets, den Geflüchteten sensibel zu begegnen und nicht unerwünscht in Lebenswelten einzudringen. Um seine Unabhängigkeit zu wahren, verzichtete das Projektteam auf eine Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen oder Nichtregierungsorganisationen. Die Ausstellung zeigt Portraits und Aussagen der ProtagonistInnen im Kontext ihres damaligen Lebensraums. Sämtliche Bilder und Texte wurden den dargestellten Personen vor Veröffentlichung zur Freigabe zugesandt.

Jedes Portrait und jeder Text nimmt den/die Betrachter/in mit in eine Welt der Vielfallt, in der sowohl Freude und Hoffnung, aber auch Trauer und Leid vermittelt wird.

So wird man zum Beispiel auf Aziz treffen, einem kurdischen Menschenrechtsaktivisten, der sich und der Welt sagt:

AZIZ

Aziz, ein kurdischer Menschenrechtsaktivist © Salome Fritz, Hannah Mühlfeldner

»Du musst stark bleiben. Du musst kämpfen und du musst leben.

»In meinem Kopf bin ich frei. Ich habe keine Freiheit in meinem

Land, doch in meinen Gedanken. Den Träumen verweigere ich

den Zugang zu meinem Kopf. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich

lebe einfach. Im Moment ist das in Ordnung.

Doch ich habe keine Perspektive für meine Zukunft.«

 

 

Basheer

Bascheer, ein kurdischer Syrer, © Salome Fritz, Hannah Mühlfeldner

Bis vor kurzem arbeitete und lebte Basheer in einem Istanbuler Hostel, das auch ein Treffpunkt für ihn und seine Freunde und Freundinnen war. Über sein Leben als geflüchteter in Istanbul merkt er folgendes an:

»Ich habe ein gutes Leben in der Türkei. Ich gehöre zu einer privilegierten Gruppe von Flüchtlingen. Vielleicht sollten wir eher über die richtig armen Menschen in Istanbul reden.«

 

 

Da es eine Wanderausstellung ist, können gerne weitere Ausstellungen mit Absprache mit uns (Lebenimtransit@mailbox.org) stattfinden. Informationen über die aktuellen Ausstellungen auf der Internetseite (http://life-in-transit NULL.de/de/home/) oder auch auf Facebook (https://www NULL.facebook NULL.com/events/1137727282966216/).