“Politik erleben” – Projekttag der Politischen Bildung Schwaben

Geschrieben von Nico Wunderle (Netzwerk Politische Bildung Schwaben)
Veröffentlicht am 31. Oktober 2017 unter <https://www.politische-bildung-schwaben.net/2017/10/politik-erleben-projekttag-der-politischen-bildung-schwaben/>
Abgerufen am 22. Oktober 2018 um 10:51 Uhr

“Politik erleben” – so lautete das Motto unseres Projekttages. Politische Mitbestimmung  ist ein brisantes Thema in der Jugendarbeit.  Deshalb stand die Fragestelllung “Wie kann man junge Menschen für Politik begeistern?” thematisch im Vordergrund. Näheres über die inhaltliche Gestaltung des Nachmittags finden Sie in diesem Artikel.Am 23. Oktober 2017  fand an der Katholischen Stiftungshochschule Benediktbeuern der  Projekttag “Politik erleben – Wie kann man junge Menschen für Politik begeistern?” statt. Der Ablauf des Tages teilte sich in die vier Themenbereiche: “Methoden der politischen Jugendarbeit”, “Betzavta”, “Das Politische System in Deutschland” und “Argumentationstraining gegen Stammtischparolen”, zu denen es jeweils einen 90 minütigen Input gab. Im ersten Workshop stellte Lorenz Semmler einige Methoden der Politischen Bildungsarbeit mit Jugendlichen und jungen Menschen vor und klärte den Begriff “Politische Bildung”. Gemeinsam probierten wir im Workshop die Methode “Wertespiel” aus. Sie eignet sich gut, um über Werte und ihre Bedeutung ins Gespräch zu kommen. Dabei ziehen sich alle Teilnehmenden aus einem Gefäß einen Zettel, auf dem ein Wert wie zum Beispiel Liebe, Solidarität etc steht und diskutieren dann in Zweiergruppen mit Argumenten, welcher Wert  für sie am wichtigsten ist. Können sich die Teilnehmenden nicht auf den wichtigeren Wert einigen, so entscheidet ein*e sogenannte*r “Mediator*in, welcher Wert “gewonnen” hat und der*die Mediator*in  kann nun mit dem “gewinnenden” Wert in weitere Diskussionen kommen. Zum Schluss bleibt dann ein Wert übrig, der sich als der Wichtigste herausgestellt hat. Die Teilnehmenden lernen dabei, sich mit grundlegenden Werten der Gesellschaft auseinander zu setzen und auf Argumente anderer Mitspieler*innen einzugehen.

Im zweiten Programmpunkt zu Betzavta, einem demokratiepädagogischen Konzept aus Israel, führte die Referentin Sandy Flath die Übung “Der blinde Maler” durch. Dabei teilen sich die Teilnehmenden in Zweiergruppen auf und malen gemeinsam ein Bild.  Die Personen, die den Stift in der Hand halten, haben ihre Augen verbunden und sehen nicht, was sie malen. Interessant ist dabei, wie die Gruppenmitglieder während des Malens interagieren und kommunizieren. Die Trainerin leitet, nachdem die Teilnehmenden ihr Bild fertig gestellt haben, eine ausführliche Reflexion der Übung an, die die Empfindungen der  teilnehmenden Personen in den Vordergrund rückt.

Anschließend folgte ein Input zu den Grundlagen des Politischen Systems in Deutschland von Gerhard Kral, Professor für Politikwissenschaften und Soziologie an der Katholischen Stiftungshochschule Benediktbeuern. Er ging dabei auf wesentliche  Aspekte des Grundgesetzes und den Politikbegriff ein und kam mit den Teilnehmenden darüber ins Gespräch.

Zum Abschluss des Nachmittags fand ein “Argumentationstraining gegen Stammtischparolen” statt. Die Mitarbeiter*innen der Politischen Bildung Schwaben Julia Poweleit und Nico Wunderle sind selbst ausgebildete Argumentationstrainer*innen.  Sie verschafften den Interessierten einen Einblick in das Argumentationstaining und regten mit “Wertequadraten” und “Teufelskreisen” zum Denken in Dilemmata an. Genaueres dazu finden Sie im Rundbrief vom Mai 2017.

Für uns sehr erfreulich ist die Tatsache, dass im Laufe des Nachmittages etwas 40 bis 50 Personen an unserer Veranstaltung teilgenommen haben. Damit sind wir sehr zufrieden und möchten in Zukunft häufiger solche Projekttage organisieren.